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Samstag, 4. Juli 2009

10 Jahre Polzer Media Group GmbH
5 Jahre Globians Doc Fest

Die Polzer Media Group GmbH mit ihren beiden Geschäftsbereichen Fachbuchverlag (zur Kulturgeschichte der Medientechnik) sowie Digitale Kulturdienste (Digitalisierungs-Dienstleistungen und -Consulting für Archive; Gerätevermietung und Dienstleistungen für Kino-Sonderveranstaltungen, Cinematic Events und Filmfestivals) feierte Ende Juni 2009 ihr 10-jähriges Betriebsjubiläum. Die vor 10 Jahren in Potsdam gegründete Polzer Media Group GmbH ist somit ebenfalls ein Produkt des Schwellenjahrs 1999. Das 10-jährige Betriebsjubiläum konnte mit den Mitgliedern des Kinomuseums Berlin e.V. auf der zufälligerweise am gleichen Tag stattfindenden Mitgliederversammlung des Kinomusuems Berlin e.V. ausgiebig gefeiert werden.

Aus Anlass ihres 10-jährigen Betriebsjubiläums gab die Polzer Media Group GmbH den Eintritt in die Planungsphase zur Etablierung eines dritten Geschäftsbereichs bekannt: Für die erste Jahreshälfte 2010 plant die Polzer Media Group GmbH den Aufbau eines Filmverlags für Dokumentarfilme als Kino-Filmverleih.

Zum bevorstehend 5. Festivaldurchgang des Globians Doc Fest gab der neue Projektträger des Dokumentarfilmfestivals, die Mentor des Wandels gGmbH, nicht nur den Umzug des Festivals von Potsdam nach Berlin ins Kino Toni bekannt, sondern auch Programmwiederholungen einzelner Festivalfilme aus dem Programm des 5. Globians Doc Fest Berlin ab September in zwei Berliner Kinos. Neben dem von Karlheinz Opitz betriebenen Eva-Lichtspielen in der Wilmersdorfer Blissestraße wird auch der Kinosaal des Centre Français de Berlin in der Weddinger Müllerstraße mit Dokumentarfilmen aus dem Globians-Wiederholungsprogramm bespielt. Die einzelnen Mittwochs-Termine der Festival-Wiederholungen sind den Filmbeschreibungen in der Dokumentation zu entnehmen. Eine übersichtliche Gesamtliste der Termine und Filme wird rechtzeitig vor Aufnahme des Wiederholungsprogramms noch bekannt gegeben. Der Kinosaal des Centre Français de Berlin erhält zur Wiederaufnahme des Kino-Spielbetriebs durch das Globians Doc Fest einen neuen Namen und zwar: EIFFELTURM-KINO des Centre Français de Berlin.

ATRIUM
Berliner Kino-Perspektiven

Samstag, 7. März 2009

Chronologie der Magnetbandtechnik

Wie der Verlag der Buchreihe "Weltwunder der Kinematographie - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik" mitteilt, ist die Erstauflage der neunten Ausgabe der Fachbuchreihe mit dem Titel: "ZEITSCHICHTEN - Magnetbandtechnik als Kulturträger | Erfinder-Biographien und Erfindunggen | Chronologie der Magnetbandtechnik und ihr Einsatz in der Hörfunk-, Musik-, Film- und Videoproduktion" seit einigen Tagen vergriffen.

Es ist nach Verlagsangaben eine Neuauflage des inzwischen als "Engel, Kuper, Bell" bekannten Standardwerks zur Geschichte der Magnetbandtechnik für das 4. Quartal 2009 geplant, die allerdings nicht "auf Halde" produziert werden wird. Der Verlag empfiehlt daher dringend, bei einer lokalen Buchhandlung ihres Vertrauens aus dem Pool der Nachauflage bereits jetzt ein Exemplar mit Vormerkung zu bestellen. Der Verkaufpreis des Hardcover-Bandes mit einem Umfang von 634 Seiten, einem Gewicht von knapp 2kg und mit 3.747 Fußnoten bleibt nach Verlagsangaben bis Jahresende 2009 stabil bei € 149,-

ATRIUM

Montag, 2. März 2009

Die Wahrheit verbirgt sich im Offensichtlichen

Volker Weidermann rezensiert in der FAZ das neue Buch von Nicholson Baker:
„Menschenrauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete“
("Human Smoke: The Beginnings of World War II, the End of Civilization.")

Nicholson Baker ist für uns Medienhistoriker insofern wichtig, als dass er mit "Double Fold: Libraries and the Assault on Paper" ("Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen") 2002 sich vehement gegen die Digitalisierung von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern und dem anschließendem Nicht-Mehr-Zugänglich-Sein bzw. der Vernichtung der analogen und im Zerfall befindlichen Papieroriginale ausgesprochen hat. Im Übrigen baut Baker mit seinen Lagerhäusern voller alter Zeitungen auf dem Praxismodell von Rick Prelinger auf, der das Gleiche mit 16-mm-Kopien von Industrie- und Lehrfilmen und weiteren "ephemeren Filmwerken" erfolgreich vorgemacht hat (dabei allerdings ein Verfechter der Digitalisierung und Online-Zugänglichmachung ist).

Nicholson Bakers "Menschenrauch" reflektiert nun den "Eckenknick" insofern, als dass man keine Zeitungen als spezifisches Medium mehr lesen und als Quelle des "Offensichtlichen" benutzen kann, wenn man nur noch digitale, zeitungskontextlose Textscans und eben keine originalen, alten Zeitungengebinde mehr als Quelle hat (und auch bald keine neuen mehr, siehe Link in "A Dispatch from Reuters"). Das Offensichtliche kann sich dann nicht mehr zeigen und damit auch keine (historische) Wahrheit mehr.

Zwei wichtige Bücher, als Autor ein eigenständiger Geist und als Sammler und Bewahrer des analogen Erbes ein erstaunlicher Lehrer.

ATRIUM