In jüngster Zeit häuften sich im Handelsblatt sowie in der FTD die Meldungen Chinas Engagement in Afrika betreffend. Aus diesen Berichten kann man eigentlich nur den Schluss ziehen, dass sowohl die langfristige Absicherung mit Rohstoff-Lieferverträgen wie auch der Einkauf von Agrarflächen im Großmaßstab ein gleichzeitiges Wetten auf Sieg und Niederlage des weltkapitalistischen Handelssystem bedeutet. Denn wenn die Einfachwette auf eine schnell realisierbare Industrialisierung daneben gehen sollte, bleibt immer noch die Subsidiärversorgung mit Nahrungsmitteln auf Walmart-Niveau. Gleichzeitig scheinen die überreichlichen Barreserven an West-Devisen in China einer Absicherung der explosionsartigen Schaffung einer kreditfinanzierten Binnennachfrage zu dienen, um sich vom "Exportweltmeister-Zwang" –– also einer ausschließlichen Abhängigkeit der ökonomischen Entflammung aus der Funktion einer verlängerten Werkbank für den Rest der Welt –– nur zu gerne zu verabschieden. Auch hier kann ein gleichzeitiges Wetten auf Sieg und Niederlage vermutet werden. Das Reich der Mitte kann also nicht verlieren, sondern eine wirkliche, ökonomische Weltkrise erst dazu benutzen, sich als neue Hegemonialmacht des Planeten nicht nur zu behaupten, sondern diese auch durchzusetzen. Je mehr Krise noch kommt (plötzlich, aber schnell), desto besser für die sich entfaltende weltpolitische Wende. Hieran zeigt sich, wie die staatlich negierte Denkkunst eines Konfuzius sich kulturell als Essenz diffundiert hat. Dagegen versucht man hierzulande im linearen Monodenkstil des 19. Jahrhunderts die Zukunft des 21. in Metternich'scher Manier zu befestigen. Na, denn, viel Glück dabei auch, vor allen Dingen bei der "geistig-moralischen Führungselite", den geistigen Kapazitäten, die sich morgen und in vier Wochen zur Wahl stellen! Den Abtransport der Nahrungsmittel aus Afrika nach Asien wird man wohl militärisch vor Ort absichern müssen, wie auch die Seewege. Was für eine hübsche Remineszenz an die Kolonialzeit! Ob die Rechnung freilich für China mit der Bauernschlauheit aus fünf Jahrtausenden aufgehen wird, dürfte das noch zu lüftende Geheimnis des 21. Jahrhunderts werden. Die Zeitqualität der einzelnen Jahrhunderte zielen in ihre jeweils eigene Richtung. Wenn die Arbeitshypothese bezüglich der zu großen Strukturen und die Frage nach der optimalen Größe statt nach unbegrenztem Wachstum die richtige ist, dürfte China in Rekordzeit einen Rhyrrussieg erwirtschaften. Insofern bleibt es spannend bei allem Orakeln und vor allem auch bei dem, was nach Aristoles menschliches Denkvermögen ausmacht, nämlich Vorwegnahme des Absehbaren: Antizipation. Bleiben Sie also dran!
ATRIUM
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Samstag, 29. August 2009
Montag, 25. Mai 2009
Entwicklungshilfe
Die Financial Times Deutschland ist zur Zeit besonders lesenswert. Morgen erscheint in der Druckausgabe eine Kolumne von Lucas Zeise unter dem Titel "Das Inflationsgespenst", in der er darlegt, warum der immense Geldmengenzuwachs der letzten Jahre und Monate und Wochen bislang nicht zu einer Hyperinflation der Verbraucherpreise geführt hat. Seine Antwort ist realtiv simpel: Staatliche Politik bedeutet zur Zeit einen Geldmengenzuwachs bei denen, die bereits schon viel an Geld haben, also eine Umverteilung nach Oben unter dem Etikett der Sicherheit durch bewahrte Strukturstabilität. Sein Rat: "Kauft keine Anleihen von Banken und Staaten!". Hinzuzufügen darf man hier, dass die gerundete Vervierfachung der Verbraucherpreise seit 1999 einer rund 15 - 20 %igen Inflationsrate bzw. Teuerungsrate pro Jahr entsprochen haben dürfte. Milchpreissenkungs-Debatten haben dabei auf allen Seiten Signalcharakter zur besseren Vertuschung. Hyperinflationen beginnen stets mit seltsamen Preissprüngen der Teuerung, die sich keiner so recht erklären kann. Insofern sind wir auf gutem Wege...
Heute erschien in der ftd.de zudem ein Hinweis auf die Buchveröffentlichung von Dambisa Moyo unter dem Tiel "DEAD AID", in der sie darlegt (was wir hier immer schon wussten), dass nämlich monetäre Entwicklungshilfe viel mehr schadet, als sie nutzt. In "DEAD AID" steht, warum. Leopold Kohr würde wohl sagen, dass dies ein Beleg für die Dysfunktionalität von zu großen Größen sei.
ATRIUM
Heute erschien in der ftd.de zudem ein Hinweis auf die Buchveröffentlichung von Dambisa Moyo unter dem Tiel "DEAD AID", in der sie darlegt (was wir hier immer schon wussten), dass nämlich monetäre Entwicklungshilfe viel mehr schadet, als sie nutzt. In "DEAD AID" steht, warum. Leopold Kohr würde wohl sagen, dass dies ein Beleg für die Dysfunktionalität von zu großen Größen sei.
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Samstag, 9. Mai 2009
Zehn Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren
nannte Felix Salmon sowohl in der SZ am 7. Mai, als auch nachpubliziert am 8. Mai bei ftd.de.
Sehr lesenswert und sehr treffend.
ATRIUM
Sehr lesenswert und sehr treffend.
ATRIUM
Montag, 6. April 2009
Kino ohne Fremdwerbung ?
Bei ftd.de mit heutigem Datum online ein Beitrag in der Financial Times Deutschland über das mögliche Ende von Fremdwerbung in Kinos unter dem allgemeinen Zusammenbruch der Buchungsquoten aufgrund von institutionsbedingter Inflexibilität sowie mangelnder Fokusierung in Sachen Schärfe der Zielgruppenbestimmung. Und wieder zeigt sich, wie die alte Tante Kino bei der allgemeinen Kontextualisierung der digitalen Kultur mit Tags, Nutzungsprofilen und Keywords zurück bleibt. Die Werbewirtschaft will kein Kino mehr buchen, sondern einen Werbekontext wie bei Google Ads.
ATRIUM
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