Auch Dave Kehr hat sich gerade unter dem Titel "3-D’s Quest to Move Beyond Gimmicks" zum 3-D-Boom und "Avatar"-Durchbruch in der NYT geäußert, wesentlich 'softer' und oberflächlicher als Thomas Elsaesser, aber immerhin sehr skeptisch, ob es dramaturgisch gelingen wird, diese 'Technik der kleinen Schritte' im Erzählkino ohne Spezialeffekte – also etwa in Historiendramen, Komödien und anspruchsvollen Autorenfilmen – beim Publikum akkulturierbar zu machen.
Kehr hatte eine Woche zuvor bereits, ebenfalls in der NYT, seine Bedenken zum Verlust von weiten Teilen des Repertoirs durch den Technikwechsel von der DVD zur Blu-Ray (auch ganz ohne 3-D-Erweiterungen) niedergeschrieben. —— Unter dem Titel: "The Ballad of Blu-ray and Scratchy Old Film" befürchtet er eine erneute Einengung des überlieferbaren Werk-Kanons, wie es sie bereits beim Technikwechsel von VHS zur DVD gegeben hat. Kehr sieht allerdings Lösungsansätze im medienträgerfreien Onlinevertrieb, wenn alte TV-Sendebänder und -Filmabtastungen (als Vorlage zur einstigen VHS-Duplizierung) für Streamingformate einer neuen Nutzung zugeführt werden, und somit die Vielzahl der Vertriebsmöglichkeiten den Repertoire-Verlust durch die BluRay-Technik wieder wett machen können. Was natürlich auch ein Treppenwitz ist: Die Verbesserung der direkten Nachfolgetechnik führt zur Verschlechterung des Programmangebots.
Hinzu tritt die Vermutung, dass mehr als fünf Jahre nach der Vorstellung der HD-Silberscheibentechnik wohl keine 10 Jahre mehr (wie einst bei der DVD) zur "Akkulturation" der Technik im Heimmarkt zur Verfügung stehen werden, wenn SONY etwa binnen kurzer Zeit seine neuesten proprietären Scheibenergüsse in inkompatibler Mehrschichten-Speicherungstechnik baldigst vorstellen dürfte –– sofern dann überhaupt noch 'Scheiben' statt 'Chips' zur Anwendung kommen. Siehe dazu auch die gerade erfolgte Ankündung von HDCAM-SR-Speicherchips.
Kehr argumentiert allerdings in eine ähnliche Richtung, wie ich bei meiner Anmerkung zum Thema "Die Fallstricke des Offensichtlichen": Die höheren Auflösungsparameter der digitalen Medien lassen Film nicht nur sprichwörtlich "alt" aussehen; die Frage der Auflösung oder Artefaktfreiheit wurde beim 35-mm-Kinofilm im Jahrhundert seiner Anwendung jedoch nie gestellt, weil die 'Analogen Klassenverhältnisse" einst klar und unanfechtbar waren -- und die 35/70-mm-Kinoprojektion eben unanfechtbar die Königs- und Kaiserliga im damaligen, analogen Medienfeld waren. "Weiße Blitzer" vom Staub auf dem Negativ und sichtbar geworden beim Kopieren auf Positivfilm adelten den Medienträger ein zusätzliches Mal (statt billigem Bewegtbild vom Videomaterial). Dem 35-mm-Kinofilm etwa einen 'Mangel an digitaler Matrix-Auflösungskapazität' zu unterstellen, zeugt von besonders fortgeschrittener, geschichtlicher Umnachtung.
Digitale Unkultur ist gerade beim Präsentieren, Referieren und Referenzieren von Geschichtlichem vor allem eines nicht: hermeneutisch.
ATRIUM
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Samstag, 9. Januar 2010
Dienstag, 26. Mai 2009
16mm anamorphotisch
Die Juni-Ausgabe des "Film&TV Kamermann" vom 20. Mai ist durchgängig besonders lesenswert. Nicht nur erfahren wir von Franz Kraus von ARRI die ökonomische Dellenwirkung durch der RED-Bewegung aufs eigene Haus und die Bilanz, sondern auch, dass man 16-mm-Negativ ganz hervorragend in Kambodscha (wohl spährisch) belichten kann, aber auch mittels neuer Anamorphote in Scope; durch viele Beiträge zieht sich eine — durch D.I. entstandende — hybride Arbeitsweise, wenn für Medium-Shots eben 16-mm-Format genommen wird, während bei Landschaftstotalen mit dem besonderen Glanz dann auch zu 35-mm gegriffen wird, und so die "hybride Arbeitsweise" ganz neuen Sinn bekommt. Ein längerer NAB-Report belegt fast menschenleere Gänge an den ersten Messetagen bei einer Explosion von neuen Produktvorstellungen auf dem Gebiet der PL-Mount-Optiken, was wiederum dem Push durch RED und Sonys Digital Cinema Kameras zu verdanken ist. Schließlich, dass man mit LomoScope, also russischen Aufnahmeanamorphoten, auch ganz hervorragend in Deutschland arbeiten kann — und, dass man TechniScope 2-Perf auch für 1 : 1,85 adaptieren kann, wenn man besonders intensiv in München bettelt. In der Rubrik der Kurzmeldungen fiel auf, dass FAB nach der eigentlich immobilienbedingten Insolvenz tatsächlich den Sendebetrieb eingestellt hat. (war mir bislang noch entgangen). Was wohl aus "Ars Vivendi" werden wird? — Wie immer beim "Kameramann" muß man sich noch mit der Druckausgabe begnügen. Nichts online...
ATRIUM
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Freitag, 13. März 2009
Sony-Videobänder: bitte bevorraten Sie sich
Heute gehen Meldungen von ap und afp über die "Ticker", die nicht mehr "tickern", und zwar zu wild protestierenden Arbeitern in einem französischen Sony-Werk.
Die eigentliche Bedeutung, die uns diese Meldungen heranbringen, liegt in der Tatsache, dass es sich bei dem Sony-Werk um die kurz von ihrer Schließung befindliche Magnetbandfabrik in PONTONX-SUR-L'ADOUR (südlich von Bordeaux und nahe der spanischen Grenze) handelt.
Ich rate dringend zur Bevorratung nicht nur in der Angelegenheit "Glühbirnen", sondern auch bei Videokassetten für die diversen noch aktuellen Videoformat-Standards.
ATRIUM
Die eigentliche Bedeutung, die uns diese Meldungen heranbringen, liegt in der Tatsache, dass es sich bei dem Sony-Werk um die kurz von ihrer Schließung befindliche Magnetbandfabrik in PONTONX-SUR-L'ADOUR (südlich von Bordeaux und nahe der spanischen Grenze) handelt.
Ich rate dringend zur Bevorratung nicht nur in der Angelegenheit "Glühbirnen", sondern auch bei Videokassetten für die diversen noch aktuellen Videoformat-Standards.
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Freitag, 27. Februar 2009
DigitalCinema-Projektoren von SONY, JVC und Canon ?
Den DigitalCinema-Projektoren von SONY, JVC und Canon dürfte gemein sein, dass sie auf JVCs Lichtventil-Technik bauen, mit dem Unterschied, dass SONY irgendwie gerne ins Kino damit möchte, JVC immer schon Schwierigkeiten hatte, überhaupt in einen Markt damit zu kommen und CANON wohl keine Ambitionen für das DigitalCinema zeigt.
Kann mir jemend erklären, wie SONY, JVC und Canon mit ihrer Lichtventil-Technik in den Kinomarkt kommen wollen, ohne starken und bereits verankerten Kino-Installationspartner in den lokalen Märkten?
Das ist mir noch nicht klar, denn die englischsprachigen Websites können einem das für den deutschen Markt natürlich nicht erklären. Ich freue mich über diesbezügliche Kommentare. Man kann posten auch ohne Registrierung (ich muß dann freigeben).
Danke.
ATRIUM
Kann mir jemend erklären, wie SONY, JVC und Canon mit ihrer Lichtventil-Technik in den Kinomarkt kommen wollen, ohne starken und bereits verankerten Kino-Installationspartner in den lokalen Märkten?
Das ist mir noch nicht klar, denn die englischsprachigen Websites können einem das für den deutschen Markt natürlich nicht erklären. Ich freue mich über diesbezügliche Kommentare. Man kann posten auch ohne Registrierung (ich muß dann freigeben).
Danke.
ATRIUM
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Donnerstag, 26. Februar 2009
NEC Starus DigitalCinema-Projektoren in Deutschland
Aufgrund der Frage, warum NEC (neben SONY) eigentlich trotz bester Qualität bei der Umstellung in Sachen DigitalCinema in Deutschland so relativ wenig Marktanteil hat, bin ich der Sache mal bei NEC im Hause München nachgegangen. "NEC Starus" (mit einem "R") Kino-Projektoren werden in Deutschland von CineProject/Ernemann vertrieben und gewartet. Im Hause NEC wird das Argument "Support in Europa so gut wie nicht vorhanden" als gezielt gestreutes Gerücht der beiden Marktführer in Düsseldorf und München gehandelt. In Deutschland ist selbstverständlich flächendeckender Support gewährleistet. Es bleibt zu hoffen, dass der 3D-Boom plus die Bundes-Förderung zur Umstellung auf DigitalCinema hier die etwas verzerrten Marktverhältnisse bereinigen mögen. Die Aussage im Hause NEC war zudem, dass die Lieferzeit für deren DigitalCinema-Projektoren derzeit bei rund 3 Monaten liegt und dies aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage in Sachen 3-D, natürlich gezielt auf den Dreamworks-Start im Frühjahr, aber auch "Up" von Pixar verspricht ja einiges. Die gute Nachricht ist also, dass die Kinobetreiber sich wohl nicht mehr irgendwelche schwindsüchtigen Leasingverträge fragwürdiger Hardwareherkunft aufschwatzen lassen, sondern sich die Systeme lieber gleich selbst kaufen. Die großen, internationalen Ketten kaufen übrigens mit ihrer Marktmacht direkt beim Hersteller für die ganze Welt ein. Die lokalen "Marktführer" dürfen dann "Kabelträger" spielen...
ATRIUM
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