Diese Meldung im Newsfeed des Heise-Verlags von heute ließ aufhorchen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Medienwaechter-stellt-Merkels-Staatsfernsehen-im-Internet-in-Frage-1835902.html
Nachdem der Leiter der Berlin-Brandenburgischen Medienaufsichtsanstalt MABB bereits vor einigen Monaten anregte, die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten Deutschlands könnten ihr Geschäftsmodell künftig dahingehend auffächern, eine ÖR-Suchmaschine im Internet zu etablieren, um damit privatwirtschaftlichen Anbietern und ihren Oligopol-Algorithmen entgegenzutreten, kommt heute aus der Medienaufsichtsanstalt die Meldung, dass die seit Mitte der 1990-Jahre gültige Rechtsauffassung, wonach auch Bewegtbildangebote im Internet nicht als genehmigungspflichtiger Rundfunkdienst gelten, sondern als Multimediaangebote von sog. Neuen Medien, revidiert werden soll, zumindest dann, wenn es sich um Verfassungsorgane handelt.
Mir scheint die Replik auf das verfassungsgerichtlich einst verbotene Adenauer-Fernsehen eher als schlechter Widerhall, als dumpfes Echo jener Publizitätswelle auf das jüngst medial zelebrierte Jubiläum zum 50. Jahrestag des Sendestarts des ZDF zum 1. April 1963 zu sein, der den Gründungsmythos des "Riesendampfers mit Programmauftrag, linksrheinisch, milliardenschwer" ins Gegenwartsbewußtsein schwappte.
Die nunmehrige Häufung solcher "Empfehlungen" aus dem Hause MABB gibt Denkanstöße, freilich in eine andere Richtung als anscheinend intendiert: Wo die "Alten Medien" sich zunehmend in der Mediennutzung abgenutzt haben, als obsolet gelten, defizient und sinnentleert geworden sind, braucht es letzlich auch keine Medienwächter mehr, deren Geschäftsgrundlage sie waren. Erst mit dem Umdeuten von "Neuen Medien", die nach rund 20 Jahren auch nicht mehr neu sind, -- und mit einer Volte zum revisionistischen Umdeuten des nicht mehr Neuen in alt Bekanntes und damit als etwas erneut zu Reglementierendes, erhalten Wortmeldungen dieser Art ihren Sinn: als angemaßte und einfordernde Kompetenzerweiterung in Richtung Neuidentität von selbsternanntem Hohheitsauftrag, mithin zur Abwendung der eigenen anzukündigenden Abwicklung, damit als Arbeitsplatzbeschaffungs- und Arbeitsplatzerhaltungs-Maßnahme.
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Freitag, 5. April 2013
Dienstag, 25. Januar 2011
die Kurzmeldungen im Branchenblatt für den Kameramann und die Kamerafrau
Das wirklich Interessante an der jüngst erschienen Ausgabe des deutschen Fachmagazins "Film & TV Kameramann" ist weniger die Fortsetzung von Themenschwerpunkten zur 3-D-Bewegtbild-Produktion, sondern die vielen Kurzmeldungen, die entdeckt werden wollen, als Chronik der voranschreitenden Medialisierung des Lebens.
Zum Beispiel habe ich erst jetzt durch so eine Kurzmeldung erfahren, dass der Counterpart im großen TV-Betrugsskandal ("Spielsucht im Kinderkanal") die inzwischen insolvente KOPPFILM (samt Tochtergesellschaften) mit einem System aus Luftrechnungen und Kick-Back-Zahlungen war; dies wurde in der Berichterstattung der Tagespresse bislang dezent weniger angesprochen. Und ich hatte mich immer gewundert, wie man so ein schönes Studio in Berlins Mitte bei dieser mörderischen Konkurrenz und einem ungeheuren Investionsdruck bei gleichzeitiger Entwertung durch preisliche Demokratisierung (jüngst: DaVinci-Farbkorrektur für 999$, übernommen durch BMD) so lange halten konnte.
Entgangen ist mir bis zur Lektüre dieser Kurzmeldungen auch, dass DVS inzwischen von Rhode & Schwarz sowie T-Sevenload von Burda gekauft wurde. Dass die deutschen Kommunalen Kinos indess' davor warnen, dass mit dem Hinfälligwerden der bevorstehenden 35-mm-Distribution Alte Filme nur noch via DVD-Repertoire projeziert werden können, hatte ich bereits anderweitig gehört.
Genauer gelesen habe ich aber die Meldung zur TV-Kopiersperre auf Seite 102 (Ausgabe 2/2011): ARD und ZDF planen anscheinend, Forderungen der US-Majors nachzukommen, und eine Kopiersperre für ihre HDTV-Kanäle einzubauen, die allerdings nur mit externen Decodern oder ganz neuen Geräten funktionieren soll. Man bekäme von ARD und ZDF ausweichende Antworten, aber im Effekt hieße dies aber wohl, das nach dem Abschalten zunächst der analogen TV-Kanäle und dann der digitalen SD-Kanäle, man nicht mehr privat Fernsehen aufzeichnen und konservieren können wird. Wie geht das mit Fernsehsteuern zusammen?
Apropos Fernsehsteuer: Eine Seite davor (S. 101) liest man den Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger im Interview und kann am Ende drei bemerkenswerte Sätze festhalten: "ARD und ZDF werden akut mit einem Riesenproblem konfrontiert, das öffentlich bislang kaum zur Kenntnis genommen worden ist: Auf die Sender kommen enorme Pensionszahlungen zu. Schon vor Jahren hat ein leitender ARD-Mitarbeiter prognostiziert, im Jahr 2015 werde man kein Geld mehr fürs Programm haben, weil die Pensionen alles auffressen."
So trifft einen das Thema wieder, das Rüdiger Suchsland vor kurzem so pointiert in die Öffentlichkeit gestellt hatte. Auf Seite 24 dieser Ausgabe kann man die Programmkürzungen des Ö-R-Rundfunks dann schon im Detail nachlesen. Eine Seite weiter (25) dann die allenthalbene "Hoffnung auf den Rundfunkbeitrag", die allgemeine Rundfunksteuer.
Ich denke, ob nun mit KEF-Zahlen oder ohne: Hier ist etwas deutlich verborgen und soll möglichst auch so bleiben, weil keiner bislang einfache Antworten darauf hat, wie man einer institutionellen Verfestigung seit sechs Jahrzehnten kreativ begegnen kann, um aus etwas Altem und Überlebten etwas Neues und Lebendiges zu schaffen.
JP
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Zum Beispiel habe ich erst jetzt durch so eine Kurzmeldung erfahren, dass der Counterpart im großen TV-Betrugsskandal ("Spielsucht im Kinderkanal") die inzwischen insolvente KOPPFILM (samt Tochtergesellschaften) mit einem System aus Luftrechnungen und Kick-Back-Zahlungen war; dies wurde in der Berichterstattung der Tagespresse bislang dezent weniger angesprochen. Und ich hatte mich immer gewundert, wie man so ein schönes Studio in Berlins Mitte bei dieser mörderischen Konkurrenz und einem ungeheuren Investionsdruck bei gleichzeitiger Entwertung durch preisliche Demokratisierung (jüngst: DaVinci-Farbkorrektur für 999$, übernommen durch BMD) so lange halten konnte.
Entgangen ist mir bis zur Lektüre dieser Kurzmeldungen auch, dass DVS inzwischen von Rhode & Schwarz sowie T-Sevenload von Burda gekauft wurde. Dass die deutschen Kommunalen Kinos indess' davor warnen, dass mit dem Hinfälligwerden der bevorstehenden 35-mm-Distribution Alte Filme nur noch via DVD-Repertoire projeziert werden können, hatte ich bereits anderweitig gehört.
Genauer gelesen habe ich aber die Meldung zur TV-Kopiersperre auf Seite 102 (Ausgabe 2/2011): ARD und ZDF planen anscheinend, Forderungen der US-Majors nachzukommen, und eine Kopiersperre für ihre HDTV-Kanäle einzubauen, die allerdings nur mit externen Decodern oder ganz neuen Geräten funktionieren soll. Man bekäme von ARD und ZDF ausweichende Antworten, aber im Effekt hieße dies aber wohl, das nach dem Abschalten zunächst der analogen TV-Kanäle und dann der digitalen SD-Kanäle, man nicht mehr privat Fernsehen aufzeichnen und konservieren können wird. Wie geht das mit Fernsehsteuern zusammen?
Apropos Fernsehsteuer: Eine Seite davor (S. 101) liest man den Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger im Interview und kann am Ende drei bemerkenswerte Sätze festhalten: "ARD und ZDF werden akut mit einem Riesenproblem konfrontiert, das öffentlich bislang kaum zur Kenntnis genommen worden ist: Auf die Sender kommen enorme Pensionszahlungen zu. Schon vor Jahren hat ein leitender ARD-Mitarbeiter prognostiziert, im Jahr 2015 werde man kein Geld mehr fürs Programm haben, weil die Pensionen alles auffressen."
So trifft einen das Thema wieder, das Rüdiger Suchsland vor kurzem so pointiert in die Öffentlichkeit gestellt hatte. Auf Seite 24 dieser Ausgabe kann man die Programmkürzungen des Ö-R-Rundfunks dann schon im Detail nachlesen. Eine Seite weiter (25) dann die allenthalbene "Hoffnung auf den Rundfunkbeitrag", die allgemeine Rundfunksteuer.
Ich denke, ob nun mit KEF-Zahlen oder ohne: Hier ist etwas deutlich verborgen und soll möglichst auch so bleiben, weil keiner bislang einfache Antworten darauf hat, wie man einer institutionellen Verfestigung seit sechs Jahrzehnten kreativ begegnen kann, um aus etwas Altem und Überlebten etwas Neues und Lebendiges zu schaffen.
JP
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Sonntag, 26. Juli 2009
Zwei Texte zu Peter Krieg.
Wie sehr uns Peter Krieg fehlen wird, zeigen zwei Texte (ein Feature und ein Interview), die ich heute im Netz gefunden habe:
• ein Feature aus Brand Eins (2005)
und
• ein Interview zum DVD-Release von "Septemberweizen" von Florian Widegger im DVD-Forum (2007)
Beim Interview-Text kann man fast jeden Satz nur ganz dick unterstreichen.
ATRIUM
• ein Feature aus Brand Eins (2005)
und
• ein Interview zum DVD-Release von "Septemberweizen" von Florian Widegger im DVD-Forum (2007)
Beim Interview-Text kann man fast jeden Satz nur ganz dick unterstreichen.
ATRIUM
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