Mittwoch, 23. Februar 2011

the film print: next stop - terminus station

Als ich mich rund um die jüngste Berlinale mit JPG, dem Vorstand des Kinomuseum Berlin e.V., traf -- da war die Zukunftsspanne von Film im audiovisuellen Medienprozess auch ein Thema des Gesprächs. Natürlich ist an JPGs Argument etwas dran, dass noch mehr als 85 % aller kommerziell betriebenen Kinos weltweit mit Film arbeiten.

Ich mochte für eine Prognose, wie lange noch auf Print-Film kopiert und distribuiert werden wird, mich allerdings nur noch auf Sechs-Monats-Intervalle einlassen. Und die Nachrichten prasseln derzeit gleich in steter Reihenfolge herein:

1. Die deutschen Filmkopierwerke scheinen derzeit eine Auftragsflaute bei 35-mm-Produktionen in Sachen Negativentwicklung zu haben. Die neuen Großchip-Kameras wie RED, Alexa und die neue AF-101 von Panasonic hauen kräftig ins Kontor. Es wird mehr und mehr als Filmemacher "unschicklich", noch weiterhin mit Film zu arbeiten -- siehe auch die jüngste Diskussion um das Verbot von Super16-Negativ-Materialien wegen "Kompressionsartefakten bei Filmkorn", also eigentlich wegen übertrieben niedrigen Datenraten. Das Raunen vom "Filmlook" ist so weit weg verhallt, dass man sich fast schon gar nicht mehr daran erinnern kann.

2. Der Fachpresse kann man derzeit entnehmen, dass z.B. die 35-mm-Print-Abteilungen bei der Geyer-Nachfolgefirma aus Hamburg und München nach Berlin zusammengezogen und konsolidiert werden sollen, bzw. schon wurden.

3. Der UK-Guardian brachte gestern einen sehr persönlichen Beitrag der Filmkünstlerin Tacita Dean, wonach das letzte verbliebene Filmkopierwerk mit 16-mm-Printabteilung (und Positivtrakt) in UK, das ehemalige 'Soho Film Laboratory', -- nach Übernahme seitens des Deluxe-Konzerns (und daher jetzt umbenannt in 'Deluxe-Soho') mit sofortiger Wirkung die 16-mm-Positivabteilung geschlossen hat:
http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2011/feb/22/tacita-dean-16mm-film/print


Ich bin sehr froh, dass wir mit der Ausgabe 8 der "Weltwunder der Kinematographie" noch eine kurze 'Geschichte des Filmkopierwerks' aufschreiben konnten und ihr so noch ein kleines Denkmal setzten:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3934535267/kulturcontent-21


Zeit würde es jetzt, ggf. eine Liste aufzusetzen, welche Filmkopierwerke in der weiten Welt überhaupt noch was an klassischen Filmkopierwerksleistungen anbieten können. Anders herum formuliert, die letzten würden nicht die Hunde beißen, sondern ein vielleicht erträgliches Auskommen haben können, sich den verbleibenden Restmarkt an Filmkünstlern, Liebhabern und sonstigen 'Verrückten' aufzuteilen.


Völlig unbeantwortet bleibt weiterhin die Frage, worauf die ganze Flut an Video-Digital-Werken und sonstigen Bewegtbild-Materialen kuratorisch selektiert und mit einer gewissen Erhaltungschance materiell gespeichert und gesichert werden soll und werden kann.

Wir nähern uns schwarz bleibenden Zeiten vor lauter Bildschirm-Blendung.


JP

Sonntag, 20. Februar 2011

Manfred Salzgeber — biography and bio-doc still missing

Egbert Hörmann's brief hommage article on Manfred Salzgeber is an interesting read from Berlinale's Teddy Award journal at its 25th anniversary run. However it reminds me urgently that an in-depth and detailed written biography on Manfred Salzgeber is still missing after all these years. Manfred Salzgeber was one of the outmost inspirators of its time for bringing German cinema culture, festival curatorship and film publishing to new horizons.

Indeed he was bringing "the salt" into a still grey everyday life soup of Stuttgart and Berlin during the 1960s and 1970s -- before becomming internationally known and renowned as the sidekick of the Berlinale and Moritz de Hadeln during the 1980s in his own right.

Two years ago I publicly questioned that a bio-doc (or even bio-doc series regarding all things considered) on Manfred Salzgeber and on his life, work and influence until today is also still missing sadly:
http://kinoberlin.blogspot.com/2009/02/manfred-salzgeber.html

The reactions after my call made it clear to me that there seems to be a sort of local conflict in multiple perspectives and consisting of several different interest parties involved: the hiers, their inheritance, the remaining artefacts and their legal rights, the commercial continuation of Salzgeber's film distribution, the Berlin International Film Festival and its sudden interest in current Kiezkino but not in their own history track, the Panorama section with the successor of M.S., the Teddy Awards merchandize and now the forthcoming Teddy Academy, plus local Public Radio Television with their archives, licensing strategies and program policies.

So, unfortunatly, it seems continiously that it might not be a comfortable choice to be right in the middle of such an intense conflict of interests with such mighty powerful parties. However this strugge for a Salzgeber biopic becoming real might be a doc (or even a feature movie) in itself, on the Berlin 'Hauptstadtgefühl' with this everlasting presence of the present while neglecting history.


http://www.berlinale.de/de/archiv/archiv_biografien/Biografie_Salzgeber.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Salzgeber
http://www.amazon.de/gp/product/392679660X/


JP

Dienstag, 25. Januar 2011

die Kurzmeldungen im Branchenblatt für den Kameramann und die Kamerafrau

Das wirklich Interessante an der jüngst erschienen Ausgabe des deutschen Fachmagazins "Film & TV Kameramann" ist weniger die Fortsetzung von Themenschwerpunkten zur 3-D-Bewegtbild-Produktion, sondern die vielen Kurzmeldungen, die entdeckt werden wollen, als Chronik der voranschreitenden Medialisierung des Lebens.

Zum Beispiel habe ich erst jetzt durch so eine Kurzmeldung erfahren, dass der Counterpart im großen TV-Betrugsskandal ("Spielsucht im Kinderkanal") die inzwischen insolvente KOPPFILM (samt Tochtergesellschaften) mit einem System aus Luftrechnungen und Kick-Back-Zahlungen war; dies wurde in der Berichterstattung der Tagespresse bislang dezent weniger angesprochen. Und ich hatte mich immer gewundert, wie man so ein schönes Studio in Berlins Mitte bei dieser mörderischen Konkurrenz und einem ungeheuren Investionsdruck bei gleichzeitiger Entwertung durch preisliche Demokratisierung (jüngst: DaVinci-Farbkorrektur für 999$, übernommen durch BMD) so lange halten konnte.

Entgangen ist mir bis zur Lektüre dieser Kurzmeldungen auch, dass DVS inzwischen von Rhode & Schwarz sowie T-Sevenload von Burda gekauft wurde. Dass die deutschen Kommunalen Kinos indess' davor warnen, dass mit dem Hinfälligwerden der bevorstehenden 35-mm-Distribution Alte Filme nur noch via DVD-Repertoire projeziert werden können, hatte ich bereits anderweitig gehört.

Genauer gelesen habe ich aber die Meldung zur TV-Kopiersperre auf Seite 102 (Ausgabe 2/2011): ARD und ZDF planen anscheinend, Forderungen der US-Majors nachzukommen, und eine Kopiersperre für ihre HDTV-Kanäle einzubauen, die allerdings nur mit externen Decodern oder ganz neuen Geräten funktionieren soll. Man bekäme von ARD und ZDF ausweichende Antworten, aber im Effekt hieße dies aber wohl, das nach dem Abschalten zunächst der analogen TV-Kanäle und dann der digitalen SD-Kanäle, man nicht mehr privat Fernsehen aufzeichnen und konservieren können wird. Wie geht das mit Fernsehsteuern zusammen?

Apropos Fernsehsteuer: Eine Seite davor (S. 101) liest man den Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger im Interview und kann am Ende drei bemerkenswerte Sätze festhalten: "ARD und ZDF werden akut mit einem Riesenproblem konfrontiert, das öffentlich bislang kaum zur Kenntnis genommen worden ist: Auf die Sender kommen enorme Pensionszahlungen zu. Schon vor Jahren hat ein leitender ARD-Mitarbeiter prognostiziert, im Jahr 2015 werde man kein Geld mehr fürs Programm haben, weil die Pensionen alles auffressen."

So trifft einen das Thema wieder, das Rüdiger Suchsland vor kurzem so pointiert in die Öffentlichkeit gestellt hatte. Auf Seite 24 dieser Ausgabe kann man die Programmkürzungen des Ö-R-Rundfunks dann schon im Detail nachlesen. Eine Seite weiter (25) dann die allenthalbene "Hoffnung auf den Rundfunkbeitrag", die allgemeine Rundfunksteuer.

Ich denke, ob nun mit KEF-Zahlen oder ohne: Hier ist etwas deutlich verborgen und soll möglichst auch so bleiben, weil keiner bislang einfache Antworten darauf hat, wie man einer institutionellen Verfestigung seit sechs Jahrzehnten kreativ begegnen kann, um aus etwas Altem und Überlebten etwas Neues und Lebendiges zu schaffen.

JP


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Sonntag, 16. Januar 2011

It's freedocumentaries.org time!

We Germans tend to say in a proverb: "America has it better!", at least the USA do have the DMCA law, the Digital Millenium Copyright Act -- which enables operation of websites like freedocumentaries.org -- where you can watch high-profile docs for free like Bowling for Columbine, Manufacturing Consent, Outfoxed, Sicko, Supersize Me, The Fog of War, The Corporation, The Origins of AIDS, Why we Fight, The Revolution Will Not Be Televised, The Road to Guantanamo, Enron and Prescription for Disaster - to name a few.

That is something we Germans would not dare to do, because we don't have the equivalent of the DMCA while we do have a totally different concept of copyright law descendence, presence and execution.

In their FAQ list those nameless individuals running freedocumentaries.org state:

"Do producers give you permission to show their films? --

We follow all copyright laws. We deal with streaming partners who handle all copyright issues. By imbedding films we can not legally be liable for any copyright infringement as stated by the DMCA. If you feel that your film is online without your permission, we will forward you to our streaming partners. When they agree that a copyright infringement has taken place, your film will be removed from our site."

and

"Can I get you to post a film? --

We are always open to film suggestions and recommendations. If you want to increase the chances that we watch and post the film, then you can post the film on Google Video and send us the link. In doing so, it's between you, Google and the film producers to ensure that no copyright infringement has taken place."

***

So so: hiding behind Google Video, hiding behind the behemoths.

Legally for them it's between "you, Google and the film producers". As long no one complains or demands removal from a third party streaming service (while avoiding limitations of Youtube's 10 min. max.) anything looks ok. If they have to put down one title in their listing, two new docs might pop-up afterwards. Is this really an incentive for producers to sell DVDs? How does the promised bright future of streaming services for money look like to producers while such websites are offering the best for free?

They suggest to users to donate 100 US$ one time or 10 US$ monthly to support them, but they pretend that they don't run this website -- basicly a curated listing -- for money.

My question would be:

How do indy film makers and indy doc producers feel about this?


JP

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Samstag, 15. Januar 2011

Wir können auch anders: Beipackzettel für Buddhismus-Praxis und Sloterdijk-Gedanken

Diese Pressemeldung vom "Denkwerk Zukunft" möchte ich sehr gerne teilen und mitteilen. Sie scheint mir ein eindeutiges Indiz dafür zu sein, dass man "Spiritualität" nicht erzwingen kann und nicht instrumentell als Materialitätsersatz "aufoktroyieren" sollte, wenn man "Backfire" vermeiden will. Was das "Denkwerk Zukunft" anscheinend vorhat, würde ich als gelernter Magister-Religionswissenschaftler mit dem Begriff "Kurzschluß" kennzeichnen wollen. Oder anders formuliert: ich halte diese Assoziation für gefährlich und erinnere an das heute bereits im anderen Beitrag zitierte Panikkar-Schnelting-TV-Gespräch von 1988. -- Ansonsten müsste ich nicht nur den Herren Miegel und Sloterdijk mal einen Vortrag über die gestaltungsmorphologischen Wirkungskräfte und mythologischen Wirkungsmächtigkeiten von Neptun, Chiron, Uranus, Jupiter, Eris sowie Pluto halten. Wer nicht an Revidierte Astrologie glaubt, wird sich dann aber die inneren Ohren zuhalten wollen. quod erat demonstrandum.

JP


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Sperrfrist: Samstag 15. Januar 14.00 Uhr

Berlin, 15. Januar 2011

Pressemitteilung

Wir können auch anders sein!

Unter dem Titel "Weichen stellen. Wege zu zukunftsfähigen Lebensweisen" fand heute die zweite Internationale Konferenz des Denkwerks Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung im Berliner Umweltforum statt.
Vor 400 Gästen referierten und diskutierten namhafte Konsum- und Hirnforscher, Religionswissenschaftler und Philosophen, wie der erforderliche Bewusstseinswandel zu zukunftsfähigen Lebensweisen bewirkt werden kann.

Der amerikanischen Konsumforscherin Juliet B. Schor zufolge ist die westliche Konsumkultur nicht mehr aufrecht zu erhalten, da sie Umwelt und Gesellschaft zerstört. Allerdings würde eine Verzichtsstrategie weder aus der Gesellschafts- noch der Umwelt- und Klimakrise führen. Die Lösung liege vielmehr in der konsequenten Nutzung vernachlässigter immaterieller Wohlstandsquellen: selbst machen statt kaufen, teilen statt für sich alleine nutzen und vor allem in soziale Beziehungen investieren.

Zu einem solchen Bewusstseinswandel sind die Menschen generell durchaus bis ins hohe Alter fähig. Voraussetzung hierfür, so der Hirnforscher Gerald Hüther, ist die Aktivierung der so genannten emotionalen Zentren und die damit einhergehende Freisetzung neuroplastischer Botenstoffe. Dazu müssten die vordergründig positiven Erfahrungen, die die Menschen bisher mit materiellem Konsum gemacht haben, durch positive Erfahrungen mit immateriellen Wohlstandsformen ersetzt werden.

Anregungen hierfür lassen sich beispielsweise im Buddhismus finden. Hier wird für abendländische Augen so manches sichtbar, was zu sehen sich viele entwöhnt haben. Wie Dasho Karma Ura, Präsident des Centre for Bhutan Studies und Initiator des bhutanesischen Bruttoglücksprodukts, ausführte, kann bereits tägliche Meditation über die Begrenztheit des menschlichen Lebens einen respektvolleren und verantwortlicheren Umgang mit Natur, Umwelt, Mensch und Gesellschaft bewirken. Je mehr sich die Menschen zugleich ihrer Abhängigkeit von anderen Menschen, aber auch Natur und Umwelt bewusst würden, desto nachhaltiger handelten sie.

Wie aber gelangen die Völker des Westens von dem was sie sind zu dem was sie sein müssten, um überleben zu können? Aus der Fülle der Gedanken des Philosophen Peter Sloterdijk bleibt festzuhalten: Einsicht in das Notwendige, sich bei aller Individualität auf Gemeinschaft hin öffnen und klären, was das ursprüngliche Ziel der Europäer war: Die Vision vom "reichen Leben".

Meinhard Miegel zufolge geht von der zweiten Internationalen Konferenz des Denkwerks Zukunft eine gute und eine schlechte Botschaft aus. Die schlechte: Viele haben heute kulturelle Prägungen, durch die sie ihre Lebensgrundlagen und die ihrer Nachfahren empfindlich beeinträchtigen und wo möglich sogar vernichten. Doch das bedeute zugleich - und dies sei die gute Nachricht - "Diese Prägung ist nicht zwangsläufig. Wir können auch anders sein!"

Für Fragen steht zur Verfügung:
Stefanie Wahl
Denkwerk Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung, Ahrstraße 45, 53175 Bonn
E-Mail: stefanie.wahl@denkwerkzukunft.de
Telefon: 0228 372044 oder 0172 5918936

Himmel und Erde

Die Dinge kommen wieder zusammen: Ein Wiedersehen des ZDF-Fernsehgesprächs zwischen Raimon Panikkar und Karl Schnelting aus dem Jahr 1988 (ESD: 04.12.1989), der Kurzfilm "Im Wind" über die brandenburgische Gemeinde Trampe von Volker Koepp (als Teil der '20x Brandenburg') und die ARTE-TV-Erstausstrahlung am gestrigen Abend von Christians Freis sehr nachdenklich stimmendem Dokumentarfilm "Space Tourists", der die Spannung des Lebens zwischen Abheben in den Himmel und der Rückbesinnung auf aller-einfachstes Erden-Dasein spannt. Sich in einer entfaltenden Endzeitstimmung noch ein paar schöne Tage im All erkaufen zu wollen, das hat schon was.

Und dann die technischen Betriebsfette im Viehfutter, der Biodiesel im Eidotter, ein großer Lebensmittelskandal um Dioxin in Ei und Fleisch, aber mehr noch, ein Skandal der Größe, der Skalierung und der modalen Trennung des Zusammengehörigen, betrieben durch Effizienzvorstellungen, Zentralisierung, Monokultur, Profitgier und Größensucht. Holistisches Leben bedeutet, dass Viehfutterproduktion keine solche mehr sein soll und nicht von der Viehhaltung der Haus-Tiere getrennt sein soll. Große Fehler dürfen nur kleine Folgen haben, statt umgekehrt. Der Gutshof als Allmende für Mensch, Tier und Pflanzen brauchte die Viehfutterproduktion nicht auslagern und beschäftige zudem eine Vielzahl an Menschen in unterschiedlichen Funktionsbereichen.

Da können Vorstellungen von einem neuen "Gleichstromnetz", einem "smart grid", nur von gleichem Kaliber sein: verblendete Effizienzvorstellungen, Profitgier und Größensucht lassen jede plumpe Ideologie im rechten Licht so genannter ökologischer Lebensweise erscheinen. Windräder sind eine tolle Sache, wenn sie in verträglichen Größenformen einem die Winddimension anschaulich machen können; sie werden zur Plage, wenn sie als "Farm" in Tiefflughöhe für Mensch und Tier bedrohlich dröhnen und drohen. Je höher der metallische Mast und die Flügel, desto größer der Rost der Verrottung -- und der abzuziehende Energieaufwand, dem für eine gewisse Zeit noch Einhalt zu gebieten. Unsere Windparks werden binnen kurzer Zeit auch wie das 'Kosmodrom Baikonur' aussehen. Solarpanels produzieren Strom und Wärme. Kleine Solarpanels produzieren wenig Wärme, "Solarparks" hingegen heizen das Klima auf.

Für ein holistisches Leben benötigt man kein "Gleichstromnetz", keine "Windparks" und auch keine "Solarparks", sondern die Energieerzeugung vor Ort im menschlichen Maß und einen Energieverbrauch, der nicht mehr Strom ziehen möchte, als vor Ort erzeugt werden kann. Das sind die Lehren aus den Erkenntnissen der 1970er- und 1980er-Jahre, die alle sehr aktuell wirken, weil im Grunde 30 Jahre in der gesellschaftlichen Entwicklung verschlafen wurden -- und die alten Konzepte in neuem Gewand des Größenwahns und in der groß-industriellen Anwendung vor allen Dingen eins sind: ziemlich unverträglich, wenig zuträglich und nicht sehr lange vorhaltend, unnachhaltig. Die vermeintliche Wende weg vom Öl und hin zu "regenerativen Energietechniken" ist ein Riesenrückschritt, wenn er so betrieben werden soll, wie er derzeit von der politischen Klasse in ihrer derzeitigen Organisationsform geplant und von der bisherigen Wirtschaftsstruktur umgesetzt werden sollte. Der Wettlauf zwischen der Zerstörung durch "Rettungstechnologien" und der Zerstörung der Weltwährungen bleibt derweil bislang noch offen. Man weiß nicht, was man eher herbeisehnen soll.

Aus all diesen Gründen sehe ich derzeit sehr gerne mir nach wie vor als bedeutend und signifikant erscheinende Gesprächssendungen des Fernsehens aus den 1980er-Jahren wieder an: als der eintreffende Segen des Videorekorders eine Zeitmaschine der Erinnerung für Bewegtbild und Tonwiedergabe in Gang setzte. In einer Zeit, bevor die Monokultur der "Talkshows" die Show vor den Dia-Log setzte.

JP

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Montag, 10. Januar 2011

Wer soll "qualitatives Wachstum" kontrollieren?

Die Zwischenrufe von Meinhard Miegels "Denkwerk Zukunft", eine Art aktuelle Adaption von Robert Jungks weitsichtigem 'Zukunftswerkstätten-Modell, sind immer prächtig zum Zähneausreißen. Meine Fragen zum jüngsten "Denkanstoß" und in Richtung "Denkwerk Zukunft" wären etwa:

Wer soll "qualitatives Wachstum" kontrollieren?

Und wer schickt sich selbst in Positionen, den Wandel von quantitativem Wachstum zu qualitativem Wachstum zu kontrollieren?

Wie verhält sich die alte Machtelite, damit sie auch die neue Machtelite unter neuen Bezugsrahmen und in neuen Kontexten sein kann?

http://www.denkwerkzukunft.de/index.php/aktivitaeten/index/Zwischenruf-Jan-11

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/viele-branchen-werden-sterben-und-schei...

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/global-warm...

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/bevoe...

JP

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Sonntag, 9. Januar 2011

Verfall der Infrastruktur in Deutschland

Mir ist das bereits kurz vor Weihnachten aufgefallen, als man in der NYT lesen konnte, dass der örtliche, das öffentliche Leben kurzfristig lahm legende, Riesen-Blizzard nun auch wenigstens eine positive Seite hätte: für 10 oder 20 US-Doller könne man sich von zahlreichen, sich auf den Straßen anbietenden, Jobsuchern binnen kurzer Zeit sein Automobil aus den Schneemassen freischaufeln lassen. Schneefall als arbeitsbeschaffende Maßnahme in Eigenregie.

Der Vergleich zum Ausfall der Berliner S-Bahn lag auf der Hand: Hier würde sich keine Heerschar an improvisierenden MiniVan-Fahrern finden; wir sind doch in Deutschland! Bei uns geht so etwas gar nicht, denn so etwas wie Improvisieren ist verboten. Steht in allen Gesetzen und Durchführungsvorschriften. Wo kämen wir da auch hin, wenn jeder plötzlich über Nacht 'mal eben Personentransportunternehmer werden könnte, nur weil der ÖPNV zusmmengebrochen ist!

Der Verfall der Infrastruktur in Deutschland, die Anglo-Amerikanische Krankheit also, wird zunehmend zur Herausforderung für's Improvisieren hierzulande, während der Staatsregulierungswahn weiterhin sich auf der Wirtschaftswunderstraße der 1950er-Jahre wähnt, bei 1,6 Millionen gegenwärtigen Beamten mit ungedecktem Pensionsanspruch-in-spe. So war mir bislang unbekannt, dass ein Beamter nach nur fünfjähriger Dienstzeit bereits Anspruch auf eine Mindestpension von 1365 Euro hat, pro Monat! -- Wohl genau die 700 Millionen Euro, die jährlich zur Beseitigung der Schlaglöcher fehlen. Die Entscheidung "Schlagloch-Beseitigung" ODER "Mindestpension" möchte ich künftig aber besser nicht fällen müssen. Ich bin sehr gespannt, wie das Schlagwort der "Schönwetter-Demokratie" aus den 1970ern und 1980ern sich zu politischen Unwetterzeiten der 2010er- und 2020er-Jahre anfühlen wird.

Das politische System in nationalstaatlicher Größenordnung passt (ob nun mit wirtschaftlicher Globalisierung oder ohne) schon jetzt nicht mehr auf die sich kleinteilig darbietenden Verfallserscheinungen der technischen Zivilisation, weil die GRÖSSE der Struktur bereits den erwirtschaftbaren Ertrag verbrennt, bevor er noch überhaupt produktiv eingesetzt werden kann. Heißt: Wir können uns weder die Schlaglochbeseitigung, noch eine funktionierende BUNDESbahn, geschweige denn eine Beamten-Mindestpension überhaupt noch leisten, es sei denn durch staatliche Zwangsmaßnahmen der bisherigen Struktur zum Strukturerhalt -- seien sie auf politischer, wirtschaftlicher oder eben repressiver Ebene. Das ist keine gute Aussicht.


Wie gut, dass diese Ungleichgewichte inzwischen auch Anderen auffallen, so zum Beispiel Ulrike Sosalla von der FTD

http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:ulrike-sosalla-leben-nach...

oder Dorothea Siems bei Welt-Online.

http://www.welt.de/finanzen/altersvorsorge/article12046289/Auf-die-Steuerzahl...


JP

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Dienstag, 4. Januar 2011

Announcing "Globians Doc Fest Halle 2012 Audiovisual Anthropology"

The festival administration of the German GLOBIANS DOC FEST series announces "GLOBIANS DOC FEST HALLE 2012 Audiovisual Anthropology" as a second branch of the Globians Doc Fest documentary film festival series for April 20-22, 2012. A call for submission has been opened and publicized to documentary film makers, directors, producers and academic anthropologists as of today.

Withoutabox.com as the exclusive international submission partner of the Globians Doc Fest series with its Online Film Festival Submission System is accepting online submissions for "GLOBIANS DOC FEST HALLE 2012 Audiovisual Anthropology" starting today. As an incentive to independent film makers, no submission fees will be requested for festival submissions to "GLOBIANS DOC FEST HALLE 2012 Audiovisual Anthropology" until January 10th, 2011 [on Pacific Standard Time, (PST), UTC−8]


ABOUT THE FESTIVAL

In 2012 Globians Doc Fest Berlin will be starting-up a second and independent festival venture in the German city of Halle on the Saale river. HALLE is a very old city and was first mentioned in the year 806. It's a city of culture and made an early fortune with harvesting of salt. The city played also an important role in Martin Luther's Reformation. The Giebichenstein Castle (961), the Red Tower (1418) and the Moritzburg palace (1503) may provide a brief impression of history's visual presence in today's local life.

The programming of 'GLOBIANS DOC FEST HALLE 2012 Audiovisual Anthropology' will be curated independently from the Berlin world+culture festival venture. While Globians Doc Fest Berlin already toured through Germany in 2010 (when we brought a festival visit to the renowned "Linden-Museum" of Stuttgart), our HALLE spin-off will even further focus on bridging the world of world+culture documentaries as an art form with the sphere of academic research in the fields of Audiovisual Anthropology. We feel that this is a very substancial connection to strike on both sides of audiovisual documentarism.

The city of HALLE, with a population of about 232,000, is one of the major and preeminent centers of academic anthropological research in Germany: The University of Halle was founded in 1694. It is now combined with the University of Wittenberg and is called the Martin Luther University of Halle-Wittenberg. Together with the "Seminar für Ethnologie", the Graduate School Society and Culture in Motion, the city is also home to the Max Planck Institute for Social Anthropology. The German Academy of Sciences Leopoldina of Halle is one of the most respected scientific societies in Germany.

Hence, our HALLE festival progamming will be more focused on "social anthropology" subjects, topics and methodics. However, our "wild mix" in festival programming proacting for a consciousness enabling a sustainable future of planetary life will prevail. We want to bring our Berlin mood of GLOBIANS also to the city of HALLE. And by this we intend to maintain our range of documentary subjects, proved by the Globians Doc Fest series since 2005: world cultures, sub cultures, social change, local persistence, craftmanship, visual arts, music, theater, gender, myths, religion, knowledge, rural life, urban issues, the globalization process, barter concepts, wholesome technology, equilibrium dynamics, time as experience, the wisdom of plants, animals and species, healing, nature and mind, spirit.

We feel that HALLE as a city of culture will truely fit to the 'Globians way of life': In the past Halle was a centre of German Pietism and played an important role in establishing the Lutheran church in North America. Famous Baroque composer Georg Friedrich Händel was born in Halle on 23 February 1685, and lived in the city for 17 years. German writers such as Heine, Eichendorff, Schleiermacher, Tieck and Novalis established the town as one of the centers of the German Romanticism. Johann Wolfgang von Goethe was seen often in town as a guest of his close friend Johann Friedrich Reichardt. Today, HALLE features a vibrant scene of modern art and alternative life styles. The German National Foundation for the Arts and Culture is located in town as well as the broadcasting center of public radio for Central Germany plus several research centers for new media. A vibrant city for demanding documentaries.

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GLOBIANS DOC FEST BERLIN 2011
Globians world+culture Documentary Film Festival Berlin
August 12-17, 2011

GLOBIANS DOC FEST HALLE 2012
Audiovisual Anthropology
April 20-22, 2012

www.globians.com

Facebook:
www.facebook.com/globians

The direct submission link at Withoutabox.com
for GLOBIANS DOC FEST BERLIN 2011:
https://www.withoutabox.com/login/3821

The direct submission link at Withoutabox.com
for GLOBIANS DOC FEST HALLE 2012 Audiovisual Anthropology:
https://www.withoutabox.com/login/8690

Festival Curator:
Dr. Joachim Polzer

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Festival Administration Office / Projektträger:
Mentor des Wandels
Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung
(Mentor of Change NPO)

Postfach 60 13 61
D-14413 Potsdam, Germany
phone +49.331.279 76 62
email info@globians.com
Registernummer: HRB 21511 P

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Frohes, Neues Medien-Umbruch-Jahr 2011, Teil II: Filmfestivals im Web

Eine Kurzmeldung der NYT vom 3. Januar
http://www.nytimes.com/2011/01/04/movies/04arts-FRENCHFILMFE_BRF.html
berichtet von der Website
http://www.myfrenchfilmfestival.com/
als einem Versuch, das Vorübergehende und die Ereignisbezogenheit von herkömmlichen Film-Festivals auf den Webspace mit Streamingangeboten auszudehnen.
Dies dürfte der Strategie folgen, als Festivalbetrieb eng gezogene und zeitlich eingeschränkte Nutzungsrechte umzusetzen und bekannte Festivalstrategien (Feedback, Kritik, Diskurs und Awards) auch auf den Online-Bereich auszudehnen.

JP

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Montag, 3. Januar 2011

Frohes Neues Medien-Umbruch-Jahr 2011: Mrs. Piel und die Dokus ohne Kinopublikum

Das neue Medienjahr 2011 geht gleich gut los:

Mrs. Piel vom WDR hat der Berliner Zeitung ein Interview gegeben

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0103/m...

in dem sie mit "wenn/dann"-Überlegungen mehr oder weniger bereits ankündigt, als gebührenfinanzierte Institution gebührenpflichtige Apps verkaufen zu wollen. Kann man ihr vielleicht irgendwie dezent beibringen, dass schon so eine öffentlich angestellte Überlegung gar nicht geht und für den Weiterbestand der gebührenfinanzierten TV-Institutionen gefährlich werden kann?

Wenn das Fernsehen nicht mehr Fernsehen machen will, sondern Apps verkaufen, gegen Geld, dann braucht man auch kein Zwangs-Abo für Fernsehen mehr.

Mir kommen diese immer abstruseren Überlegungen immer deutlicher als ein Diskurs der institutionellen Existenzbedrohung vor: Wenn Fernsehen, wie wir es kannten, als Leitmedium verschwindet, was macht man dann mit den durch ihre und in ihrer Großstruktur viel Energie (= Geld) ziehenden Programmnetzen und Programmanbietern?

Umdeuten?
Umdefinieren?
Vorbeimogeln?
Umstrukturieren?
Koloniale Territorialausweitung?

oder doch besser: abwickeln, so wie man die DDR ökonomisch einst abgewickelt hat?

Auch Rüdiger Suchsland betreibt auf Telepolis weiterhin "ÖR-Watching", diesmal am Beispiel des ZDF und dessen Verhältnis, was eine Dokumentation oder ein Dokumentarfilm ist oder sein soll - sowie zu den Etatumschichtungen, die letztlich hochqualitativem Programm die Substanz entziehen, weil man bei gleichem Programmbudget statt einem nun vier Kanäle in Eigenregie bespielen will:

http://www.heise.de/tp/blogs/6/149014

Ich meine, was sind das für Verhältnisse geworden, wenn die Feuilletonisten jetzt ständig in Richtung ÖR rufen: "Keinen Schritt weiter!"

Die NYT hat derweilen die ökonomische Kinobilanz des USA-Kinojahrs 2010 gezogen und kommt zu dem Schluss, dass Dokumentarfilme im US-Kino (wieder) auf Marginalitätsniveau abgesunken sind (auch dort also der Großtrend "buffo") - dass sich allerdings die Distribution von Dokumentarfilmen stärker auf Video-on-Demand-Modelle verlagert, die nicht notwendigerweise nur im Web, in "walled gardens of the Internet", sondern auch bei Kabelfernsehanbietern funkionieren; zumal neue Promotion-Modelle für Docs wie SnagFilms mit dessen SummerFest im Onlinebereich auftauchen:

http://www.nytimes.com/2011/01/03/business/media/03docs.html

http://www.snagfilms.com/films/press/snagfilms_summerfest_2010/


JP

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Kammerspiele Kleinmachnow

Im Berliner Vorort Kleinmachnow im Speckgürtel hinter der Stadtgrenze -- bekannt u.a. für die eBay-Deutschlandzentrale in Dreilinden, einen hohen Anteil von Ein- und Zweifamilienhäusern und auch für umfassenden Einwohnertausch durch Restitutionsansprüche -- gilt es, das einzige und ehemalige Kino der Gemeinde wieder neu zu beleben: die Kammerspiele Kleinmachnow.

In der Potsdamer Lokalpresse konnte man zu dem Thema in den vergangenen Monaten häufiger Berichte entnehmen.
Darunter zuletzt diesen:

http://www.pnn.de/pm/361798/

Dass sich eine Gemeinde von knapp 20.000 Einwohnern ein Kommunales Kino leisten möchte, das von Filmliebhabern betrieben werden soll, ist schon etwas besonderes an und für sich. Von einer Filmuniversität Babelsberg oder den sonstigen Museen für Film, Medien und 'Gedöns' war bei dieser Rettungsaktion jedenfalls bislang keine Spur zu finden. So eine Revitalisierungsaktion bleibt damit einer lokalen Kino-Bürger-Initiative vorbehalten, einer Graswurzelvereinigung und -bewegung an Kino-Bürgern, zumal der wirtschaftliche Betrieb selbst bei einer Kommunalisierung der Immobilie in Form eines Kinobetriebskonzepts eine echte Herausforderung werden dürfte.

Es gehört wohl die gemeinsame Erfahrung von Mangel, Abstand zum Gravitationszentrum und lokaler Überschaubarkeit von Verhältnissen dazu, ein solche Bewegung überhaupt in Gang zu bringen. In Berlin scheint es dabei sowohl am Mangel, am Abstand zu Gravitationszentren wie auch an der Überschaubarkeit von Verhältnissen zu fehlen. Doch auch in Stuttgart hat sich ein Kommunales Kino des Kino-Bürger bislang noch nicht wieder gefunden.

JP

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Freitag, 31. Dezember 2010

Abgänge und Verabschiedungen 2010

Publizistisch bleibt für die Reststunden dieses Jahres noch eine Liste mit den Verlustanzeigen und den Abgängen für 2010 zu erstellen: kein Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit viel Zuneigung zu den subjektiv vermissten Lieblingen.

Zu trauern galt es dieses Jahr im Bereich der Filmproduktion zum Tod von:
Arthur Penn
Blake Edwards
Eric Rohmer
Claude Chabrol
Werner Schroeter
Joseph Strick, u.a. Regisseur von "Ulysses" und des "Wendekreis des Krebses"
Ronald Neame, UK-Allround-Regisseur
Irvin Kershner
George Hickenlooper
Corey Allen
David L. Wolper, Produzent u.a. von "Roots"
Robert F. Boyle, Produktions-Designer
Dede Allen, Editorin
Sally Menke, Editorin und rechte Hand von Tarantino
William Lubchansky, DOP
William A. Fraker, DOP
Irwin Rosten, US-Dokumentarfilmer
Peter Brunette, Filmpublizist
Abschied nehmen hieß es um folgende Schauspieler:
Jean Simmons
Tony Curtis
Dennis Hopper
Jill Clayburgh
Peter Graves
Liam Nielsen
Pernell "Bonanza" Roberts
Simon MacCorkindale, "Tod auf dem Nil"-Darsteller
Peer Schmidt
Dagmar Altrichter, sonore Synchronstimme
Heidi Kabel
Heinz Weiss
Frank Giering
Bruno S.
Petra Schürmann
Die Berliner Kinoszene vermisst nun:
Walter Jonigkeit
Bei den technischen Pionieren starben 2010:
H. Edward Roberts, der Mentor des MITS Altair, mit dem die Heimcomputer und PCs anfingen
Max Palvesky, Computer-Pionier bei Bendix, Packard Bell und SDS
Fritz Sennheiser, der Sennheiser von Sennheiser
Walter Haeusermann, NASA-Raketenbauer
Im deutschen Fernsehen fehlen nun folgende Stimmen, Profile und Gesichter:
Dieter Meichsner
Rüdiger Proske
Horst Jaedicke
Lothar Loewe
Gerhard Lenz
Hans-Joachim Rauschenbach
An deutschen Radiostimmen, vor allem im "wilden Süden", starben 2010:
Fred Metzler
Günter Freund
Heinz Siebeneicher
Die Kunst-, Design- und Architekturwelt trauerte um:
Ernst Beyeler
Sigmar Polke
Nicolas Hayek
Günter Behnisch
Im Bereich der Fotografie starben:
Dennis Stock
Herman Leonard
Hannsheinz Porst
Bei den Forschern, Publizisten, Schriftstellern und Poeten wird die Liste wieder länger:
Harry Mulisch
Thomas Harlan
Raimon Panikkar
Hermann Scheer
Katharina Rutschky
Erich Segal
J. D. Salinger
Peter Orlovsky, auch Muse von Allen Ginsberg
Howard Zinn
Alice Miller
Benoît Mandelbrot
Swetlana Geier, "die Frau mit den fünf Elefanten"
In den Bereichen 'Society', Politik und Zeitgeschehen hieß es Abschied nehmen von:
Elisabeth Noelle-Neumann
Knut Hauglang, einer der "Helden von Telemark"
Hanna-Renate Laurien
Juan Antonio Samaranch
Fritz Teufel
Christoph Schlingensief
Gerold Becker
Theo "Aldi" Albrecht
Bärbel Bohley
Oswald Kolle
Thomas Fuchsberger
Loki Schmidt
Bob Guccione, "Penthouse"-Gründer
Richard Holbrooke
Alexander Haig
Nestor Kirchner
Und schließlich trauerte man um folgende Musiker, Komponisten, Dirigenten und Präger von Ballett und Oper:
Henryk Gorecki
Erwin Lehn
Peter Herbolzheimer
Otmar Suitner
Charles Mackerras
Wolfgang Wagner
Anneliese Rothenberger
Joan Sutherland
Lolita
Maria Hellwig
Peter Hofmann
Bobby Farrell
Mitch Miller, der US-amerikanische "Gotthilf Fischer"
Walter Sear, Tonstudiobetreiber in NYC
Arnold Spohr, Gründer und Intendant des Royal Winnipeg Ballett
Lena Horne
Hank Jones
Bill Dixon
Abbey Lincoln
Gregory Isaacs

JP
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Donnerstag, 30. Dezember 2010

Franz Stadlers Last Picture Show

Nicht nur das Berliner Blatt "B.Z.", sondern auch die taz berichtete von der Betreiber-Übergabe des Berliner Filmkunst 66 (und 66 1/2) von den Stadlers an Regina Ziegler und ihre Tochter:
http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/rollenwechsel-im-filmkunst-66/

In der Tat muss es eine Herzensangelegenheit gewesen sein, sein Haus nicht an die 'üblich Verdächtigten' übergeben zu müssen, um das Lichtspieltheater in seinen beiden Sälen mit einigermaßen Stil weiterführen lassen zu können.

Ein weiteres filmemacherundproduzenten-betriebenes Kino (wie auch das Toni durch Michael Verhoeven) ist für Berlin grundsätzlich sehr zu begrüßen. Ein weiterer Lichtblick für das zu Ende gehende Kinojahr 2010.

JP

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Kompliment an Mr. Steeds neue Stimme in Schwarz-Weiß !

ARTE spendiert zum 50. Jubiliäumsjahr derzeit eine neu-synchronisierte Erstaufführung der Staffeln 1 - 3 von "The Avengers" (bzw. 'was vom Tage übrig blieb'):

http://www.arte.tv/de/film/Mit-Schirm-Charme-und-Melone/3553048,CmC=3568612.html
http://www.arte.tv/de/film/Mit-Schirm-Charme-und-Melone/3553048,CmC=3555576.html

So heikel späte Neu-Synchronisationen mit neuen Sprecherstimmen oder gar Sprecherwechsel (wie im Falle Gerd Martienzen/Louis de Funès oder Mandfred Schott/Dustin Hoffman) auch sind, diese Neusynchronisation durch die "hs Hamburger Synchron" ist wirklich hörenswert, nicht nur wegen ihres liebevollen Umgangs in Sachen Stimmenauswahl, Stimmspiel und Intonation (im auch gerade dort nachwirkenden und spürbaren 'Faible', wir Deutschen seien in Wirklichkeit die besseren Briten), sondern ist auch deswegen höchst hörenswert, weil die Tonmeister der 'hs' an ihren EQs so kreativ herumgedreht haben, dass die Neusynchro der Stimmen nach Schwarz-Weiß-TV klingt. Also nicht nach Kino-Lichtton mit Knistern und nicht nach digitalem Pappstudio, sondern nach Schwarz-Weiß-TV aus der Magnetepoche der analogen Elektroära. Da muss man erst mal drauf kommen: Mein Kompliment, Herr hs-Toningenieur, so machen deutsche Synchros Spass!

JP

Das Kinojahr 2010 und die Berliner Bikini-Wandlung

Wie man heute der Berliner Zeitung
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1229/b...
und der Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1494670/Letzter-Vorhang-fu...
entnehmen kann, schließt heute der Berliner Zoo-Palast seine Pforte für einen Komplett-Umbau der gesamten Zoo-Spange (bis zum blauen Kugelexkino) unter dem neuen Motto "Bikini Berlin".

Dass zumindest Teile dieses "Kino-Landmarks" bzw. überhaupt öffentliche Formen von KINO dort erhalten bleiben durften, scheint eine letztlich glückliche Fügung zu sein, zumal nach Fertigstellung des Umbaus ab voraussichtlich 2012 Hans-Joachim Flebbe neuer Pächter des Kinos geworden ist. Allerdings darf man fragen, wie eine Raumqualität und die entsprechende Leinwanderfahrung erhalten werden kann, bei der das Auditorium im Hauptsaal von 1.700 Plätzen auf 850 schrumpfen muss; spannend auch, was vom "Atelier am Zoo" letztlich übrig bleiben wird und wie man sich dann eines der sieben neuen Zoo-Palast-Kinos mit 50 Plätzen vorstellen darf. Wenn das alles noch Herr Knapp, mit dem ich 1983 mal telefonierte, mitbekommen hätte (vor allem die 17 Jahre Zoo-Palast unter UCI!)…

Obwohl noch gut zwei Jahre in der Zukunft: Welches Kinobetriebskonzept wird für das neue Zoo-Kinoensemble tragfähig sein, so schräg gegenüber der Astor Kino-Lounge? - Und wie wird sich die Charlottenburger Programmfarbe unter Flebbe entwickeln, gerade im neuen Kino-Großtrend des "buffo", den Jan Schulz-Ojala in seinem Rückblick auf das deutsche Kinojahr 2010 im Berliner Tagesspiegel konstatiert?
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ein-ungewoehnliches-kinojahr/3683266.html

Im Vergleich dazu die beiden US-Kino-Jahresrückblicke von MANOHLA DARGIS unter dem Titel
"The Revolution Is Being Shot on Digital Video"
http://www.nytimes.com/2010/12/19/movies/19dargis.html
und von STEPHEN HOLDEN (Titel: 'Motivators of 2010: Technology and Greed"') in der New York Times:
http://www.nytimes.com/2010/12/19/movies/19holden.html

Jedenfalls scheint die große 3D-Umstellungswelle des Kinos und seiner Filme zum Jahresende 2010 unterbrochen zu sein, zumindest bis zum nächsten 3D-Kinokassenschlagertitel und bis man auf der Berlinale 2011 dann "Pina" von Wim Wenders präsentiert bekommt.

Für mich erstaunlich, dass der Filmstreifen in der Kinopraxis nach wie vor zu weiten Teilen im Einsatz ist -- und wie gut die Displayqualität von heimischen Flachbildschirmen mit 107-cm-Bildschirmdiagonale und mit einer Auflösung von 1080 x 1920 Bildpunkten für wenig Geld mittlerweile ist. Man darf also auf die Kinoentwicklungstendenzen in der neuen Dekade, in den 2010er-Jahren, gespannt sein.

JP

Sonntag, 12. Dezember 2010

Der Goldene Handschlag

Noch nie war das Lesen von Rundfunkbilanzen so spannend wie heute.

Denn: Rüdiger Suchslands Beitrag "Die Selbstabschaffung des deutschen Fernsehens" bei Telepolis vom 08.12.2010 mit dem Aufhänger einer Vermutung des Aufwands des Ö-R Rundfunkssystems für die Zusatz-Altersvorsorge seiner Mitarbeiter
http://www.heise.de/tp/blogs/6/148896
hat für ziemlichen Wirbel gesorgt.

So etwa bei Stefan Niggemeier in seinem BILDblog:
http://www.bildblog.de/26069/lolas-rente/

Nach dem Studium der KEF-Zahlen hat Rüdiger Suchsland seine ursprüngliche Vermutung in einer persönlichen Stellungnahme relativiert und bei der Prozent-Vermutung zurück genommen:
http://www.heise.de/tp/blogs/6/148922

Es sind nun doch keine 50 Prozent des Gebührenaufkommens, die zur Aufstockung des gesetzlichen Rentenaufkommens durch Betriebsrenten verwandt werden. Denn für 2010 sind dies lt. Suchsland gem. KEF ["Aufwendung für die Altersversorgung der Rundfunksanstalten" (S.85)] doch nur 570 Millionen Euro (brutto) als Gesamtbetrag [für ARD, ZDF und DRadio], was angeblich lt. Niggemeier gem. KEF nur 5 Prozent des Gebührenaufkommens seien. Nimmt man den den Niggemeierschen Ansatz und zudem den Dreisatz zu Hilfe, dann würde das Gebührenaufkommen bei 11 Milliarden und 400 Millionen Euro liegen. Tatsächlich liegt die Prognose des KEF für 2009 - 2012 aber bei 33.804 Millionen EURO, also bei rund 8.451 Millionen EURO an Gesamteinnahmen pro Jahr der Periode. Prozentual liegt damit der Aufwand für Altersvorsorge, bezogen auf die Gesamteinnahmen, bei knapp 7 Prozent. Gesamteinnahmen beinhalten allerdings Werbeerlöse. Daher liegt der Aufwand für Altervorsorge bezogen auf die Gebühreneinnahmen wohl höher als 7 Prozent.

Allerdings kippt das Bild, wenn man die aktuellen Aufwendungen für Personalkosten mit den Aufwendungen für Altersvorsorge vergleicht.

Denn es stehen 1.666 Millionen Euro an Personalkosten (ohne Altersvorsorge) [lt. 17. KEF-Bericht, für 2009 - 2012, zitiert von Suchsland] für vier lange Jahre 553 Millionen Euro an Altersvorsorge für ein Jahr (bei ARD+ZDF) gegenüber. -- 416,5 Millionen Euro pro Jahr an Personalkosten gegenüber 553 Millionen Euro an Altersvorsorge. -- Das heisst also: die Altersvorsorge ist höher als die aktuell zu erbringenden Personalkosten.

Der so offensichtlich in KEF-Berichten schlummernde Skandal ist also nicht die falsche Annahme, dass vom Gesamtgebührenaufkommen angeblich rund 50 Prozent in Altersvorsorgeleistungen gingen; -- das, was zu der Disput zu Tage brachte, ist also die Tatsache, dass die Vorsorgeleistungen höher sind als die aktuellen Aufwendungen für Personalleistungen.

Und damit stimmt allerdings aber die Annahme, dass Altlasten aktuelle Produktivspielräume drastisch und erheblich einschränken, was eben zu "cheap programming" führt. Denn das Budget von knapp über 80 Millionen Euro an "Programmbedarf" pro Jahr ist für die vielen Vollprogramme von ARD und ZDF (ARD, ZDF und digitale Spartenkanäle, KiKa, Phoenix, 3SAT, 3. TV-Programme der einzelnen ARD-Anstalten, gesamtes ÖR-Radio) wirklich nicht besonders viel, gerade beim vorherrschenden Programm-Outsourcing-Druck.

Insofern war Rüdiger Suchslands Beitrag diskurs-anregend und sehr zu begrüßen.

Mit Leopold Kehr würde ich sagen: der Bezugsrahmen ist von der Skalierung her zu groß, weil der zunehmende, systemische Verwaltungs- und Vorsorgeaufwand die Produktivität seiner Einzelkomponenten insgesamt zu ersticken droht. Man könnte es auch so formulieren: Die in den 1950er-Jahren konzipierten Fernsehtheater-Anstalten mit angeschlossener E-Kamera, Werkstätten und Hausmeister wirken in ihrer vollen Ausdifferenzierung nach rund 50 - 60 Jahren inzwischen in einer rundherum parzellierten Medienlandschaft seltsam deplatziert, aus einer anderen Zeit.

Wenn man nach vorne denken möchte: Wie sähe ein "public broadcasting" auf der Höhe der Zeit eigentlich aus, gerade in seiner institutionellen Basis?

JP

Samstag, 11. Dezember 2010

Spielsucht beim Kinderkanal

Was fällt dem erfahrenen Kenner der Kölner Verhältnisse eigentlich zum Thema "Spielsucht bei Tochtergesellschaften von Rundfunkanstalten" ein?


http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~EC382EB412FC64B0...

JP

Damals: "Auf der Suche nach der Welt von morgen"

Als in den 1960er-Jahren die Welt noch eine Zukunft hatte und diese aufregend zu werden drohte, auf dass man sich unbedingt auch mit den Mitteln der Fernsehdokumentation damit beschäftigen musste, da war man "Auf der Suche nach der Welt von morgen". Autor dieser TV-Reihe des NDR mit insgesamt 82 Folgen (gesendet über einen Zeitraum von 25 Jahren, 1961 – 1986) war Rüdiger Proske, der kurz vor Vollendung seines 94. Lebensjahres am 10.12.2010 nun verstarb. Für die technisch-soziale Zukunftsforschung und ihre publizistische Aufbereitung im Nachkriegs-Westdeutschland war Proske neben Robert Jungk die prägende Gestalt. Schon damals in den 1960er-Jahren funktionierte der Medienverbund TV/Buch übrigens erstmals prächtig.

Was der Wikipedia-Artikel über Proske allerdings verschweigt, das ist die "Lex Proske", die eigentlich in keiner Geschichte des Öffentlich-Rechtlichen deutschen Rundfunk-Fernsehens fehlen darf, zum Thema "wie man sich damals als Freier Mitarbeiter seine Pensionsansprüche sichern konnte".

Die Verfügbarbkeit aller Folgen von "Auf der Suche nach der Welt von morgen" wäre wünschenswert, ein 'Zukunftstraum' -- so muss man sich derzeit mit einer geteilten Phoenix-Wiederholung von Folge 18 ("Das Jahr 2000", eine 'Untersuchung von Rüdiger Proske') auf Youtube.com als Muster und zur Anschaulichmachung des Sendungsformats behelfen.


Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rüdiger_Proske

JP

WikiLeaks, nochmals

Welche Haltung nimmt man zum oktroyierten "WikiLeaks"-Phänomen ein?

Zum gegenwärtigen Phänomen der "WikiLeaks" wird derzeit ja allerorten reflektiert und theoretisiert.

Zum Beispiel hier:

http://www.eurozine.com/articles/2010-12-07-lovinkriemens-en.html

auf deutsch hier:

http://www.fr-online.de/kultur/debatte/die-anarchie-der-transparenz/-/1473340...

und als Antwort darauf hier:

http://cryptome.org/0003/wikileaks-six.htm

Unter'm Strich wird durch die "Diplomatic Cables" das außerordentlich hohe Niveau US-amerikanischer Diplomatie dokumentiert und zwar unter Umgehung einer üblichen Sperrfrist von 40 Jahren, wie man es heute der NYT am Beispiel von Eisenhowers Abschiedsrede von 1961 zur begrifflichen Entstehung des "industriell-militärischen Komplexes" online entnehmen kann:

http://www.nytimes.com/2010/12/11/us/politics/11eisenhower.html


Darauf reagiert die US-amerikanische Staatsraison ganz unbeherrscht, etwa so, wie man es gerade am Beispiel Chinas in Oslo verfolgen konnte:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article11549982/China-fuehrt-den-Kampf-...


Statt leerem Stuhl gab's eben leere Bankkonten:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33802/1.html


Wenn das Ziel der wiederholten Aktionen allerdings das Desavouieren, Bloßstellen und Beschädigen demokratischer Institutionen in den USA gewesen sein sollte, dann waren die bisherigen Aktionen als Provokation ein voller Erfolg. Es fragt sich nur: von wem veranlasst und von wem durchgeführt?


Im ganzen Diskurs um WikiLeaks fehlt mir bislang nämlich die Dimension der Handwerklichkeit:
Wie hat man sich den Datenraub also ganz praktisch vorzustellen?

1. Ein Eindringen mit Root-Rechten ins Allerheiligste des US-amerikanischen Außenministeriums, um die Datenbankinhalte samt Anwendungssoftware datentechnisch zu überspielen, um sie auf einem anderen Rechner neu zu installieren, damit man dann GB um GB in TB-Größenordnung in Ruhe "auswerten" kann -- und das ohne Spuren zu hinterlassen?

Möglich, aber wohl kaum durch 16-jährige Hobby-Hacker. Das klänge eher nach Profi-Teams, die den ganzen Tag wohl nichts anderes machen, als das - und die dafür auch die technische Infrastruktur der Kollaboration besitzen. Und über die Nachschlüssel, notfalls physisch auch ohne Datennetz an Daten gelangen zu können: Abschalten, vorübergehende technische Störung, lokale Überspielung, Wiederanschalten, Nichtsgewesen...

Oder aber die Außenamtsinhalte werden "aus Sicherheitsgründen" grundsätzlich gespiegelt, bei den "Sicherheitsbehörden".

2. Eine andere Möglichkeit: durch Joker und Skripte Massenabfragen der entsprechenden Datenbank(en) via Intranet zu starten, auf das eben möglichst viel im eigenen Netz hängen bleibt. Auch das eine Möglichkeit, wohl aber kaum ohne Spuren zu hinterlassen, die gerade bei zu viel "Asterisks" und anderen Jokern eigentlich ein Monitoring sofort hätte stoppen müssen und können, und die den Spuren der Datenlecks hätte nachgehen müssen. So sind es eben die bösen "anonymen" Hacker gewesen. Wo sind eigentlich die Logfiles des Datenraubs?


Wenn man (1.) ausschließt, weil es ja keine stärkere Parallelmacht als die demokratischen Institutionen im Staate gibt und überhaupt geben kann, dann bleibt Variante (2.) übrig. Dummerweise stellt sich damit dann seit 2001 ein weiteres und bereits sehr bekanntes, vertrautes Phänomen wieder ein: Pleiten, Pech und Pannen. Alle, die es hätten wissen können, haben versagt und die Bösen sind schuld.

Oder anders formuliert: das Weiße Kaninchen ist wieder da! Das Weiße Kaninchen ist immer dann nützlich, wenn man es gerade instrumentell braucht und aus dem Ärmel ziehen kann -- und es hat auch einen Namen und heißt: Osama Bin Assange. Statt weißem Bart eben weiße Haare.

Statt - wie vermutet - 9/11-Material gab's diesmal also "Diplomatic Cables". Die Aufregung um Nichts ist groß, die Sensibilität des Kairos ist künstlich erzeugt, gut gedüngt und weit verbreitet; bereit für den finalen Schlag. Man sollte mental vorbereitet sein. Westerwelles erspähter Begriff der "Spätrömischen Dekadenz" war im Außenamt schon richtig erahnt, nur vollkommen falsch gezielt, irgendwie im falschen Kontinent. Denn hier wird bereits aus einer fallenden Lage heraus operiert. Pfründe, die man weiter behalten möchte, drohen verloren zu gehen, weil sie schon verloren sind. "Follow the money", sagte Deep Throat damals...

JP

Freitag, 10. Dezember 2010

Neue Kinoformen: 'Prima Cinema' und 'Secret Cinema'

Dass das Kinobetriebskonzept der "Astor Film Lounge" in Berlin durch Flebbe für mich lediglich eine Art 'Business-Class' darstellte, provozierte Fragen, wie mann sich denn eine "First Class" der Kinoerfahrung vorstellen könnte.

Seit einigen Tagen kann man das jetzt durch einen Bericht des 'Wall Street Journals' erahnen: Einstandpreis 20.000 US$ für die Geräte-Installation und 500 US$ pro Filmpremieren-Vorstellung, zeitlich parallel zur allgemeinen Kinobespielung durch öffentlich angekündigte Wochenprogrammierung.

Links:
http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704250704576005801366116290.htm...
http://www.primacinema.com/

Interessant wäre schließlich zu wissen, welche Rechte man sich bei "Prima Cinema" mit dem Obolus erkauft; wie offen also das Heimkino sein darf -- und wie man denkt, "lavish parties by invitation" zu beschränken, wenn keine Rechteübertragung stattfindet.

Der Übergang zwischen privatem Heimkino für Isolierte, SocialWebsite-Events "by invitation" und etablierten Kinos mit beworbenem Wochenprogramm dürfte damit bald fließend werden. Die aufziehende Bedrohung für das "Kino, wie wir es noch kennen" ist weniger eine der Piraterie, wie als Reaktion auf 'Prima Cinema' befürchtet, sondern eher eine der Konkurrenz durch neue Kinobetriebskonzepte.

Hanns-Georg Rodeks Kritik an "Prima Cinema" bei welt.de
http://www.welt.de/kultur/kino/article11510778/Kino-darf-nicht-zum-Luxusgut-v...
als einer Art "cinema for the riches" unter dem Titel "Kino darf nicht zum Luxusgut verkommen", denkt dabei viel zu kurz.

Denn die Gegenbewegung von den 'Graswurzelleuten des Kinos' arbeitet bereits fleissig, wie ich einem Bericht bei "Talking Pictures" auf BBC World Service TV im November entnehmen konnte: "Secret Cinema" als Internet-basierte Volksbewegung in UK - die Location machts!

Links:
http://www.casttv.com/video/thxa9st/secret-cinema-bbc-talking-movies-november...
http://www.secretcinema.org/

Das Kino des 21. Jahrhunderts wird gerade erfunden und es ist ein Experimentallabor sozialer Bewegung, sich Publika neu zu finden und sie zu erfinden.

JP

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Die Pensionslücke und das Gleich-Licht des Öffentlich-Rechtlichen deutschen Fernsehens

Rüdiger Suchsland hat heute in der eZine "Telepolis" einen Beitrag mit dem Titel "Die Selbstabschaffung des deutschen Fernsehens" veröffentlicht, der sehr lesenswert ist:
http://www.heise.de/tp/blogs/6/print/148896
Die Vermutung, dass vom Gesamt-Gebührenaufkommen bald deutlich mehr als 50 Prozent in Rentenleistungen an ehemalige Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgewendet werden muss, ist mir nicht neu; ich hatte bei den "Berliner Kinoperspektiven" bereits am 21. April 2009 unter dem Blogeintrag "Helmut Lehnert, Radio Multikulti und der Pensionslückenfonds" auf die vermeintliche und vermutete Pensionslücke im Ö-R deutschen Fernsehen hingewiesen, die dem Programmauftrag entzogen wird. Cay Wesnigk von der "AG Dok" hatte bereits vor einigen Jahren auf dem Branchentreff "Dokville" ebenfalls Vermutungen in diese Richtung angestellt.
Was dem Fernsehen als Medium unter dieser Bürde und den damit verbundenen Selbstauflösungstendenzen in der Programmleistung droht, ist schwierig einzuschätzen.
Es wird freilich irgendwann unausweichlich der Punkt kommen, an der man sich der Pensionsproblematik radikal stellen muss; und die vernünftigste Antwort könnte nur die Einführung einer steuerfinanzierten Grundversorgung in Aberkennung von ehemals höheren Pensionsversprechen sein.
Programmlich sollte man das Fernsehen den Redakteuren aus der Hand nehmen und Social-Web-seitenbasiert dem Publikum überantworten. Es kann dadurch nur besser werden; einfach auch durch die Tatsache begründet, dass die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen deutschen Fernsehens seine Vergangenheit ist, wie man an dem Füllhorn der DVD-Veröffentlichungen sieht. Ein weiterer Skandal, dass bereits bezahltes Programmvermögen in privatrechtlichen Tochtergesellschaften durch Disk-Veröffentlichungen nochmals zu Geld gemacht wird. Der Widerhall mit sensationellen Verkaufszahlen an "ollen Kamellen" lässt das Vakuum an nicht-gesendetem Programmvermögen in den Archiven erahnen -- und den Bedarf, der daran - sei es aus Sentiment, Nostalgie oder kulturgeschichtlicher Neugier - offensichtlich besteht.
Vielleicht bekämen wir bei einer nachfragegesteuerten Programmierung des Ö-R Rundfunks auch eher interessante und schwierige Dokumentarfilme zu Zeitfragen in der Hauptsendezeit zu sehen -- oder etwa die nachwachsende Generation eine Einführung in die Geschichte des fiktionalen Kinofilms, in die Spielfilmgeschichte durch systematische Retrospektiven, wie man in den 1970er-Jahren noch kannte. Schlechter wie jetzt kann es freilich nicht mehr werden, wenn man zwischen ein und drei Uhr nachts hellwach sein muss, um überhaupt noch ältere Spielfilme in gebührenfinanzierten Fernsehprogrammen sehen zu können.
Das Qualitätsfernsehen als Programmleistung darf also erst noch erfunden werden, sofern man es überhaupt denn noch braucht. Es benötigt nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, wie eine Synthese aus Facebook, Google-TV und iTunes-TV aussehen könnte. Jedenfalls haben beispielsweise "fluegel.tv", "Zeitzeugen-TV" und "DCTP" bewiesen, was "Fernsehen zur Zeit" auch bedeuten kann: Reden, Vorlesungen, Dialoge, Symposien, Podien, Schlichtungen - in ganzer Länge für Alle.
Ästhetisch wäre dann über das LICHT zu reden, der Voraussetzung überhaupt für die Kine-Fotografie. An einer Analyse des Lichts wäre abzulesen, warum im Deutschland der zwölf Filmschulen ein sensationeller Ausstoß der Menge nach an kreativem Nachwuchs produziert wird, der im Licht auf einem unglaublich hohen Produktionsniveau Filmwaren des Fernsehens herstellt, die letztlich vom Licht her alle fast gleich aussehen, wenn man dieses Licht einmal etwa mit Fassbinders "Alexanderplatz" vergleicht. Hans Hattop hat darauf jüngst in der Zeitschrift "KAMERAMANN" (12/2010, S.16f) hingewiesen: "Wenn ich mich durchs Fernsehprogramm zappe - ich habe die 20.15-Uhr-Schiene im Blick - ist das Styling sehr ähnlich." Es ist diese Blendung, die mich jeden Abend zum Abschaltknopf des Fernsehens drängt, weil ich dieses mit extremen Aufwand betriebene Gleich-Licht nicht mehr ertragen kann, das sich in und an den Figuren sowie Schauspielern der Ähnlichkeit spiegelt, die alle mit ähnlichen Stimmen und in ähnlicher Tonlage ähnliche Geschichten verkörpern.
JP







Freitag, 26. November 2010

DCI oder Nicht-DCI, das ist hier die Frage

Die Auseinandersetzung, ob der US-amerikanische DCI-Standard des Digitalen Kinos die für das Kino seit etwa dem Jahr 1900 gelöste Formatfrage neu beantwortet, hätte bereits seit 1998 zwischen Produktions- und Vertriebsseite geführt werden müssen (ich hatte bereits 1997 in Karlsruhe 2K-Projektoren öffentlich präsentieren lassen); sie kommt anno 2010 zu spät und muss nunmehr auch negativ beantwortet werden:

DCI kann 35-mm-Film als offene Formatdefinition nicht ersetzen, weil DCI eben keine offene Formatdefinition kennt -- und zudem die Geschichte des Kinos lehrt, dass es neben dem 35-mm-Kino auch das des 16-mm-Formats und eben das 70-mm-Film-Kino gab. Das ist keine Frage von "Filmauflösungen" oder der Vorführqualität, sondern schlicht eine des betriebswirtschaftlichen Kinobetriebskonzeptes, das aus verschiedenen technischen Möglichkeiten (die als Pluralität nebeneinander bestehen können) und aus aktuellen Bedingungen eine technische Möglichkeit für das aktuell anstehende Kinobetriebskonzept als passend auswählen konnte. Dieser Möglichkeit wird die Kinobranche mittels DCI beraubt. DCI-Kino ist optionslos in jeder Hinsicht.

Denn ein Pluralismusansatz fehlt bei den "Durchdrückversuchen" des deutschen Filmproduzentenverbandes "Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen", wenn etwa mit Fördergeldern nur DCI-entstprechende, digitale Kinoanlagen gefördert werden sollen. Abgesehen von der Fragwürdigkeit des Förderunterfangens, weil es Kinos in Investitionsschleifen hineinzieht, die in ihren Intervallen an jene der "PC-Computer" der 1980er- und 1990er-Jahre erinnert -- und die die anstehende Marktbereinigung der Kinobranche nur kosmetisch schönen (weil zeitlich strecken) aber letztlich nicht verhindern können wird. Schließlich scheint es mir höchst fraglich, wenn jenes Mitglied der Deutschen Filmakademie auch noch als Sektionsleiter der Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen in seiner Funktion als Lobbyist handelt und dabei auch noch im Direktorengremium der FFA sitzt und hier (zumindest auch) hohheitliche Aufgaben zu erfüllen hat.

Ich rate den Kinos und den unabhängig gebliebenen Verleihern dringend dazu, weiterhin und neue Strategien für ein DCI-unabhängiges HD- oder 2K-Kino mit eigenen Kinobetriebskonzepten zu entwickeln.

Weg also mit dem Zwang zu technischen Monopollösungen, die allen Zwecken dienen aber nur nicht einer Existenzsicherung einer pluralistischen Kinobranche. Kino als Erfahrungsraum muss neu erfunden werden, die DCI-Debatte kann dafür einen Anlass bieten. Wer möchte künftig noch Kinos als Passion und Geschäft betreiben, wenn er nicht mehr Herr im Hause ist?

Die 16-mm-Clubkinos hatten auch ihren damaligen Markt und ihre Existenzberechtigung, vor allem wenn man ihnen historisch zu Gute halten kann, dass sie das Subventionsfüllhorn via Neuen Deutschen/Jungen Deutschen Film der 1970er-Jahre überhaupt erst in Kategorien der kulturellen Werthaftigkeit als ein Bewusstsein miterschaffen haben. Und das bedeutet vor allem, dass die Schnittstelle zwischen Content und Technik offen zu bleiben hat. Erst damit würden überhaupt die Voraussetzungen geschaffen, Kinos weiterhin betreiben zu können, gerade dann, wenn die ganze "Suventionitis" bald aus makroökonomischen Gründen auf Null zurückgefahren werden sollte. Joachim Polzer

Links:
http://www.variety.com/article/VR1118028011?refCatId=3599

http://www.ag-verleih.de/?rubrik=positionen&position=05_digitalisierung

http://www.filmproduzentenverband.de/index.php?option=com_content&view=articl...:statement-der-ag-kino-gilde-ev-zur-unabhaengigkeit-der-filmkunsttheater&catid=2:newsflash&Itemid=19

http://www.kulturprojektor.de/2010/09/17/die-mar-vom-mehr-digitales-kino-vers...

Freitag, 19. November 2010

Rüdiger Suchsland über das Ende des 3-D-Wahns im Kino

Rüdiger Suchsland in der eZine Telepolis zu 'Harry Potter' 7.1:

"Die beste Nachricht fürs Kino ist: Auch der neueste "Harry Potter" ist
kein 3-D-Film. Man muss also keine Angst haben, dass einem speiübel
werden könnte, und die Kinokarte ist auch nicht überteuert. Der 3 D Wahn
der Filmindustrie neigt sich, kaum ein Jahr nach "Avatar", also schon
wieder dem Ende zu. Viel Lärm um nichts."

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33682/1.html

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Sonntag, 14. November 2010

Globians Doc Fest Stuttgart 2010

Visiting film makers: Cyril Lafon from Paris and Cecilia Posada from Colombia

Samstag, 6. November 2010

2010: Der große stimmliche Abschied vom alten SDR/SWR-Dampfradio

Mit dem Tod von Erwin Lehn, Fred Metzler, Günter Freund und - jetzt gerade - Heinz Siebeneicher geht in 2010 eine stimmliche Epoche der Südwest-Schiene des deutschen Rundfunks zu Ende, zu der sich auch Horst Jaedicke für das SDR-Fernsehen sowie Lothar Loewe und Gerhard Lenz für den SFB zählen durften.

JP

Donnerstag, 4. November 2010

Motion Holography instead of 3-D

3-D motion pictures in digital cinemas utilizing mandatory glasses for patrons seems like a commodity from yesterday. A burdensome form of entertainment. Not the real thing. Getting headache from it. We Germans call this "new wine pushed through old hoses".
But not "3-D without glasses" -- auto stereoscopy -- seems to be the future: a new frontier to approach lies in Motion Holography, as Nature reports, while Der Spiegel covers this story in German.


http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,druck-727044,00.html

http://www.nature.com/nature/journal/v468/n7320/full/nature09521.html


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Dienstag, 2. November 2010

Die Narratologie des Weißen Toners

Günther Lachmann stellt auf WELT ONLINE unter dem Titel "Welches Geheimnis birgt der Flugzeug-Terror?" einige berechtigte Fragen zu den "zeitlichen Unschärfen", die die allgemein verbreitete Nachrichtenlage im Bezug zu den Geschichten vom Weißen Toner aufwirft.

http://www.welt.de/politik/ausland/article10689862/Welches-Geheimnis-birgt-de...

Bis jetzt erscheint mir der obskure Wirklichkeits-Plot weder unter den Bedingungen des gesunden Menschenverstands noch unter dem Aspekt einer glaubwürdigen Narratologie plausibel. Schlimmer noch: Der Beweis, dass eine Umkehrung der behaupteten Kausalitätskette nicht vorliegt, ist bislang nicht erbracht worden.

Diese "Narratologie vom Weißen Toner" ist in seiner zeitlich direkten Folge auf den WikiLeaks-Plot mit den "Irak-Papers" der vorletzten Woche zu beziehen, in Zusammenhang zu bringen mit Geschichten um Plausibitätsverdichtungen zu 9/11 -- und dem, was anscheinend jetzt "im Busch" ist, dessen erzählerischer Reiz sich demnächst wohl entfalten soll.

JP

Montag, 1. November 2010

Globians Doc Fest Stuttgart 2010 (Nov 12-14)

The festival documentation for Globians Doc Fest Stuttgart 2010
@ Linden-Museum (Nov 12-14) has been updated today as pdf file.

http://www.globians.com


http://www.globians.com/GlobiansProgramm2010S.pdf


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Sonntag, 31. Oktober 2010

Trick or Treat ?

An Nachrichten mit der Schilderung von Bedrohungsszenarien

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148657

gehe ich inzwischen immer mehr mit dem, was man noch vor einiger Zeit "Gesunder Menschenverstand" nannte, heran.

Wie plausibel erscheinen meinem "Gesunden Menschenverstand" geschilderte Wirklichkeits-Plots, bei denen zwei präparierte Drucker mit gefährlicher Tonerkartusche aus dem Yemen per Luftfracht ausgerechnet an die jüdische Gemeinde von Chicago versandt werden sollten, die aber gar nicht ihr Ziel meinten, sondern auf den Untergang der sie transportierenden US-Luftfrachtmaschinen zielten, die den Staat Yemen aber gar nicht direkt anfliegen ?

Mit dem festivalbedingten Sichten von zahlreichen Dokumentarfilmen entsteht ein Gefühl für die Dramatisierung von Wirklichkeitsbezügen, für die man eine Sensitivität entwickeln kann, auch wenn der Stoff von "Plotting" gar nicht erst auf "Filmdarstellung" zielt, sondern auf die Wirklichkeitsbeeinflussung direkt. Im Übrigen ist dies auch eine Lektion, die man den Spielfilmdramaturgien der Jahrtausendwende ("Fight Club", "Mememto" etc.) mit ihren komplexen Kausalitätsbezügen und der dort dargestellten bzw. damit auch eingeübten Viskosität von Wirklichkeit entnehmen kann.

JP

Samstag, 30. Oktober 2010

"You've got Mail"

Wie unschwer zu erraten ist, stört mich am jüngsten Postfund
http://www.heise.de/tp/blogs/8/148655
vor allem die Tatsache, dass er vier Tage vor entscheidenden US-Wahlen auftauchte.

Es wirkt - zumindest auf mich - wie 'bestellt und gefunden'.
Nicht eine Woche zu spät und auch nicht schon vor zwei Wochen im Mediennebel vergessen,
sondern punktgenau -- um evt. und ggf. gewünschte Wirkungen zu erzielen.

Die Indizien nehmen zu.

JP

Dienstag, 26. Oktober 2010

Pretend Not To See Me (Canada 2009) film still - presented at Globians Doc Fest Stuttgart 2010

Pretend Not To See Me (Canada 2009), directed by Katherine Knight, photo credit © Site Media Inc., screening date: Nov 13th, 6.30pm, Linden-Museum -- www.globians.com

Distorted Propaganda (USA 2007) poster motif - presented at Globians Doc Fest Stuttgart 2010

Distorted Propaganda (USA 2007), directed by Jeff Lodas, photo credit @ Jeff Lodas, screening date: Nov 14th, 4pm, Linden-Museum -- www.globians.com

Three Sad Tigers (Spain 2010) film still - presented at Globians Doc Fest Stuttgart 2010

Tres Tristes Tigres (Drei traurige Tiger – Three Sad Tigers) Spain 2010, directed by David Muñoz, photo credit © Hibrida, screening date: Nov 14th, 8.30pm, Linden-Museum -- www.globians.com

Samstag, 23. Oktober 2010

Betrifft: WikiLeaks

Dem relativ neuen Phänomen der "WikiLeaks" sollte man mit größter Vorsicht und daher mit dem Stellen von vielen Fragen begegnen.

Meine Fragen wären etwa:


1.
Welche organisierte Machtstruktur hat die Möglichkeit, vertrauliche Geheimdokumente wiederholt als Terabyte-Konvolut heranzuschaffen, um das "demokratische Frontend" der politischen Struktur bezogen auf seine Außenwirkung hin zu diskreditieren und zu destabilisieren?


2.
Kann es sein, dass der Aufbau von "Credibility", der künstliche Aufbau also von nachhaltig erscheinender Glaubwürdigkeit seitens WikiLeaks als eine Art zusammengebastelte "bürgerschaftliche Whistleblower-Site" einem späteren Zweck dienen soll, etwa und zum Beispiel das 9/11-Truth-Movement kognitiv zu infiltrieren, gerade im Hinblick auf den 2011 bevorstehenden 10. Jahrestag?


3.
Könnte es sein, dass dies mit der derzeit öffentlich propagierten Hochrüstung der Golfregion und des Nahen Ostens, mit dem absehbaren Ende der Obama-Ära und Planungen zu einem neuen Masterplan für "The next 9/11" zusammenhängen könnte?

Die Fragen machen deutlich, dass mir WikiLeaks in seiner "sleekness" eher wie ein wucherndes Krebsgeschwür im Netzorganismus erscheint.
Ich kann mich sehr täuschen, wäre aber froh, wenn mehr journalistische Multiplikatoren mit größerer Reichweite in den Mainstreammedien mehr Fragen stellen würden statt nur nachzuplappern.


JP

Dienstag, 19. Oktober 2010

Mit dem Linien-Omnibus der Eisenbahn von Prag nach Stuttgart

Mit dem Linien-Omnibus der Eisenbahn von Prag nach Stuttgart

von Joachim Polzer


Es ist natürlich mein persönliches Pech, öfters von Prag nach Stuttgart
reisen zu müssen. In Prag forsche ich zum Thema "Medienrestaurierung" an
der dortigen Filmakademie; in Stutgart gilt es, den Testlauf des
Globians Dokumentarfilmfestivals im Linden-Museum als Kurator
vorzubereiten und durchzuführen. Prag und Stuttgart -- das sind zwei
spannende Städte: In Prag ereignete sich 1989 die "samtene Revolution"
gegen die sozialistische Staatsdiktatur; in Stuttgart kämpft man anno
2010 Schloßparkschlachten und in Volksaufstandsgröße nicht nur um die
Zukunft des Bahnverkehrs in der Stadt.

Zur Nazizeit war Stuttgart die "Stadt der Auslandsdeutschen", so das
damalige, offizielle Prädikat. Diesen NS-Stadt-Ehrentitel trug die Stadt
seit dem 27.August 1936, anlässlich der Einweihung des "Ehrenmals der
deutschen Leistung im Ausland" im Wilhelmspalast, dem letzten Wohnsitz
des württembergischen Königs, durch Adolf Hitler höchstpersönlich. Auf
der noch erhaltenen Gedenktafel am Eingangsportal des Linden-Museums von
1938 zu Ehren des Graf Karl Heinrich von Linden kann man die damalige
Präsenz dieses Stadt-Prädikats auch heute noch öffentlich nachlesen.
Interessanterweise war Stuttgart auch nach der Zäsur von 1945 weiterhin
die "Stadt der Auslandsdeutschen" geblieben, freilich anders als man
sich das im Fortlauf der Tradition von Exilschwaben seit dem 18.
Jahrhundert einst vorstellte: Man hatte das Prädikat defacto
beibehalten, als es nunmher darum ging, den immensen Zustrom nicht nur
an sudetendeutschen Flüchtlingen zu integrieren. Eine von vielen
bemerkenswerten Umdeutungen und Umkehrungen von Bedeutungen, denen man
in Stuttgart begegnen kann. Das macht die Stadt interessant.

Jedenfalls half dieser einstige Nachkriegsstrom an rückkehrenden
"Auslandsdeutschen" enorm, um mittels der zugezogenen Arbeitskräftebasis
nach den Kriegsverlusten die Grundlage für den immer noch anhaltenden
Wirtschaftsboom dieser Region zu legen. Dieser Zuzugsstrom an
"Migranten" sorgte freilich auch für jene Grundierungsschicht an
Multikulturalität, in denen die heutige Melange von Bürgern aus vielen
Kontinenten weitgehend friedlich miteinander leben kann. So vielen
asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Gesichtern begegnet man
auf keinem Stadtbummel durch Berliner oder Potsdamer Kieze. Es ist
gerade die erweiterte Pluralität im Spektrum dieser Multikulturalität,
die den hohen "Ausländeranteil" der Stadt erträglich und reizvoll macht
-- im krassen Kontrast zur "Blockkasten-Mentalität", die einem etwa aus
der kommerziellen Stuttgarter Stadt-Architektur seit den 1990er-Jahren
ästhetisch entgegen tritt. Freilich musste die Präsenz des Anderen sich
stets gegen das erhebliche Beharrungsvermögen der schwäbischen
Leitkultur durchsetzen, in dieser Landsmannschaft Fremdes assimilileren
zu müssen, sozusagen auf höherem, nicht-diskutablem Befehl, murrend, mit
viel sturer Ignoranz, aller Weltläufigkeit zum Trotz, auf Prosperität
bezogen.

Um vom Stadtprädikat der "Auslandsdeutschen" nach mehr als 70 Jahren bis
zum Etikett einer "Hauptstadt der Bürgerprotests" anzukommen, um sich so
gegen die angeblich repräsentative Bevollmächtigung politischer
Entscheidungen aufzulehnen, war ein weiter Weg zurückgelegt worden. Man
kann den Verlauf der politischen Kultur im übrigen auch an den Namen der
Ministerpräsidenten dieser Landeshauptstadt verorten: Kiesinger,
Filbinger, Späth, Teufel, Oettinger, Mappus. Stuttgart versteht man nur
in seiner geschichtlichen Dimension.

Diesen Text schreibe ich an Bord des "Expressbusses", den die Deutsche
Bahn AG für ihre Eisenbahnkunden von Prag nach Nürnberg auf der Strecke
von Prag nach Stuttgart anbietet. Die Strecke wird betrieben von einer
fränkischen Bustochter der DTAG; der tschechische Bus-Fahrer und die
tschechische Stewardess sind von einer Freundlichkeit und Gastlichkeit,
wie ich es in einem Zug der Deutschen Eisenbahn noch nie erlebt hatte.
Eine direkte Zugverbindung zwischen Prag und Stuttgart gibt es seit der
Abschaffung der Kurswagen-Verbindungen nicht mehr. Dieser Umstand hat
nun wieder mit meinem persönlichen Pech zu tun, ausgerechnet zwischen
Prag und Stuttgart mit dem öffentlichen Fernverkehr reisen zu wollen:
Flugzeug und Automobil finde ich für mich und die Strecke unpassend. Ich
fahre nun einmal gerne Eisenbahn. Und zwischen Stuttgart und Prag liegen
- zumindest noch - Schienen.

Die Eisenbahnverbindung zwischen Prag und Nürnberg hat der
DBAG-Konkurrent Arriva in München -- man möchte fast sagen --
ersteigert. Auf mehrfache Nachfrage bei meinem Verkaufsschalter der DBAG
nach einer Zugverbindung bekam ich zur Antwort, dass es überhaupt keine
Zugverbindung von Prag nach West- und Süddeutschland mehr gäbe. Man
möchte eben seine sechs täglichen Busverbindungen in jede Richtung voll
bekommen -- und bei so einer Tarifauskunft ist der Bahnexpressbus der
eigenen Reisebustochter eben auch kapazitätsmäßig gut ausgelastet. Die
Alexa-Zugabteile einer der beiden Arriva-Tagesverbingungen erschienen
mir am Bahnsteig des Bahnhofes bei der Abfahrt denn auch recht leer;
kein Wunder bei den Kampfpreisen, die die DBAG für Ihre Buskonkurrenz
"auffährt" und mit ihrer Vertriebsmacht im Markt. Das Ganze erscheint
mir wie eine Übungsaktion der DBAG, den inzwischen auch innerhalb von
Deutschland wieder freigegebenen Bus-Interstadt-Verkehr ebenfalls unter
die eigenen Fittiche zu bekommen. Es erinnert mich im Ürigen an die
Frühzeit des öffentlichen Verkehrs, als man für jede Straßenbahnlinie
einen eigenen Fahrschein kaufen musste und sich die Investoren
weigerten, den jeweiligen Straßenbahnlinien-Konkurrenten überhaupt zur
Kentnis zu nehmen, geschweige denn im Agenturverhältnis wechselseitig
Fahrkarten zu verkaufen. Es erinnert mich freilich auch an meine frühe
Berliner Zeit, als die Westberliner BVG dezidierte Parallel-Linien zu
"Ulbrichts-Stacheldraht-S-Bahn" betrieb.

Es mag ja sein, dass es bei den Planungen zu Stuttgart21
Rentabiltäts-Studien gibt, die belegen, dass in 20 Jahren unglaublich
viele Leute von Paris auf dem Schnellzugkorridor nach Preßburg reisen
müssen, um damit die 5 bis 10 Milliarden Euro oder noch mehr
Invesitionskosten für die Stuttgarter Tunnel und Neubaustrecken
refinanzieren zu können. Nur hilft mir das weder heute noch in zwanig
Jahren weiter. Die Geburtsstadt meiner Mutter mag touristisch bestimmt
interessant sein, es wäre mir mehr geholfen, wenn man die Schienen
zwischen Nürnberg und Pilsen bald so hinbekommen könnte, dass mehr als
zwei Zugpaare täglich darauf fahren können, so dass nicht nur die
DBAG-Konkurrenz, sondern auch die Deutsche Eisenbahn darauf fahren kann.
Kurz: Mir persönlich wäre es lieb, wenn S21 ein paar Milliaren Euro
billiger wäre und dann am Ende auch noch etwas Geld übrig wäre, um neue
Schienenstränge bei Cham oder Furth im Wald zu verlegen. Und wenn man
sechs Busladungen Menschen pro Tag pro Richtung voll bekommt, dann
dürfte es ja vielleicht auch nicht zu abwegig sein, wenn man fordert,
dass die Zukunft des Bahnverkehrs nicht nur ausschließlich in ICEs der
Generation Dreieinhalb liegen soll, sondern auch in einem
"Schienenbus"-Modell der Neuzeit: schnell und kompakt, statt für 1.000
Menschen eben für 100 pro Zugladung. Mir scheint, dass in Deutschland
vor allem die Zukunftsplanung der Eisenbahn von gestern ist, zu einer
Zeit, da in Amerika gerade die ersten Flugzeug-Auto-Convertibles
verkauft werden.

Mir wäre also eher gedient, wenn man überhaupt eine funktonierende
Bahnverbindung zwischen Stuttgart und Prag anbieten würde, ohne dass man
etwa in Nürnberg den Anschlußzug nach Stuttgart verpasst, zwei Stunden
zusätzlich dort warten muss, weil der Bus natürlich vollkommen
unerwartet im Prager Stadtverkehr im Stau steckenbleibt, da man dort
noch mehr Tunnel baut und Häuser zum Wanken und schließlich auch zum
Absacken bringt, als man sich in Stuttgart überhaupt vorstellen kann.
Die Fahrzeit des Expressbusses von Prag nach Nürnberg wird mit 3 3/4
Stunden beworben, nur damit man den Arriva-Rivalen und seinen Fahrplan
um eine Viertelstunde unterbieten kann. Die Reisenden nach Köln,
Stuttgart und München, die in Nürnberg umsteigen müssen, haben bei
solchen Expressverkehrstaktungen dann das Nachsehen.

Es gibt bei meinem persönlichen Reiseproblem noch ein paar Wendungen,
die ich als "hübsch" bezeichnen würde: Die Abfahrt des Expressbuses nach
Nürnberg in Prag geschieht unter ohrenbeteubenden Lärm, weil der
Abfahrtszusteig zum Bus direkt an der vierspurigen Stadtautobahn liegt,
die, wenn sie nicht lärmt, in einer Richtung oft verstopft ist; dann
stinkt es dort ziemlich nach Verbrennungsgasen. Der Prager Hauptbahnhof
ist durch seine Geschichte kein Busbahnhof; es gibt nur diesen einen,
kurzen Behelfszusteig an der Stadtautobahn und zwar nur für den
Linienbus zum Flughafen, der nun auch für den Linienbus nach Nürnberg
mitbenutzt wird. Anscheinend hatte die DBAG für so eine Ausnahmeregelung
ihre guten Kontake zur Tschechsichen Eisenbahn genutzt.

Der eigentliche Fernbus-Bahnhof in Prag liegt eine Metrostation weiter
im Norden. Das erinnerte mich wieder an Stuttgart, wo es am Hauptbahnhof
ja auch keinen Fernbus-Bahnhof mehr gibt. Die großen gelben und
beleuchteten Bussteig-Ziffern machten auf mich als Stuttgarter Kind
immer ganz besonderen Eindruck. Ich kann mir gut vorstellen, dass weder
deutsche Touristen in Prag noch tschechische oder sonstige Touristen in
Stuttgart ihre beiden neuen und sehr vom Hauptbahnhof entfernt gelegenen
Busbahnhöfe auf Abhieb finden werden. Insofern macht es in Prag Sinn,
den Ersatzbahn-Bus nach Nürnberg direkt und so nah wie möglich an die
Eisenbahn-Gleise zu binden, auch wenn man in Stuttgart beim Busbetrieb
anscheinend das Gegenteil betreibt.

Dieser winzige Prager Buszusteig an der Wilson-Straße ist für viele
Taxen und Busfahrer des Behelfsverkehrs denn auch sehr verlockend, um
ihn für ihre eigenen Zwecke zu verstopfen, weil der Prager Hauptbahnhof
durch diese vierspurige Stadtautobahn wirkt, als sei er von der Stadt,
in die er hinführen soll, wie abgeschnitten. Das führt dann zu als
waghalsig nur unzureichend zu beschreibenden Ausstiegsversuchen der
ankommenden Buspassagiere auf der Autobahnspur, sozusagen in zweiter
Autobahn-Reihe. Und so ein Deboarding steht wiederum im krassen Kontrast
zu den dreisprachigen Sicherheitshinweisen im Bus bei der Abfahrt.

Dreht man sich allerdings vor dem Prager Buseinstieg um 180 Grad und
betritt den Bahnhof sozusagen zu Fuß von der Stadtautobahn her, dann
steht man im alten Empfangsgebäude und der Schalterhalle des
Woodrow-Wilson-Bahnhofs, den der tschechische Architekt Josef Fanta
(1856 - 1954) entwarf, die zwischen 1901 und 1909 gebaut wurde und
unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 den Namen des
US-Präsidenten trug. Verständlich, dass er seit der deutschen Besatzung
nurmehr "Hauptbahnhof" hieß. Es ist wohl dem Funktionsverlust der
Fanta-Halle zu verdanken, dass er auch nach 1989 nicht mehr rückbenannt
wurde. Sollte S21 nicht gebaut werden, wäre die Umbennenung des
Bonatz-Gebäudes in Woodrow-Wilson-Bahnhof bestimmt eine gute Idee.

Denn diese Prager Bahnhofs-Kathedrale der Art-Deco-Zeit ist eine
touristische, eine architektur- und kunsthistorische Weltsensation des
Jugendstils der besonderen Art, recht versteckt im bestimmt nicht
besichtigungsarmen Prag. Als mein Vater 1926 in Olmütz geboren wurde,
wird er diese Schalterhalle vor Krieg und Flucht als Kind und
Jugendlicher in voller Funktion bei seinen Abstechern nach Prag erlebt
haben. Wäre er damals schon nach Stuttgart mit der Eisenbahn gefahren,
hätte er bei seiner Ankunft einen weiteren Bahnhofsneubau seiner Zeit
erlebt als faktisches Gegenmodell zu Prag. So verschieden die beiden
Gebäude sind, kann man heute doch an beiden Bauten studieren, dass die
Menschen vor knapp hundert Jahren überzeugt davon waren, dass sich in
Ankunft oder Abreise befindliche Menschenmassen vor allem nach
räumlicher Höhe sehnen, die ihnen ein bestimmtes Reisegefühl der zu
überwindenden Weite vermitteln sollte, vielleicht auch ein Gefühl der
Mächtigkeit jener öffentlichen Technik mitsamt einer mitschwingenden
Demut gegenüber jener Technik, derer sie sich bedienen.

Heute scheint die U-Bahn-Haltestelle eher das alles bestimmende Modell
des Weitverkehrs-Bahnhofs zu sein und als Vorbild für Neubauten von
Bahnhöfen zu dienen, dass also eine Weitenüberwindung durch die Reise
mit der Eisenbahn allenfalls noch als eine Angelegenheit des
Nahrverkehrs verstanden werden soll. So haben denn auch Fernreisezüge
unserer Zeit eher den Charme von U-Bahnen mit Bierausschank.

Angekommen in Stuttgart benutze ich tatsächlich die U-Bahn, die dort
Stadtbahn heißt, im Gegensatz zur S-Bahn. Stadtbahn ist die
spurverbreitete Straßenbahn auf Normalspur-Schienen, seit die
GT4-Triebwagen der Meterspur nur noch im neuen Straßenbahnmuseum stehen.
Weil die Stadtbahn unterirdisch oder getrennt vom Straßenverkehr fährt,
wird sie in Stuttgart "U" genannt, wobei "U" in Stuttgart nicht für
"unterirdisch" sondern für "unabhängig" steht. Hier liegen die Dinge
eben anders. Ich schaue mir die Groß-Baustelle im Stadtteil Killesberg
an: Dort standen einst die Ausstellungshallen der Stuttgarter Messe im
Eingangsbereich des Höhenparks Killesberg. Bis 1976 konnte man mit der
Straßenbahnlinie 10 auf Serpentinen zum Killesberg hochfahren. Danach
nur mit dem Bus. Am 19. April 1993 wurde am Killesberg die U7
eingeweiht, eine luxuriöse, unterirdische Stadtbahnstrecke mit
unterirdischem Endbahnhof "Killesberg - Messe". 1993 atmeten die
Messebetreiber auf, weil man nun in gut fünf Minuten vom Hauptbahnhof
per Schiene zur Messe kam. Am Eröffnungstag war allerdings schon klar,
dass die Messe bald zum Flughafen auf die Filder umziehen soll. Es
dauerte dann zwar noch elf Jahre, bis die neue Filder-Messe Baubeginn
feiern konnte. Doch jetzt sieht man dieser einstmals luxoriös gebauten
U-Endhaltestelle am Killesberg ihr ganzes Elend an: Gelegen zwischen der
Weißenhof-Siedlung, der Kunstakademie mit neuem
Medienrestaurierungs-Fachbereich, einer neuen, gigantischen
Altenheim-Anlage für Betuchte des deutschen Wirtschaftswunders, zwischen
den neuen, gerade im Bau befindlichen, Luxusapartments und dem
Theodor-Heuss-Museum sind mittlerweile die Rolltreppen dieses U-Bahnhofs
zum Teil dauerhaft mit Stahlblockaden stillgelegt; es sammelt sich dort
Müll. Die Funktion, die diesem U-Bahnhof zugedacht wurde und für die er
ursprünglich gebaut wurde, ist weitgehend verloren; er ist als Verlust
allenthalben spürbar, etwa so wie die beiden Endlos-Filmstreifen als
Decors an den Bahnsteigwänden von vergangenen Zeiten der
Analogfotografie mit Diafilmen Zeugnis ablegen. Die älteren Bewohner
der Weißenhofsiedlung und des Altenheims am Killesberg werden die Nähe
der noch funktionierenden Stadtbahn vor ihrer Tür freilich zu schätzen
wissen -- sofern sie sie noch benutzen. Jetzt will man wieder der neuen
Messe hinterher bauen, um für Stuttgart21 einen sehr langen Tunnel vom
unterirdischen Hauptbahnhof zum Flughafen und zur neu gebauten Messe auf
den Fildern zu legen.

Mir schwant, dass im Zeitalter des Online-Merkantislismus und der überrealen
3D-Konferenzschaltung nicht nur die "Messe" bald eine recht obsolete
Angelegenheit werden wird. Die Vorstellung, dass man 2030 -- also etwa
zehn Jahre nach der mutmaßlichen Fertigstellung von S21 -- noch mit
verbrennungsmotor-betriebenen Flugzeugen als Transportmittel in einer
Weise fliegen wird, wie es einem heute noch vertraut erscheint, als dass man
dafür Flughäfen unseres heutigen Zuschnitts noch benötigen dürfte,
erscheint mir immer weniger schlüssig. Der Schlüssel zur Lösung unseres
Zivilisationsproblems ist ein verändertes Verhältnis zur Größe. Alle
unsere gesellschaftlichen Probleme haben in Skalilerungen ihre Wurzel.
Das war der Kern des Denkens etwa von Leopold Kohr. Was Leopold Kohr
wohl zu Stuttgart21 gesagt hätte?

Selbst wenn Turm und Halle des Stuttgarter Bahnhofs die Bauarbeiten
überleben sollten, werden sie durch ihre Funktionsberaubung ähnlich
"tiefgefroren" wie die Fanta-Halle des Wilson-Bahnhofs in Prag oder der
nun einsame U-Bahnhof am Killesberg. In Prag jedenfalls spürt und sieht
man diesem Groß-Od des Jugendstils an, wie hier 100 Jahre Kultur des
Bahnreisens in Tiefschlaf versetzt wurden. Diese Schalterhalle im
Dornröschenschlaf ist heute genau so von seiner Empfangs- und
Verkaufs-Funktion und von seiner Stadtanbindung "abgehangen", wie
Stuttgart eisenbahntechnisch von der Hauptstadt der tschechischen
Republik insgesamt. Nicht nur in Stuttgart wird derzeit am Hauptbahnhof
gebaut; auch am Prager Hauptbahnhofs wird kräftig modernisiert. Der
bauliche Charme der Inneneinrichtung aus sozialistischer Zeit, die
Fußgängerzone unter der Stadtautobahn weichen nunmehr dem
internationalen Shopping-Charme des Reisens, den man auch von deutschen
Fernbahnhöfen bereits kennt. Bald wird alles in Stahl, Glas, Chrome und
Licht erstrahlen und viele international standardisierte Produkte
anbieten. Viel Hoffnung, dass einem dieser Art Reise-Charme auch in 100
Jahren noch so zurückstrahlt wie die Wandbemalungen, Figurinen,
Lampenschirme und die Typographie des Fantaschen Wilson-Bahnhofs habe
ich allerdings nicht.

+++

Joachim Polzer, geboren 1962 in Stuttgart, ist Medienhistoriker und
Kurator des Globians welt & kutlur Dokumentarfilm Festivals in Berlin
und Stuttgart. Er lebt in Potsdam.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Globians Doc Fest Stuttgart 2010

Globians Doc Fest Stuttgart
announces program line-up for November 2010

available as pdf file at
http://www.globians.com/GlobiansProgramm2010S.pdf


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GLOBIANS DOC FEST STUTTGART 2010
Globians world & culture Documentary Film Festival Stuttgart 2010

November 12-14th, 2010
at Linden-Museum Stuttgart, Germany
Hegelplatz, Wanner-Saal (museum‘s auditorium)

www.globians.com
www.lindenmuseum.de

22 documentaries in three days

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Main Topics:

1
India‘s Himalaya and Tibet

2
Europe‘s Citizens in Uproar
Athens – the Embers of Revolt
Madrid after the real estate bubble: on location and society
UK: the Campain for Nuclear Disarmament (CND at 50)
Ireland: civil resistance against infra-structure projects (natural gas pipeline)

3
Around the World to C or K countries
Films on Cambodia, Canada, Kenia, Colombia, Congo & Kosovo

4
The Human Condition:
on funeral rituals, shrines, shipwrecks, forgotten musicians,
remarkable music, work conditions for survival and on an art dealer
at the end of the world

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Globians Doc Fest Stuttgart 2010
Globians welt & kultur Dokumentarfilm Festival Stuttgart 2010
im Linden-Musuem Stuttgart (Hegelplatz) – Veranstaltungssaal
1. Tag – Day 1
Freitag, 12. November 2010 – Friday Nov., 12th


18.00 Uhr – 6pm

Eröffnung – Opening
Indiens Himalaya und Tibet I. – India‘s Himalaya and Tibet I.

Malana: Globalization of a Himalayan Village
(Malana: Globalisierung eines Dorfes im Himalaya)
USA 2009, Regie: Jesse and Jeremy Veverka, Produktion: Veverka Bros. Prod. LLC
17 min, engl. OF, Internationale Premiere

The Tibetans: A Life in Exile
(Die Tibeter: Ein Leben im Exil)
Irland 2007, R: Robb Bradstock, P: Six Degree Productions
63 min., engl. OF


20.00 Uhr – 8pm
Europas Bürger in Aufruhr I. – Europe‘s Citizens in Uproar I.

Athen und die Aschenglut der Revolte
Grèce: les braises de la révolte
(Griechenland: die Aschenglut der Revolte – Greece: The Embers of Revolt)
Frankreich 2010, R: Cyril Lafon, P: L'Oeil de la chouette (Die Augen der Eule)
52 min, griechisch-französische OF, engl. UT, Internationale Premiere

Madrid nach der Immobilienblase – Madrid after the real estate bubble
Lugar y sociedad
(Ort und Gesellschaft – Location and Society)
Spanien 2009, R: Julian Franco Lorenzana, P: Lunatic Visual Studio
53 min, spanische OF, engl. UT, Internationale Premiere

22.00 Uhr – 10pm
Europas Bürger in Aufruhr II. – Europe‘s Citizens in Uproar II.

UK und die Tradition des Widerstands gegen Atomwaffen und Atomwirtschaft
Beating The Bomb
(Die Bombe besiegen) zum 50. Jahrestag der „Campaign for Nuclear Disarmament“ (CND)
UK 2010, R: Wolfgang Matt, Meera Patel, P: maddmovies
72 min, engl. OF, Deutsche Erstaufführung

Irland und der Protest gegen eine Gas-Pipeline als Infrastrukturmaßnahme
Destination: Rossport, Ireland
(Endstation: Rossport, Irland) USA 2009, R: Jim Kerns, P: Moving Monkey
53 min., engl. OF

Globians Doc Fest Stuttgart 2010
Globians welt & kultur Dokumentarfilm Festival Stuttgart 2010
im Linden-Musuem Stuttgart (Hegelplatz) – Veranstaltungssaal
2. Tag – Day 2
Samstag, 13. November 2010 – Saturday Nov., 13th


16.00 Uhr – 4pm (Um die Welt und in die K-Länder I.)
den Kosovo verstehen – understanding the Kosovo

Two Summers in Kosovo
(Zwei Sommer im Kososvo)
Kanada 2009, Regie: Christopher Bobyn & Andrew Lampard, P: Venture Reflex Films
114 min., albanisch-serbisch-englische OF, engl. UT


18.30 Uhr – 6.30pm (Um die Welt und in die K-Länder II.)
zwei kanadische Künstlerinnen in der Peripherie: Arktis und Neufundland
on two Canadian female artists working in the Arctic and in Newfoundland

Ghost Noise
(Lärm der Geister) über Shuvina Ashoona in Cape Dorset, Nunavut, kanadische Arktis
Kanada 2010, R+P: Marcia Connolly, 23 min, inuit-englische OF

Pretend Not To See Me
(Stell Dir vor, mich nicht zu sehen) über Colette Urban, weit weg von Halifax in Neufundland
Kanada 2009, R: Katherine Knight, P: Site Media Inc., 49 min, englische OF


20.00 Uhr – 8pm (Um die Welt und in die K-Länder III.)
Kolumbiens Amazonas: Leben in zwei Welten
Colombia‘s Amazonas: Living in two worlds

Guests of Space
(Gäste des Raumes) über die Nukak Maku und beschleunigter Wandel von Lebensverhältnissen
Spanien 2010, R+P: Alba Mora-Roca, 26 min, nukak-spanische OF, engl. UT

Jacanamijoy, De la Tierra Sagrada a la Gran Ciudad
(Jacanamijoy: Von der heiligen Erde in die große Stadt – Jacanamijoy: From the Sacred Land to the Big City) Spanien 2009, R +P: Cecilia Posada, 64 min, quechan-spanische OF, engl. UT


22.00 Uhr – 10pm (Um die Welt und in die K-Länder IV.)
Flüchtlinge in Kenia und Kongo – Landminenopfer in Kambodscha
Refugees in Kenia and Congo – landmine victims in Cambodia

Conservation Refugees – Expelled from Paradise
(Flüchtlinge aus Naturschutzreservaten – vertrieben aus dem Paradies) die Schattenseite des Natur- und Tierschutzes in freigehaltenen Reservaten. Deutschland 2010, R: Steffen Keulig,
P: marketfilm productions, 25 min, engl. OF, Deutsche Erstaufführung

Miss Landmine
(Miss Landmine) über die Wahrnehmung von Behinderten und Kriegswaffenopfern in Kambodscha sowie über die Bedrohung, die akut von Landminen ausgeht; gleichzeitig ein Vexierspiel um die Ambivalenz der westlichen Einstellungen, ihrer Werte und Schönheitsideale auf Verhältnisse des Fernen Ostens, und umgekehrt. Kanada 2010, R: Stan Feingold, P: The Eyes Television Productions, 71 min., norwegisch-khmer-engl. OF, engl. UT, Deutsche Erstaufführung


Globians Doc Fest Stuttgart 2010
Globians welt & kultur Dokumentarfilm Festival Stuttgart 2010
im Linden-Musuem Stuttgart (Hegelplatz) – Veranstaltungssaal
3. Tag – Day 3
Sonntag, 14. November 2010 – Sunday Nov., 14th


16.00 Uhr – 4pm
Indiens Himalaya und Tibet II. – India‘s Himalaya and Tibet II.

Distorted Propaganda
(Verzerrte Propaganda) das Leben der Tibeter in Lhasa unter chinesischer Propaganda
USA 2007, R+P: Jeff Lodas, 63 min., chinesisch-tibetisch-englische OF, engl. UT


17.15 Uhr – 5.15pm
Die Bedingungen des Menschlichen I. – The Human Condition I.
…über Totenrituale, Schreine und Schiffswracks –
…on death rituals, shrines and shipwrecks

A Japanese Funeral
(Eine japanische Beerdigung) über ein christliches Totenritual u. eine christl. Beerdigung in Japan
USA 2010, R: Karen Nakamura, P: Yale University, New Haven (CT.), Fakultät für Anthropologie,
13 min, japanisch-englische OF, WELTPREMIERE

Marker
(Markierung) über Toten-Schreine in Kanada, den USA und in Japan als Markierungen
Kanada 2010, R: Louise Noguchi, P: Louise Noguchi Prod., 29 min, japanisch-englische OF, engl. UT,

Lost on a Reef
(Verloren im Riff) über die Archäologie von Schiffswracks als Methode der Historiographie
am Beispiel von Erkundungen an Korallen-Atollen nordwestlich von Hawaii.
USA 2009, R: Stephani Gordon, P: Open Boat Films LLC., 17 min, englische OF


18.30 Uhr – 6.30pm
Die Bedingungen des Menschlichen II. – The Human Condition II.
vergessene Musiker und unvergeßliche Musik…
forgotten musicians and unforgettable music…

Sand Mountain
(Sand-Berg) die Reise einer Fotografin in die bewaldeten, entlegenen Hügel von Alabama,
um den dort zurückgezogen lebenden und längst vergessenen Musiker Cast King zu besuchen.
USA 2009, R: Kathryn McCool, P: Fussy George Films, 34 min, englische OF,
Europäische Erstaufführung

Mendelssohn, The Nazis, And Me
(Mendelssohn, die Nazis und ich) Regiseurin Sheila Hayman, direkte Nachfahrin von Felix Mendelssohn in der fünften Generation, über den großen Komponisten, u.a. des „Hochzeit-marsches“, über die Erfahrungen ihrer Familie während der Nazizeit und deren Flucht nach UK sowie über die Versuche der Nazis, einen der beliebtesten deutschen Komponisten aus der Geschichte tilgen zu wollen.
UK 2009, R: Sheila Hayman, P: Renegade Pictures für die BBC, 60 min, englische OF
…

20.30 Uhr – 8.30pm
Die Bedingungen des Menschlichen III. – The Human Condition III.
Existenzbedingungen der Arbeit und ein Kunsthändler am Ende der Welt…
Work conditions for survival and an art dealer at the end of the world…

Strawberry Girl
(Erdbeermädchen) eine polnische Erntehelferin in Finnland und ihre Arbeitsbedingungen
Finnland 2009, R: Arja Pettersson, P: Hurjaruuth, 4 min, englische OF

Tres Tristes Tigres
(Drei traurige Tiger – Three Sad Tigers) die Lebenssituation von bengalesischen Fremdarbeitern,
die in Dubai auf Großbaustellen von Prestigebauten arbeiten wollten.
Spanien 2010, R: David Muñoz, P: Hibrida, 14 min, bengalesisch-englische OF, englische UT

Festival-Finale:
The Man in the Hat
(Der Mann im Hut) eine Hommage an Peter McLeavey, den Kunsthändler und Galleristen in Neuseeland: zugleich eine Liebeserklärung an das Leben in der Stadt Wellington – mit einer
Urbanität im menschlichen Maß; damit auch eine Zeitreise in ein Land, das einen an das England der 1950er-Jahre erinnert und doch auf seiner sehr eigenen Nationalidentität besteht.
Eine kontemplative und essayistische Nahsicht, etwas gelassener zu leben und leben zu können.
Neuseeland 2009, R: Luit Bieringa, P: BWX Productions, 74 min, englische OF,
Europäische Erstaufführung


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All films are shown in original version with Englisch subtitels if applicable.
Festival‘s language: English.

Disclaimer: Ein Kulturprojekt der Mentor des Wandels gGmbH; kein Industrie-Festival, sondern ein Projektmodell für die kommunikative Vernetzung von unabhängigen Dokumentarfilmern. Filmvorführungen von digitalen Datenträgern in Videoprojektion. Wir mögen legere Kleidung. Eintritt ab 18 Jahren (gem. dt. JuSchG). Der Kauf eines personalisierten Festival-Passes ermöglicht den Erwerb von je einer kostenlosen Eintrittskarte pro Vorstellung, solange der Vorrat reicht. Programmänderungen sind vorbehalten. Globians® ist in vielen Ländern ein getragenenes Waren- und Servicezeichen. – Kurator, Projektleitung und verantwortlich i.s.d.P: Joachim Polzer. Veranstalter im Sinne des Veranstaltungsrechts: Linden-Museum Stuttgart

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