Auf den platten Aprilscherz von ARD-Aktuell via tagesschau.de, wonach die Rootserver des Internet wegen ausgegangener IP4-Adressen nunmehr abgeschaltet würden, bin ich nicht reingefallen, auch wenn ein guter Freund mich mit einem entsprechenden Panikanruf aus dem noch guten Schlaf weckte. Dem Herrn konnte geholfen werden...
Dafür bin ich für mindestens eine Stunde der ct-Redaktion und deren Aprilscherz mit dem von der Industrie verheimlichten und epedemischen Bakterienfrass bei vom Glasmaster replizierten Neu-DVDs (samt gelblicher Pustel-Beweisfotos aus DVD-Laufwerken) komplett auf dem Leim gegangen. Die Geschichte war einfach zu gut, um sie (und die dahinter leicht vermutbare Verschwörung der Industrien) nicht glauben zu können. "Und das verstecken die auf Seite 90!".
Letztlich brachte mich nicht etwa Googeln davon ab, sondern die Kontradiktion, dass es im Scherz-Artikel einerseits hieß, auch alte DVDs wären kontaminierbar, an anderer Stelle aber, dass nur frische DVDs (aus den letzten 6 Monaten) davon betroffen seien. Gut gemacht, CT!
Das Bedauerliche an dieser Geschichte ist nun, dass DIES der Aprilscherz war und nicht etwa der für eine Computerzeitschrift aus der Graswurzelzeit euphorisch klingende Beitrag über militärische Kampfmittel- und "Aufklärungs"-Drohnen, dem in der nächsten Ausgabe auch noch ein Follow-up folgen soll. Nicht nur wurde aus der IT das Medium, sondern IT wird auch anscheinend zum Fluidum, in dem zwischen Kriegsmitteln sowie Kriegstechnik einerseits und Hobbyismus andererseits nicht mehr so genau unterschieden werden kann.
ATRIUM
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Freitag, 2. April 2010
Montag, 23. November 2009
Die Fallstricke des Offensichtlichen
CT berichtet in ihrer neuen Ausgabe 25/2009 von einem "Praxisvergleich" beim Filmpodium Zurück zwischen Film, Blu-Ray und 2K via DCP nach DCI-Norm. Dieser Beitrag ist dankenswerterweise auch online verfügbar:
http://www.heise.de/ct/artikel/Scheibe-statt-Rolle-862196.html
CINERMA schrieb mir dazu heute:
"Hier werden olle Duplikatkopien von 1993 mit frischen 4k Scans vom Original verglichen (Fall "Blade Runner") und damit Güten von Film vs. Digital/Blu ray beurteilt. Also sowas von haarsträubend, dass man sich nur wundern kann, aber typisch für die C'T. ..."
Dass die elektronischen Systeme ständig ausfallen, wie in dem Beitrag berichtet wird, ist zur Zeit nichts Ungewöhnliches: War es nicht auch so, dass in Ermangelung von technischen Fall-Backs bei der letzten Berlinale rund 2.000 Zuschauer samt Catherine Deneuve kurz nach Beginn der Vorstellung ausbezahlt und wieder nach Hause geschickt werden mussten, weil der HiTech-Digital-Beamer während der Vorstellung ausgefallen ist? — Man mag das noch als "Kinderkrankheiten" im Umfeld eines Technologiewechsels abtun.
Schwerwiegender scheint mir aber auch in diesem CT-Beitrag die Tendenz zu sein, dass Abbildungsparameter von Bild (um den Ton geht es zur Zeit weniger) geschichtlich rückwirkend appliziert werden und der technische Rückschritt der Quantifizierung und Matrifizierung mit seiner Datenbanklogik als kultureller Fortschritt gegenüber vermeintlich antiquierten Traditionen verkauft wird, so als würde man das Ende der Weimarer Republik mit den technischen Segnungen der ersten Mondflugs vergleichen. "Bordfunk und Radio" als sich ergänzendes Gegensatzpaar erklärt aber weder das eine Phänomen noch das andere. Ich bezeichne das mit der Sprachformel: Die Fallstricke des Offensichtlichen.
In einem hat der CT-Beitrag von Jan-Keno Janssen allerdings mehr als recht: Die Investitionen von 70.000 bis 100.000 Euro in 2K-Anlagen nach DCI-Norm sind verschwendetes Geld, weil man damit gerade die unabhängigen Kinos in kurzzyklige Investionsschleifen und damit aus dem Markt zu drängen versucht. Geradezu tollkühn ist dabei der wiederholt gescheiterte Versuch, Kinos mit vergünstigten Darlehen aus dem Topf der Filmförderung in den digitalen Sattel helfen zu wollen, damit sie endlich als Teil der neuen Investitionsschleife auch sogleich vom ökonomischen Pferd fallen können: Ein Kredit will erwirtschaftet sein. Ob die Subventionierung von überteuerter Technik, derzeit in der Südschiene der deutschen Regional-Filmförderung präferiert, nicht letztlich den gleichen Effekt hat, bleibt abzuwarten.
Denn es sind Kino-Anlagen bestehend aus Blu-ray Spielern + HD-Beamer inzwischen für rund 3.000 bis 3.500 Euro erhältlich, die zumindest für kleine und mittlere Kinos gegenüber den proprietären Kinonormen qualitativ mithalten können. Die nächstfolgenden HD-Beamer-Generationen dürften ihre Lichtstärke von derzeit 1.500/2.000 ANSI-Lumen bestimmt verdoppeln können; die Diskussionen um Auflösungsunterschiede zwischen HD und 2K sind genauso akademisch wie die im Artikel vorgetragenen Farbraum-Vergleiche. Angesichts des derzeit erzielten technischen Niveaus scheint der Versuch — mit 4K ein neues noch höheres Auflösungsraster für Kinos erneut als proprietäres Inselformat einführen und durchsetzen zu wollen — lediglich als Steigerungsform in einer Wiederholung des bereits Bekannten. Abzuwarten bliebe hier nur die bevorstehende Einführung von 4K für den Heimgebrauch, spätestens im Zuge von 3D=2x2K. Will man dann im Kino auf 8K oder 16K Auflösung hinauf gehen?
Angesichts des mehr als zehnjährigen Gezeteres um die Einführung von Digital Cinema ist nunmehr schlicht die Heimkinotechnik in ihrem Preis-Leistungsverhältnis an der Kino-Profitechnik vorbeigezogen - und zwar rasant. Selbst mit Duo-Projektion in HD ist man erst bei 10 % der Kosten für Profi-Kinotechnik angekommen. Dieser Vorbeizug der "Kino-Amateure" an den "Kino-Profis" wäre allerdings zu reflektieren, wenn man ihn produktiv umstülpen möchte.
Schlussfolgerung müßte also im Zuge des derzeit stattfindenden Rollouts des DigitalCinema gerade für die unabhängigen Kinobetreiber gegenüber lizenzgebenden "Filmverleihern" doch sein, auf Blu-Ray-Distribution alternativ gegenüber DCP/DCI fürs Kino zu bestehen, wenn einzelne Verleiher schon derzeit anfangen, lieber DVDs statt Filmkopien an Kinos bei gleich hoher prozentualer Lizenzforderung auszuliefern. Denn die überreife Entwicklung ist — wie oft bei "verspäteten Prozessen" — inzwischen hektisch geworden, wenn "Filmverleiher" dazu übergehen, sich statt einer Mindestgarantie lieber das Ziehen von Filmkopien von noch eine Filmkopie anfordernden Kinobetreibern lieber gleich komplett vorab bezahlen zu lassen, oder statt dessen anzubieten, lediglich eine DVD auszuliefern. Angesichts dieses neuen Umstands waren auch die Diskussionen vor wenigen Jahren um "e-Cinema" und "D-Cinema" noch nicht einmal akademisch.
Gerade die Applizierung von Heimkino-tauglichen Standards in einen Öffentlichkeit schaffenden Kinoraum würde es ermöglichen, komplett neue Kino-Geschäftsmodelle wie "Cinema on demand" webbasiert in Vernetzung mit Social Websites angehen zu können. Diese Option zur Einbeziehung einer vernetzten Community bei der Schaffung von Publikum ist das wirkliche Innovative gegenüber meinen Vorschlägen von vor 12 Jahren zu einem "Cinema on demand", damals noch ohne Internet gedacht.
In der Umkehrung würde dies auf Lizenzgeber-Seite allerdings bedeuten, dass es auch "Lizenz-Websites" geben müßte, die das historische Repertoire rechtlich einfach verfügbar halten. Nicht wenige in der Branche mit noch frischem Blick halten daher das etablierte System der Filmverleiher für "mittelalterlich". DCI führt hier als technische Norm letztlich zur Verstärkung einer Verknechtung der Kinobetreiber durch die Lizenzgeber. Dies wäre technologisch aufbrechbar; die bestehenden Kinos müßten allerdings zu diesem Zweck ihre passive Haltung gegenüber dem Status Quo aufgeben, was zugegebener Weise unbequem ist. Inwiefern eine auf einer Social Website gefundene und damit geschlossene Besuchergruppe ohne öffentliche Werbung ein "Heimkino" extern für ihre Zwecke anmieten kann, verschiebt das neue Phänomen auf das Terrain des Rechtlichen, wie wir es derzeit auch auf anderen Gebieten der Digitalisierung kennen. Allerdings scheint erst der Druck durch neue Verhältnisse in verknöcherten Strukturen Denkprozesse auszulösen.
Denkt man diesen Strang der Auslagerung der kuratorischen Funktion des Kinobetreibers an die Besucher weiter, bleibt natürlich das Problem der Vermittlung von Filmgeschichte. Derzeitige Modelle, ein solches "Cinema on demand" anzubieten, bleiben programmlich in der heutigen Kino-Hauptzielgruppe im ständig bereits Bekannten stecken. Das passiert allerdings auch aus Lizenzgründen. Aber vielleicht kann sich die Aufgabe der kuratorischen Verantwortung bei der Kinoprogrammmierung ja durch den "Kino-Seminarraum", vielleicht auch virtuell unterstützt, kompensieren. Die Frage ist freilich, wie dumm oder gescheit man sein zahlendes Publikum in spe hält.
All dies tangiert die Frage einer Historischen Aufführungspraxis des Kinos nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nach einer Zeit der Aufregung eine solche Welle aus den USA zu uns herüberschwappen wird. — In welche Richtung die Entwicklung des Kinos nach dem Zusammenbruch der heutigen Aufführungszeitfenster von 1 - 2 Wochen weiter gehen wird, bleibt offen. Ob das Kino als öffentlicher Ort überhaupt noch eine Zukunft auch als Geschäftsmodell haben kann, wird der kreative Umgang mit neuen Möglichkeiten erweisen. Den technischen Wettlauf hat das Kino jedenfalls auf absehbare Zeit verloren. Es kann nur mit neuen Sozialformen bei der Etablierung von Publikum wieder punkten lernen. Und dieser Lernweg wird sehr mühsam sein.
ATRIUM
http://www.heise.de/ct/artikel/Scheibe-statt-Rolle-862196.html
CINERMA schrieb mir dazu heute:
"Hier werden olle Duplikatkopien von 1993 mit frischen 4k Scans vom Original verglichen (Fall "Blade Runner") und damit Güten von Film vs. Digital/Blu ray beurteilt. Also sowas von haarsträubend, dass man sich nur wundern kann, aber typisch für die C'T. ..."
Dass die elektronischen Systeme ständig ausfallen, wie in dem Beitrag berichtet wird, ist zur Zeit nichts Ungewöhnliches: War es nicht auch so, dass in Ermangelung von technischen Fall-Backs bei der letzten Berlinale rund 2.000 Zuschauer samt Catherine Deneuve kurz nach Beginn der Vorstellung ausbezahlt und wieder nach Hause geschickt werden mussten, weil der HiTech-Digital-Beamer während der Vorstellung ausgefallen ist? — Man mag das noch als "Kinderkrankheiten" im Umfeld eines Technologiewechsels abtun.
Schwerwiegender scheint mir aber auch in diesem CT-Beitrag die Tendenz zu sein, dass Abbildungsparameter von Bild (um den Ton geht es zur Zeit weniger) geschichtlich rückwirkend appliziert werden und der technische Rückschritt der Quantifizierung und Matrifizierung mit seiner Datenbanklogik als kultureller Fortschritt gegenüber vermeintlich antiquierten Traditionen verkauft wird, so als würde man das Ende der Weimarer Republik mit den technischen Segnungen der ersten Mondflugs vergleichen. "Bordfunk und Radio" als sich ergänzendes Gegensatzpaar erklärt aber weder das eine Phänomen noch das andere. Ich bezeichne das mit der Sprachformel: Die Fallstricke des Offensichtlichen.
In einem hat der CT-Beitrag von Jan-Keno Janssen allerdings mehr als recht: Die Investitionen von 70.000 bis 100.000 Euro in 2K-Anlagen nach DCI-Norm sind verschwendetes Geld, weil man damit gerade die unabhängigen Kinos in kurzzyklige Investionsschleifen und damit aus dem Markt zu drängen versucht. Geradezu tollkühn ist dabei der wiederholt gescheiterte Versuch, Kinos mit vergünstigten Darlehen aus dem Topf der Filmförderung in den digitalen Sattel helfen zu wollen, damit sie endlich als Teil der neuen Investitionsschleife auch sogleich vom ökonomischen Pferd fallen können: Ein Kredit will erwirtschaftet sein. Ob die Subventionierung von überteuerter Technik, derzeit in der Südschiene der deutschen Regional-Filmförderung präferiert, nicht letztlich den gleichen Effekt hat, bleibt abzuwarten.
Denn es sind Kino-Anlagen bestehend aus Blu-ray Spielern + HD-Beamer inzwischen für rund 3.000 bis 3.500 Euro erhältlich, die zumindest für kleine und mittlere Kinos gegenüber den proprietären Kinonormen qualitativ mithalten können. Die nächstfolgenden HD-Beamer-Generationen dürften ihre Lichtstärke von derzeit 1.500/2.000 ANSI-Lumen bestimmt verdoppeln können; die Diskussionen um Auflösungsunterschiede zwischen HD und 2K sind genauso akademisch wie die im Artikel vorgetragenen Farbraum-Vergleiche. Angesichts des derzeit erzielten technischen Niveaus scheint der Versuch — mit 4K ein neues noch höheres Auflösungsraster für Kinos erneut als proprietäres Inselformat einführen und durchsetzen zu wollen — lediglich als Steigerungsform in einer Wiederholung des bereits Bekannten. Abzuwarten bliebe hier nur die bevorstehende Einführung von 4K für den Heimgebrauch, spätestens im Zuge von 3D=2x2K. Will man dann im Kino auf 8K oder 16K Auflösung hinauf gehen?
Angesichts des mehr als zehnjährigen Gezeteres um die Einführung von Digital Cinema ist nunmehr schlicht die Heimkinotechnik in ihrem Preis-Leistungsverhältnis an der Kino-Profitechnik vorbeigezogen - und zwar rasant. Selbst mit Duo-Projektion in HD ist man erst bei 10 % der Kosten für Profi-Kinotechnik angekommen. Dieser Vorbeizug der "Kino-Amateure" an den "Kino-Profis" wäre allerdings zu reflektieren, wenn man ihn produktiv umstülpen möchte.
Schlussfolgerung müßte also im Zuge des derzeit stattfindenden Rollouts des DigitalCinema gerade für die unabhängigen Kinobetreiber gegenüber lizenzgebenden "Filmverleihern" doch sein, auf Blu-Ray-Distribution alternativ gegenüber DCP/DCI fürs Kino zu bestehen, wenn einzelne Verleiher schon derzeit anfangen, lieber DVDs statt Filmkopien an Kinos bei gleich hoher prozentualer Lizenzforderung auszuliefern. Denn die überreife Entwicklung ist — wie oft bei "verspäteten Prozessen" — inzwischen hektisch geworden, wenn "Filmverleiher" dazu übergehen, sich statt einer Mindestgarantie lieber das Ziehen von Filmkopien von noch eine Filmkopie anfordernden Kinobetreibern lieber gleich komplett vorab bezahlen zu lassen, oder statt dessen anzubieten, lediglich eine DVD auszuliefern. Angesichts dieses neuen Umstands waren auch die Diskussionen vor wenigen Jahren um "e-Cinema" und "D-Cinema" noch nicht einmal akademisch.
Gerade die Applizierung von Heimkino-tauglichen Standards in einen Öffentlichkeit schaffenden Kinoraum würde es ermöglichen, komplett neue Kino-Geschäftsmodelle wie "Cinema on demand" webbasiert in Vernetzung mit Social Websites angehen zu können. Diese Option zur Einbeziehung einer vernetzten Community bei der Schaffung von Publikum ist das wirkliche Innovative gegenüber meinen Vorschlägen von vor 12 Jahren zu einem "Cinema on demand", damals noch ohne Internet gedacht.
In der Umkehrung würde dies auf Lizenzgeber-Seite allerdings bedeuten, dass es auch "Lizenz-Websites" geben müßte, die das historische Repertoire rechtlich einfach verfügbar halten. Nicht wenige in der Branche mit noch frischem Blick halten daher das etablierte System der Filmverleiher für "mittelalterlich". DCI führt hier als technische Norm letztlich zur Verstärkung einer Verknechtung der Kinobetreiber durch die Lizenzgeber. Dies wäre technologisch aufbrechbar; die bestehenden Kinos müßten allerdings zu diesem Zweck ihre passive Haltung gegenüber dem Status Quo aufgeben, was zugegebener Weise unbequem ist. Inwiefern eine auf einer Social Website gefundene und damit geschlossene Besuchergruppe ohne öffentliche Werbung ein "Heimkino" extern für ihre Zwecke anmieten kann, verschiebt das neue Phänomen auf das Terrain des Rechtlichen, wie wir es derzeit auch auf anderen Gebieten der Digitalisierung kennen. Allerdings scheint erst der Druck durch neue Verhältnisse in verknöcherten Strukturen Denkprozesse auszulösen.
Denkt man diesen Strang der Auslagerung der kuratorischen Funktion des Kinobetreibers an die Besucher weiter, bleibt natürlich das Problem der Vermittlung von Filmgeschichte. Derzeitige Modelle, ein solches "Cinema on demand" anzubieten, bleiben programmlich in der heutigen Kino-Hauptzielgruppe im ständig bereits Bekannten stecken. Das passiert allerdings auch aus Lizenzgründen. Aber vielleicht kann sich die Aufgabe der kuratorischen Verantwortung bei der Kinoprogrammmierung ja durch den "Kino-Seminarraum", vielleicht auch virtuell unterstützt, kompensieren. Die Frage ist freilich, wie dumm oder gescheit man sein zahlendes Publikum in spe hält.
All dies tangiert die Frage einer Historischen Aufführungspraxis des Kinos nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nach einer Zeit der Aufregung eine solche Welle aus den USA zu uns herüberschwappen wird. — In welche Richtung die Entwicklung des Kinos nach dem Zusammenbruch der heutigen Aufführungszeitfenster von 1 - 2 Wochen weiter gehen wird, bleibt offen. Ob das Kino als öffentlicher Ort überhaupt noch eine Zukunft auch als Geschäftsmodell haben kann, wird der kreative Umgang mit neuen Möglichkeiten erweisen. Den technischen Wettlauf hat das Kino jedenfalls auf absehbare Zeit verloren. Es kann nur mit neuen Sozialformen bei der Etablierung von Publikum wieder punkten lernen. Und dieser Lernweg wird sehr mühsam sein.
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Samstag, 9. Mai 2009
Schwellenjahre
1949: Das erste Computerprogramm startet
Auf der Website des CT-Magazins von Heise heute ein Beitrag von Detlef Borchers über den ersten Softwarestart auf einem Computer im Jahre 1949. Neunerjahre sind Schwellenjahre. Und es mag sein, dass aufgrund der heutigen Relevanz die Kultur-Historie der Digitalkultur, ihrer "Devices" und Denkungsart zunächst wichtiger erscheint aufzuarbeiten, als die analoge Bild-, Ton-, und AV-Aufzeichnung, -Archivierung sowie -Wiedergabe. Dies wird sich wohl erst dann ändern, wenn das Ende der digitalen Kulturkette in den Ressourcen (Rohstoffe und Energie) absehbar wird und auch die digitale Kultur zu einer Episode der Weltgeschichte hinabsteigt.
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Montag, 4. Mai 2009
Vor 70 Jahren: New Yorker Weltausstellung 1939
Die Website des CT Magazins vom Heise-Verlag erinnert mit einem Beitrag von Detlef Borchers an die Eröffnung der New Yorker Weltausstellung von 1939, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Der Artikel enthält zahlreiche Links zu online abrufbaren Webfilmen beim Internet Archive in San Francisco.
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