Wenn ich mir die Ereignisse in Stuttgart um die Insolvenz des Kommunalen Kinos mit heutigem Wissensstand betrachte, dann werde ich den Eindruck nicht los, dass die dortige Landesbank mit der Absicht künftigen Stopfens von "Finanzierungslücken" durch neu eingefädelte Immobiliengeschäfte "im kleinen Dienstweg" rund um kulturell nutzbare Liegenschaften auch die Aufgabe der kommunalen Kulturpolitik dort vor Ort gleich mit übernommen hat.
Eine Zusammenfassung der Ereignisse um das Koki Stuttgart findet sich auf dieser Website der Stuttgarter Zeitung:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1792838
Besonders erhellend ist nun die Mitteilungsvorlage GRDrs 71/2009 vom 03.02.2009 der Landeshauptstadt Stuttgart,
Referat Kultur/Bildung und Sport, für das Stadtparlament, die ebenfalls online gestellt wurde:
http://www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/KSDRedSystem.nsf/AlleDok/FDC8CC6DC71F02C1C12575550036FB16/$File/EC41A1FFEF0FC8A2C12575510030B629.pdf?OpenElement
Da kam ein relativ chaotisch arbeitender Kinobetriebsverein wohl künftigen Immoblienplänen an der Friedrichstraße sehr zu pass, eine sonst nicht mehr am freien Markt vermietbare Immobilie gegenüber dem Hauptbahnhof mit neuen und langfristigen Mietverträgen an eine Körperschaft mit Gewährträgerhaftung zu verhökern, ob sich ein Großer Saal mit Bergsteigersitzreihen für den Schauspielbetrieb nun eignet oder nicht, ob einem neuen Kino ein Mischbetrieb mit Schauspiel im selben Haus nun zuträglich ist oder nicht und ob sich die Lage eben nicht mehr an einem Platz, sondern an Durchgangsstraßen des Autoverkehrs für eine musische Betätigung oder zum Flanieren nun eignet oder nicht.
ATRIUM
Montag, 16. März 2009
3-D ohne Brille in TV und Kino
Thomas Jüngling berichtet heute in Welt.de über die Entwicklungen hin zu 3-D-Ohne-Brille als holographische Darstellung für Fernsehen, Digitalmedien und - zuletzt eben auch - Kino:
Der Direktlink:
http://www.welt.de/webwelt/article3383862/So-funktionieren-die-neuen-Hologramm-Fernseher.html
ATRIUM
Der Direktlink:
http://www.welt.de/webwelt/article3383862/So-funktionieren-die-neuen-Hologramm-Fernseher.html
ATRIUM
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20 Jahre Avid: der Avid/1 wird zur NAB 1989 als Produkt eingeführt
Wir schwingen und klingen in diesem 9er-Jahr aber wirklich in den Zehnerintervallen:
Zur NAB Fachmesse in Las Vegas wurde im April 1989 das Avid/1-Schnittsystem von Avid Technologies als fertiges Produkt eingeführt und damit die technisch-künstlerische Revolution des Desktop Video und des NLE, des Non-Linear Editing, begründet.
Wir feiern dieses Jahr damit nicht nur 10 Jahre "Final Cut Pro" von Apple, 20 Jahre "Avid", 30 Jahre PC-Festplatte von Seagate (5.25", 5MB), 40 Jahre 3/4-Zoll-Video von Sony als Vorläufer von u-matic sondern auch 50 Jahre RAMAC von IBM als erste kommerzielle Computerfestplatte überhaupt. Von den 80 Jahren Tonfilm seit 1929 war ja bereits schon die Rede hier.
ATRIUM
Zur NAB Fachmesse in Las Vegas wurde im April 1989 das Avid/1-Schnittsystem von Avid Technologies als fertiges Produkt eingeführt und damit die technisch-künstlerische Revolution des Desktop Video und des NLE, des Non-Linear Editing, begründet.
Wir feiern dieses Jahr damit nicht nur 10 Jahre "Final Cut Pro" von Apple, 20 Jahre "Avid", 30 Jahre PC-Festplatte von Seagate (5.25", 5MB), 40 Jahre 3/4-Zoll-Video von Sony als Vorläufer von u-matic sondern auch 50 Jahre RAMAC von IBM als erste kommerzielle Computerfestplatte überhaupt. Von den 80 Jahren Tonfilm seit 1929 war ja bereits schon die Rede hier.
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Sonntag, 15. März 2009
Die Zukunft der Römischen Verträge
Was sagen eigentlich die Astrologen zur Zukunft der Römischen Verträge und zur Zukunft der EU?
Fragen wir doch doch mal DHARMARUCI aus Glastonbury, UK.
Hier der Link:
http://astrotabletalk.blogspot.com/2009/03/dissolution-of-european-union.html
Der entscheidende Passus der Prognose:
ATRIUM
Fragen wir doch doch mal DHARMARUCI aus Glastonbury, UK.
Hier der Link:
http://astrotabletalk.blogspot.com/2009/03/dissolution-of-european-union.html
Der entscheidende Passus der Prognose:
So there are very strong transformative pressures already under way in both charts. Pluto takes us down to bare necessities, to that which we need for our survival and continued evolution: anything else is dross, and has to go. Uranus can bring sudden separation and disintegration. The EU, as I have said, does not have a reason to stay together on a survival level. The astrology is telling me quite unambiguously that the EU is going to unravel in the coming years. The most that I can see being left is a protectionist bloc made up of some of the richer countries.
ATRIUM
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Faust und die Kathodenstrahlröhre
In der NYT heute ein Nachruf auf den am 5. März im Alter von 99 Jahren verstorbenen Thomas T. Goldsmith Jr., der zunächst als Fernseh-Pionier in den späten 1930ern in den USA die Adaption der Kathodenstrahlröhre für Fernsehdarstellungen entwickelte und dann bereits 1947 ein frühes Patent für ein interaktives Videospiel erhielt (und es durch die Verfrühung nicht am Markt durchsetzen konnte).
Die jahrelang regelmäßig am Dienstag in der NYT erscheinene DVD-Kolumne von Dave Kehr wurde vor kurzem auf Sonntag verlegt und anscheinend mit mehr Raum bedacht. Dave Kehr rezensiert heute u.a. die DVD-Neuausgabe von FAUST, Murnaus luxoriöser Verfilmung des Stoffs von 1926. Das besondere an dieser DVD-Edition ist, dass es sich um die von Murnau authorisierte US-Schnittfassung handelt, die von Luciano Berriatúa im Hause der "Filmoteca Española" erstellt wurde.
ATRIUM
Die jahrelang regelmäßig am Dienstag in der NYT erscheinene DVD-Kolumne von Dave Kehr wurde vor kurzem auf Sonntag verlegt und anscheinend mit mehr Raum bedacht. Dave Kehr rezensiert heute u.a. die DVD-Neuausgabe von FAUST, Murnaus luxoriöser Verfilmung des Stoffs von 1926. Das besondere an dieser DVD-Edition ist, dass es sich um die von Murnau authorisierte US-Schnittfassung handelt, die von Luciano Berriatúa im Hause der "Filmoteca Española" erstellt wurde.
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Samstag, 14. März 2009
Mein Schimpanse ist von Beruf ein Logistiker
Bestimmt kennen einige noch das Lied "Mein Mädel ist nur eine Schuhverkäuferin" aus dem "musikalischen Konversationslustspiel" mit dem Titel "Meine Schwester und ich" von Ralph Benatzky, das, 1930 in Berlin uraufgeführt, neben dem "Weißen Rössl" zu den bekanntesten Stücken des vor den Nazis emigrierten Komponisten und Librettisten gehört. Zu den Songs über Berufsinhaber können wir nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nun noch einen weiteren hinzufügen mit dem Song-Refrain: "Mein Schimpanse ist von Beruf ein Logistiker". Heinz Woezel hätte in den 1950ern aus diesem Refrain einen grandiosen Gassenhauer gemacht.
Der Scherz hat einen tieferen Sinn, denn Anfang der Woche ging eine Nachricht durch die Agenturen und Zeitungen, die uns von Santino aus der schwedischen Stadt Gävle berichtet wurde, eine Stadt in der bedauerlicherweise die Falschen hinter schwedischen Gardinen sitzen, was dem armen Mann dazu brachte, planmäßig in seiner Zelle Steine zu sammeln, um sie Gaffern entgegen zu werfen.
Die Sensation, die sich dahinter nun verbirgt, ist die Tatsache, dass Santino ein Schimpansen-Männchen im Furuvik-Tierpark ist und die Gaffer sich als Biologen und Verhaltensforscher der Universität Lund um Mathias Osvath entpuppten, die uns via Fachmagazin "Current Biology" - so die SZ - mitteilten, daß
dpa und ap berichteten darüber hinaus:
Das ist in der Verhaltensforschung bei Primaten eine Sensation und revidiert die schwarze "Subtraktionsanthropologie" (Mensch ist, wenn man das Tierische abzieht und das Gedankliche zum einzigen Wesensmerkmal macht) grundlegend. Dass dies evident sein muß, habe ich schon in den 1980ern bei meinem Lehrer Rudolf zur Lippe in Oldenburg lernen können.
Darüber hinaus ist es nach der wissenschaftlichen Entdeckung der Infraschall-Weitraumkommunikation durch Bodenübertragung und Bodenabtastung bei Elefantenpopulationen durch Caitlin O'Connell nicht nur ein weiterer Meilenstein der Ethologie, sondern darüber hinaus auch ein Indiz auf dem Gebiet der erkenntnistheoretisch orientierten Anthropologie.
Dazu müssen wir noch einen Schritt weitergehen und jetzt wird es spannend:
Es gibt seit etwa 10 - 15 Jahren eine Reihe von Ereignissen, auf die wir uns eigentlich keinen so rechten Reim machen können. Das Spektrum reicht von 9/11 über UFO-Erlebnisse und hin zu Kornkreisen. Also der ganze Esoterikkram, den man lieber in "Cheap Television" abschiebt, eine andere Art von Zoo und auch vergittert.
Es gibt allerdings einen, der den Schimpansen Santino aus Schweden mit diesen anderen seltsamen obskuren Dingen zusammen bringen kann - und wenn man die Kraft zum Zusammenbringen von Heterogenem hat, dann darf man sich Synthetiker nennen. Einer dieser Synthetiker heißt Daniel Pinchbeck und er hat darüber ein Buch geschrieben mit dem Titel
2012. Die Rückkehr der gefiederten Schlange
(und im englischen Original: 2012: The Return of Quetzalcoatl)
Dazu der Klappentext dieses Buchtitels:
Pinchbeck behauptet, dass ein Bewußtseinssprung unmittelbar bevorsteht und dieser nur krisenhaft und unter Zwang sich gebären wird; er argumentiert dabei auch mit den Theoremen von Jean Gebser, Pierre Teilhard de Chardin und - sehr überraschend - Rudolf Steiner.
Als ich Jean Gebser und Adorno in den 1980ern parallel gelesen habe, und Spaß daran fand, wie man bei Gebser im Gegensatz zu Adorno locker das Geschichtsmodell von Hegel komplett integrieren kann, war mir schon klar, dass der Schritt zur integralen Bewußtseinsstruktur irgendwann passieren wird, so in 400 - 500 Jahren. Dass das nun nicht nächste Woche, aber dann schon bis zum 21.12. 2012 stattfinden soll, hat für mich dann doch etwas Beängstigendes.
Und wenn man dann die Interpretatoren der Maya-Kalender (also vor allem Major-Jenkins) liest, die für Herbst 2008 eine große Wirtschaftskrise bereits vor rund 10 Jahren vorhergesagt hatten, dann dachte ich noch im Frühjahr 2008: "Naja, dass bisschen Subprime über dem Atlantik kann ja so schlimm nicht sein: Da haben die Prognostiker aber etwas übertrieben." Wie man sich täuschen kann! Mit Pinchbeck darf man konstatieren: 2012 ist ein mächtiger Archetypus.
Was hat nun der Schimpanse mit Pinchbeck zu tut? -- Die Prognostik wäre die, dass die Menschen und das heißt die Menschheit einen diskontinuierlichen (und angstsbesetzten) Bewußtseinssprung erleben werden und mit ihnen die Tierwelt und Pflanzenwelt, so dass die Pflanzenwelt tierisches Bewußtsein erlangt und die Tierwelt menschliches. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, dass die bodengestützte, elefantische Infraschall-Weitraumkommunikation wahrscheinlich schon seit ein paar zehntausend Jahren die tierische Grundform auch des menschlichen Internets ist; und deswegen ist ein wissenschaftlicher Bericht über einen, mittlerweile kastrierten, Schimpansen, der sich im schwedischen Zoo im Beruf des Logistikers übt, ein so überaus wichtiges Indiz, was um uns herum so alles gerade eben passiert, auch dann, wenn wir uns auf jugendliches Verhalten im Rems-Murr-Kreis keinen Reim mehr machen können.
Was das Ganze mit "Kinokultur" und "Kinoperspektiven" zu tun hat? -- Na, wir erinnern uns noch an den bedeutendsten bewußtseinserweiternden und bewußtseinsschaffenden Steinwurf eines Schimpansen in der Filmgeschichte? Notfalls auch vom 70mm breiten Breitfilmstreifen? Das war für mich mit 14 mein für alle Zeiten prägendes Kinoerlebnis im Stuttgarter Atrium. Das betreffende Kunstwerk wird heute, 14.03., um 20.30 h im Frankfurter Filmmuseum gezeigt, in 70mm-Präsentation, auf halben Wege zwischen 2012 und 2001, gut 40 Jahre nach den letzten rebellischen und bewußtseinserweiterten Zeiten von '68/'69.
Wer den Pinchbeck noch nicht gelesen hat, sollte dies möglichst bald tun.
Drei der Pressemeldungen zum schwedischen Logistiker finden sich hier:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/508/461136/text/
http://de.news.yahoo.com/2/20090310/tpl-schimpanse-legte-fuer-attacken-auf-z-ee974b3.html
http://www.netzeitung.de/wissenschaft/1295537.html
ATRIUM
Der Scherz hat einen tieferen Sinn, denn Anfang der Woche ging eine Nachricht durch die Agenturen und Zeitungen, die uns von Santino aus der schwedischen Stadt Gävle berichtet wurde, eine Stadt in der bedauerlicherweise die Falschen hinter schwedischen Gardinen sitzen, was dem armen Mann dazu brachte, planmäßig in seiner Zelle Steine zu sammeln, um sie Gaffern entgegen zu werfen.
Die Sensation, die sich dahinter nun verbirgt, ist die Tatsache, dass Santino ein Schimpansen-Männchen im Furuvik-Tierpark ist und die Gaffer sich als Biologen und Verhaltensforscher der Universität Lund um Mathias Osvath entpuppten, die uns via Fachmagazin "Current Biology" - so die SZ - mitteilten, daß
dem Affen demnach nicht nur bewusst (ist), womit er in Zukunft rechnen muss. Er bereitete sich auf die zu erwartenden Ereignisse und sogar seine eigenen zukünftigen Gefühle, seinen mentalen Zustand, auch gezielt vor.
Ihre Beobachtungen, erklärte Osvath, deuteten darauf hin, dass Menschenaffen ein weit entwickeltes Bewusstsein besitzen. "Sie verfügen sehr wahrscheinlich über eine 'innere Welt' wie wir, wenn es darum geht, sich an vergangene Ereignisse unseres Lebens zu erinnern oder an bevorstehende Tage zu denken".
dpa und ap berichteten darüber hinaus:
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig bewerteten die Studie als sehr überzeugend. Die Forscher hatten bereits im Jahr Jahr 2006 herausgefunden, dass Affen wie kleine Manager in Kategorien von Produktivität und Effektivität denken können. Bei Versuchen in Uganda zeigte sich, dass die Tiere erkennen können, wann sie Hilfe brauchen und sich dann die besten Helfer suchen. Die nun festgestellte Vorausplanung war aber bisher kaum bekannt.
Das ist in der Verhaltensforschung bei Primaten eine Sensation und revidiert die schwarze "Subtraktionsanthropologie" (Mensch ist, wenn man das Tierische abzieht und das Gedankliche zum einzigen Wesensmerkmal macht) grundlegend. Dass dies evident sein muß, habe ich schon in den 1980ern bei meinem Lehrer Rudolf zur Lippe in Oldenburg lernen können.
Darüber hinaus ist es nach der wissenschaftlichen Entdeckung der Infraschall-Weitraumkommunikation durch Bodenübertragung und Bodenabtastung bei Elefantenpopulationen durch Caitlin O'Connell nicht nur ein weiterer Meilenstein der Ethologie, sondern darüber hinaus auch ein Indiz auf dem Gebiet der erkenntnistheoretisch orientierten Anthropologie.
Dazu müssen wir noch einen Schritt weitergehen und jetzt wird es spannend:
Es gibt seit etwa 10 - 15 Jahren eine Reihe von Ereignissen, auf die wir uns eigentlich keinen so rechten Reim machen können. Das Spektrum reicht von 9/11 über UFO-Erlebnisse und hin zu Kornkreisen. Also der ganze Esoterikkram, den man lieber in "Cheap Television" abschiebt, eine andere Art von Zoo und auch vergittert.
Es gibt allerdings einen, der den Schimpansen Santino aus Schweden mit diesen anderen seltsamen obskuren Dingen zusammen bringen kann - und wenn man die Kraft zum Zusammenbringen von Heterogenem hat, dann darf man sich Synthetiker nennen. Einer dieser Synthetiker heißt Daniel Pinchbeck und er hat darüber ein Buch geschrieben mit dem Titel
2012. Die Rückkehr der gefiederten Schlange
(und im englischen Original: 2012: The Return of Quetzalcoatl)
Dazu der Klappentext dieses Buchtitels:
Während einer Reportage über schamanisches Reisen am Amazonas erfuhr der Journalist und Autor Daniel Pinchbeck mehr über die Prophezeiung des Maya-Kalender und erkannte überwältigt von seinen Erlebnissen -, dass die Menschheit vor der Wahl steht, entweder eine höhere Bewusstseinsstufe zu erreichen oder auf eine ökologische Katastrophe zuzusteuern: Mit der Rückkehr der Gottheit Quetzalcoatl der gefiederten Schlange steht das Jahr 2012 für den Übergang von unserer jetzigen Lebensform zu einer neuen, die in eine höhere Bewusstseinsform mündet. Der US-Bestseller- und Kult-Autor Daniel Pinchbeck beschreibt, wie wir uns auf diese spirituelle Veränderung vorbereiten können. Eine fesselnde Prophezeiung, die glaubhaft die Notwendigkeit der Erweiterung unseres Bewusstseins vor Augen führt.
Nach den Prophezeiungen des Maya-Kalenders markiert das Jahr 2012 den Übergang zu einem neuen Weltzeitalter, einer höheren Bewusstseinsform. Anhand seiner eigenen, fesselnden Biografie, in der sich Bewusstseinsexperimente wie Drogenkonsum ebenso finden wie schamanische Reisen oder Trancezustände, gelingt es Daniel Pinchbeck, den komplexen Prozess der Bewusstseinserweiterung zu veranschaulichen. Seine ganz persönlichen Erkenntnisse und Erlebnisse spiegeln die Möglichkeit zur spirituellen Transformation für uns alle wider und zeigt, dass eine große Zeitenwende bevorsteht.
Pinchbeck behauptet, dass ein Bewußtseinssprung unmittelbar bevorsteht und dieser nur krisenhaft und unter Zwang sich gebären wird; er argumentiert dabei auch mit den Theoremen von Jean Gebser, Pierre Teilhard de Chardin und - sehr überraschend - Rudolf Steiner.
Als ich Jean Gebser und Adorno in den 1980ern parallel gelesen habe, und Spaß daran fand, wie man bei Gebser im Gegensatz zu Adorno locker das Geschichtsmodell von Hegel komplett integrieren kann, war mir schon klar, dass der Schritt zur integralen Bewußtseinsstruktur irgendwann passieren wird, so in 400 - 500 Jahren. Dass das nun nicht nächste Woche, aber dann schon bis zum 21.12. 2012 stattfinden soll, hat für mich dann doch etwas Beängstigendes.
Und wenn man dann die Interpretatoren der Maya-Kalender (also vor allem Major-Jenkins) liest, die für Herbst 2008 eine große Wirtschaftskrise bereits vor rund 10 Jahren vorhergesagt hatten, dann dachte ich noch im Frühjahr 2008: "Naja, dass bisschen Subprime über dem Atlantik kann ja so schlimm nicht sein: Da haben die Prognostiker aber etwas übertrieben." Wie man sich täuschen kann! Mit Pinchbeck darf man konstatieren: 2012 ist ein mächtiger Archetypus.
Was hat nun der Schimpanse mit Pinchbeck zu tut? -- Die Prognostik wäre die, dass die Menschen und das heißt die Menschheit einen diskontinuierlichen (und angstsbesetzten) Bewußtseinssprung erleben werden und mit ihnen die Tierwelt und Pflanzenwelt, so dass die Pflanzenwelt tierisches Bewußtsein erlangt und die Tierwelt menschliches. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, dass die bodengestützte, elefantische Infraschall-Weitraumkommunikation wahrscheinlich schon seit ein paar zehntausend Jahren die tierische Grundform auch des menschlichen Internets ist; und deswegen ist ein wissenschaftlicher Bericht über einen, mittlerweile kastrierten, Schimpansen, der sich im schwedischen Zoo im Beruf des Logistikers übt, ein so überaus wichtiges Indiz, was um uns herum so alles gerade eben passiert, auch dann, wenn wir uns auf jugendliches Verhalten im Rems-Murr-Kreis keinen Reim mehr machen können.
Was das Ganze mit "Kinokultur" und "Kinoperspektiven" zu tun hat? -- Na, wir erinnern uns noch an den bedeutendsten bewußtseinserweiternden und bewußtseinsschaffenden Steinwurf eines Schimpansen in der Filmgeschichte? Notfalls auch vom 70mm breiten Breitfilmstreifen? Das war für mich mit 14 mein für alle Zeiten prägendes Kinoerlebnis im Stuttgarter Atrium. Das betreffende Kunstwerk wird heute, 14.03., um 20.30 h im Frankfurter Filmmuseum gezeigt, in 70mm-Präsentation, auf halben Wege zwischen 2012 und 2001, gut 40 Jahre nach den letzten rebellischen und bewußtseinserweiterten Zeiten von '68/'69.
Wer den Pinchbeck noch nicht gelesen hat, sollte dies möglichst bald tun.
Drei der Pressemeldungen zum schwedischen Logistiker finden sich hier:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/508/461136/text/
http://de.news.yahoo.com/2/20090310/tpl-schimpanse-legte-fuer-attacken-auf-z-ee974b3.html
http://www.netzeitung.de/wissenschaft/1295537.html
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zur Lippe
Freitag, 13. März 2009
"Final Cut Pro" wird 10 Jahre alt
AppleInsider erinnert heute den heurig 10. Jahrestag der Erstveröffentlichung von Apples NLE-Editor-Software "FINAL CUT PRO", an seine Entwicklungsgeschichte und Bedeutung im Produktportfolio des kalifornischen Computersystemunternehmens sowie die zeitlich in NAB-Nähe zu erwartende Produktaktualisierung in "Pro"-Segment.
ATRIUM
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John Cooper ist neuer Festivalleiter in Sundance
Wie die NYT bereits am 11.03. berichtete, wurde der langjährige Leiter der Festivalprogrammierung John Cooper zum neuen Festivalleiter des Sundance Film Festival in Park City, Bundesstaat Utah (USA), ernannt. Der bisherige Sundance-Leiter Geoffrey Gilmore wechselt nach New York zur Trägergesellschaft des Tribeca Film Festivals in Manhattan.
ATRIUM
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Sony-Videobänder: bitte bevorraten Sie sich
Heute gehen Meldungen von ap und afp über die "Ticker", die nicht mehr "tickern", und zwar zu wild protestierenden Arbeitern in einem französischen Sony-Werk.
Die eigentliche Bedeutung, die uns diese Meldungen heranbringen, liegt in der Tatsache, dass es sich bei dem Sony-Werk um die kurz von ihrer Schließung befindliche Magnetbandfabrik in PONTONX-SUR-L'ADOUR (südlich von Bordeaux und nahe der spanischen Grenze) handelt.
Ich rate dringend zur Bevorratung nicht nur in der Angelegenheit "Glühbirnen", sondern auch bei Videokassetten für die diversen noch aktuellen Videoformat-Standards.
ATRIUM
Die eigentliche Bedeutung, die uns diese Meldungen heranbringen, liegt in der Tatsache, dass es sich bei dem Sony-Werk um die kurz von ihrer Schließung befindliche Magnetbandfabrik in PONTONX-SUR-L'ADOUR (südlich von Bordeaux und nahe der spanischen Grenze) handelt.
Ich rate dringend zur Bevorratung nicht nur in der Angelegenheit "Glühbirnen", sondern auch bei Videokassetten für die diversen noch aktuellen Videoformat-Standards.
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Ein schwer vermittelbarer Vorschlag
Der Heise-Verlag meldet heute den Start der Geburtstagsfeierlichkeiten beim CERN in Genf als 20-jähriges Jubiläum jener Ereingnisse, die zur Verwirklichung des World Wide Web durch Tim Berners-Lee führten:
http://www.heise.de/newsticker/Vor-20-Jahren-Ein-schwer-vermittelbarer-Vorschlag-und-der-Anfang-des-Web--/meldung/134419
ATRIUM
http://www.heise.de/newsticker/Vor-20-Jahren-Ein-schwer-vermittelbarer-Vorschlag-und-der-Anfang-des-Web--/meldung/134419
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Donnerstag, 12. März 2009
Filmmuseum Frankfurt am Main schärft seine 70mm-Kompetenz
Das Filmmuseum Frankfurt hat einen Tag vor Start seiner Breitbildschau soeben die Website aufgepeppelt:
neben dem Dank an den Vorspieler, Deutsche Kinemathek, und den Hinweis auf deren Publikation ("Bigger than ...") werden die grundlegenden enzyklopädischen Kinoformat-Internetportale von Thomas Hauerslev und Martin Hart ausdrücklich empfohlen (die in Berlin keine Erwähnung wert waren).
Darüberhinaus liest man auch den Veranstaltungshinweis/Vorschau des Kooperationspartners 'Schauburg' aus Karlsruhe mit neuen Akzenten im Oktober und einige Filmbetrachtungen aus meiner Perspektive zu den Filmen "Playtime", "2001", "Ben-Hur" und "Lawrence of Arabia" - mit Rekurs auf die Filmtheoretiker, die seinerzeit der Überdehnung des Kinoformats Widerstand entgegensetzten (Letzteres bewusst schmucklos gehalten und auf PDF aufrufbar): http://www.deutschesfilmmuseum.de/pre/ft3.php?id=body&main=70mm&img=3img3&ass=1
Insgesamt schimmert ein Profil mit hoher Autonomie hindurch, die auf die Erfahrungen der 70mm-Main-Festivals seit 1988 aufbaut. Seit Wochen wurden kinotechnische Prüfungen und Justagen durchgeführt, die das historische Versprechen des 70mm-Verfahrens auf einen "rock steady"-Bildstand, eine randscharfe und kontrastreiche Projektion, eine unbeschnittene Aspect Ratio sowie auf die Güte penibel einzumessener Raumtöne jeglicher Coleur klar unter Beweis stellen.
An diesen Mindestvoraussetzungen war Berlin gescheitert: die kinotechnischen Zustände waren als desaströs zu bezeichnen und wurden trotz Warnungen im Vorfeld der Veranstaltungen offenbar billigend inkauf genommen.
CINERMA
Korrespondentenbericht aus Frankfurt am Main
neben dem Dank an den Vorspieler, Deutsche Kinemathek, und den Hinweis auf deren Publikation ("Bigger than ...") werden die grundlegenden enzyklopädischen Kinoformat-Internetportale von Thomas Hauerslev und Martin Hart ausdrücklich empfohlen (die in Berlin keine Erwähnung wert waren).
Darüberhinaus liest man auch den Veranstaltungshinweis/Vorschau des Kooperationspartners 'Schauburg' aus Karlsruhe mit neuen Akzenten im Oktober und einige Filmbetrachtungen aus meiner Perspektive zu den Filmen "Playtime", "2001", "Ben-Hur" und "Lawrence of Arabia" - mit Rekurs auf die Filmtheoretiker, die seinerzeit der Überdehnung des Kinoformats Widerstand entgegensetzten (Letzteres bewusst schmucklos gehalten und auf PDF aufrufbar): http://www.deutschesfilmmuseum.de/pre/ft3.php?id=body&main=70mm&img=3img3&ass=1
Insgesamt schimmert ein Profil mit hoher Autonomie hindurch, die auf die Erfahrungen der 70mm-Main-Festivals seit 1988 aufbaut. Seit Wochen wurden kinotechnische Prüfungen und Justagen durchgeführt, die das historische Versprechen des 70mm-Verfahrens auf einen "rock steady"-Bildstand, eine randscharfe und kontrastreiche Projektion, eine unbeschnittene Aspect Ratio sowie auf die Güte penibel einzumessener Raumtöne jeglicher Coleur klar unter Beweis stellen.
An diesen Mindestvoraussetzungen war Berlin gescheitert: die kinotechnischen Zustände waren als desaströs zu bezeichnen und wurden trotz Warnungen im Vorfeld der Veranstaltungen offenbar billigend inkauf genommen.
CINERMA
Korrespondentenbericht aus Frankfurt am Main
Zeitungssterben in den USA
Auch die Druckausgabe der New York Times macht heute mit einem großen Bild zu den Vorfällen von Winnenden auf. In der unteren Hälfte der Titelseite startet dann ein längerer Artikel zum Zeitungssterben in den USA.
Darin die Vorhersage eines Branchen-Analysten:
Einerseits werden in dem Beitrag von RICHARD PÉREZ-PEÑA die gravierenden Auswirkungen des Zeitungssterbens auf die Zivilgesellschaft beklagt, andererseits gibt es Stimmen, wie die von Jeff Jarvis, wonach eine Vielzahl von kleineren Online-Nachrichtenportalen auf lokaler Ebene zu erwarten sei:
Wenn mich mein Gespür in Sachen "Internet Startups" aufgrund meiner bisherigen Erfahrung nicht täuscht, liegt hier überall eine Leere vor, die zur Fülle drängt. Wenn ich Nachwuchs-Journalist in Berlin-Potsdam wäre, würde ich so ein Lokal-Nachrichtenportal mal aufstellen. Die "Berliner Kino-Perspektiven" gesellen sich dann gerne als "redaktionelles Film-, Kino- und Medien-Modul" hinzu.
ATRIUM
Darin die Vorhersage eines Branchen-Analysten:
“In 2009 and 2010, all the two-newspaper markets will become one-newspaper markets, and you will start to see one-newspaper markets become no-newspaper markets,”
Einerseits werden in dem Beitrag von RICHARD PÉREZ-PEÑA die gravierenden Auswirkungen des Zeitungssterbens auf die Zivilgesellschaft beklagt, andererseits gibt es Stimmen, wie die von Jeff Jarvis, wonach eine Vielzahl von kleineren Online-Nachrichtenportalen auf lokaler Ebene zu erwarten sei:
"Those sources might be less polished, Mr. Jarvis said, but they would be competitive, ending the monopolies many newspapers have long enjoyed."
Wenn mich mein Gespür in Sachen "Internet Startups" aufgrund meiner bisherigen Erfahrung nicht täuscht, liegt hier überall eine Leere vor, die zur Fülle drängt. Wenn ich Nachwuchs-Journalist in Berlin-Potsdam wäre, würde ich so ein Lokal-Nachrichtenportal mal aufstellen. Die "Berliner Kino-Perspektiven" gesellen sich dann gerne als "redaktionelles Film-, Kino- und Medien-Modul" hinzu.
ATRIUM
"Jeder Wahn grassiert nur so lange, bis sich genug Vernünftige finden, die ihm ein Ende bereiten."
Hanns-Georg Rodek gestern in Welt.de zum "Authorisierungswahn" deutscher Filmstars und der Missachtung in der Meinungsbrecherbranche vor der "Stimme der Kritik":
http://www.welt.de/kultur/article3357979/Warum-deutsche-Filmstars-gern-zensieren.html
ATRIUM
http://www.welt.de/kultur/article3357979/Warum-deutsche-Filmstars-gern-zensieren.html
ATRIUM
Moody's: Eastman Kodak extrem von Insolvenz bedroht
Das Handelsblatt berichtete gestern über die aktuelle "Alarmliste" der US-Reatingagentur "Moody's", nach der die Gefahr einer Insolvenz der Eastman Kodak Corporation innerhalb von 12 Monaten als extrem hoch zu bewerten sei.
Die Meldung findet sich hier:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/_b=2199025,_p=12,_t=ftprint,doc_page=0;printpage
ATRIUM
Die Meldung findet sich hier:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/_b=2199025,_p=12,_t=ftprint,doc_page=0;printpage
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Mittwoch, 11. März 2009
So finster die Stadt
Heute kam bei mir die Ausgabe 2.09 der schweizer Filmzeitschrift "Filmbulletin - Kino in Augenhöhe" an, die mir als gedrucktes Magazin des Kinos mit ihren reich bebilderten Filmbesprechungen und ihren Schwerpunkt-Themen sehr gut gefällt und so schön schweizerisch pragmatisch ist, was gleichbedeutend für mich ist wie: undogmatisch.
Erstaunt war ich über die schnelle Besprechung des Begleitbuchs zur diesjährigen Berlinale-Retrospektive durch Frank Arnold unter dem Titel "So finster die Stadt". Ja, das stimmt, Berlin ist zur Berlinale-Zeit stets ganz finster. Zu solcher Zeit ein Ort zum Davonlaufen oder zum zu Hause bleiben.
Bei dieser Besprechung sollten wir einmal etwas in die Tiefe gehen. Frank Arnold schreibt:
Als ich das gelesen hatte, habe ich schallend gelacht. Ich dachte, Mr. Cinerama hätte in seinem Beitrag von heute (weiter unten) etwas geflunkert. Aber anscheinend mitnichten. Wenn sich filmhistorische Arbeit in der Praxis nunmehr so darstellt, dass es nicht mehr darum geht, eine Vorsichtung dessen zu veranstalten, was man einem Publikum an Auswahl präsentieren möchte, sondern vielmehr darum, dass man die ehemalige branchenübliche Vertriebspraxis des "Block- und Blindbuchens" dahingehend restituiert, dass man preisgünstig Filmpakete eines US-Major-Studios blockweise und eben ohne Vorsichtung übernimmt, dann kann man dies immer noch dann ohne Gesichtsverlust tun, wenn man auch dazu steht und eben gerade dies, die Restitution von Vertriebsmodi, zum Thema macht.
Ich möchte nicht mißverstanden werden: Es ist keine Schande über wenig oder nur einen geringfügigen Etat zu verfügen. Und es ist erst recht keine Schande, aus einem mäßigen Budget nach dem Maximalprinzip das Maximum an Effekt erzielen zu wollen. Und zum Dritten ist es schon gar nicht verwerflich, ein kleines und überschauliches Projekt zu präsentieren, wenn die finanziellen Mittel für Gigantomanie nicht ausreichen.
Das Ganze wird nur dann ein Problem, wenn einem das Marketing-Prinzip des "Kaisers von China" verrutscht und es dann nur noch um des "Kaisers neue Kleider" geht, heißt: Man kann den Kaiser von China mit seinem kaiserlichen Filmformat gerne zu Gast einladen und aus dem Staatsbesuch ein Volksfest kredenzen. Wenn man dann allerdings statt der kaiserlichen Instrumente nur Pappteller parat hat, die man mit Porzellan-Farbe anzustreichen versucht, dann wird das irgendwann mehr oder weniger schnell die fachkundige Entourage des kaiserlichen Hofs und auch das gemeine Volk vor Ort merken. Dann gibt es die Variante, dass die einfacheren Naturen den Schluss daraus ziehen, dass der Kaiser von China eben doch auch nur von Papptellern ißt und dass dieses sagenhafte Porzellan aus dem sagenhaften Mythenreich, was jeder gerne mal mit den eigenen Finger taktil erkunden möchte, auch nur was ganz Gewöhnliches sei. Und dann gibt es noch die Variante, dass sich die einheimischen Porzellanbrenner fachkundig über die präsentierte Mogelpackung und den geleisteten Bärendienst in ihren Depeschendiensten austauschen.
Jetzt zur Publikation, Frank Arnold schreibt weiter:
Kann ich nur sagen: Arme Autoren, denen von den Herausgebern, Kuratoren und Verlegern nicht genügend Zeit und Raum für ihre Darstellungen und ihre Recherchen einschließlich beurteilender Bewertungen zur Verfügung gestellt wurden. Gert Koshofer ist, was Fachwissen im Bereich der Farbfilmgeschichte angeht, sicherlich unschlagbar. Die Hardcover-Publikation liegt mir vor; ich finde, das Druckhaus Köthen hat einen wunderbaren Produktionsjob gemacht und vom Materialwert des Buches sind €22 ein (subventionierter) Schnäppchenpreis. Bei mir hätte das Buch, komplett abgesehen vom Inhalt, mindestens das Fünffache im Einzelverkaufspreis kosten müssen. Seien wir also froh, dass es wieder eine deutschsprachige Buchpublikation in diesem Themenkreis gibt und das zu diesem Preis. Andererseits ist es für einen Verleger von Filmfachbüchern dann doch erschreckend, wie viele Filmbücher in den Filmbuchverlagen an Lahn, Spree und Bodensee letztlich von der Quersubventionierung leben, leben müssen. Im übrigen widmete sich auch die erste Ausgabe der Weltwunder der Kinematographie von 1994 dem Thema "Geschichte des 70mm-Films" auf 22 Seiten, welcher Zufall! Man sollte die kaballistische Bedeutung der 22 bezogen auf die 65 und die 70 einmal näher betrachten.
Es bleibt das Desiderat einer ausführlichen inhaltlichen und qualifizierten Bewertung dieser Epoche des Kinos einschließlich einer heutigen Bewertung der Filme in ihrem damaligen sozio-kulturell-ökonomischen Umfeld. Dabei bleibt jedoch problematisch, die bei der Berlinale vorgefundene Rezeptionserfahrung in Texte umsetzen zu wollen - so wie dies Frank Arnold einfordert -, wenn die eingesetzten Projektions-Vorlagen als "Originale" und die technischen Einrichtungen ebenfalls als "Original" vorausgesetzt werden. Die Dinge sind hier komplizierter, weil zum Teil fragwürdige Umkopierungen und Restaurierungen durchgeführt worden sind; diese rühren nun daher, dass der ganze 70mm-Hype letztlich ein Abfall-Produkt filmischer Rekonstuktionen, speziell gezielt auf Silberscheiben-Produkte für den Heimabsatzmarkt, ist. Bei den erheblichen Kosten für den "Saubermachprozess" von Kopiervorlagen und Negativen kann man ja mal eine 70-mm-Kopie versuchsweise ziehen, die man notfalls auch zum elektronischen Color-Matching im Digital-Intermediate-Prozess mit einbeziehen kann. Gemessen an traditionellen Kopierwerksstandards hat man es dann dabei mit einer Nullkopie zu tun, also etwas, was man normalerweise keinem Publikum zumuten möchte, in Berlin aber als das Non-Plus-Ultra verkauft wurde. Allein schon dieser Umstand macht die Spannweite der übergangenen Problematik deutlich, von der Abschaffung des Magnettons, dem Nichtvorhandensein von adäquat klingenden Magnettonvorverstärkern mal ganz abgesehen und der Tatsache, dass eine Todd-AO-Leinwand eben anders aussieht als in den Kinosupermärkten, etc, etc...
Ergo: Wir dürfen also noch auf jeweils ein Opus Magnum der Geschichte des Breitwandkinos im Allgemeinen und der des 70mm-Films im Besondern hoffen, geschrieben von Rick Mitchell (auf Englisch) und von Mr. Cinerama (auf Deutsch), und hoffentlich innerhalb der nächsten 15 Jahre, wenn es dann noch Fachbücher auf Papier geben sollte.
ATRIUM
Erstaunt war ich über die schnelle Besprechung des Begleitbuchs zur diesjährigen Berlinale-Retrospektive durch Frank Arnold unter dem Titel "So finster die Stadt". Ja, das stimmt, Berlin ist zur Berlinale-Zeit stets ganz finster. Zu solcher Zeit ein Ort zum Davonlaufen oder zum zu Hause bleiben.
Bei dieser Besprechung sollten wir einmal etwas in die Tiefe gehen. Frank Arnold schreibt:
Mit finanziellen Engpässen hatte offenbar auch die diesjährige Berlinale-Retrospektive "70mm - Bigger than life" zu kämpfen, jedenfalls verriet Rainer Rother, der künstlerische Direktor des Berliner Filmmuseums, vor einer der Vorführungen, dass die Auswahl zumindest in einem Fall aufgrund einer 16mm-Kopie getroffen werden musste. Das Geld, um die Sichtung mithilfe der originalen 70mm-Kopien durchzuführen, war nicht vorhanden.
Als ich das gelesen hatte, habe ich schallend gelacht. Ich dachte, Mr. Cinerama hätte in seinem Beitrag von heute (weiter unten) etwas geflunkert. Aber anscheinend mitnichten. Wenn sich filmhistorische Arbeit in der Praxis nunmehr so darstellt, dass es nicht mehr darum geht, eine Vorsichtung dessen zu veranstalten, was man einem Publikum an Auswahl präsentieren möchte, sondern vielmehr darum, dass man die ehemalige branchenübliche Vertriebspraxis des "Block- und Blindbuchens" dahingehend restituiert, dass man preisgünstig Filmpakete eines US-Major-Studios blockweise und eben ohne Vorsichtung übernimmt, dann kann man dies immer noch dann ohne Gesichtsverlust tun, wenn man auch dazu steht und eben gerade dies, die Restitution von Vertriebsmodi, zum Thema macht.
Ich möchte nicht mißverstanden werden: Es ist keine Schande über wenig oder nur einen geringfügigen Etat zu verfügen. Und es ist erst recht keine Schande, aus einem mäßigen Budget nach dem Maximalprinzip das Maximum an Effekt erzielen zu wollen. Und zum Dritten ist es schon gar nicht verwerflich, ein kleines und überschauliches Projekt zu präsentieren, wenn die finanziellen Mittel für Gigantomanie nicht ausreichen.
Das Ganze wird nur dann ein Problem, wenn einem das Marketing-Prinzip des "Kaisers von China" verrutscht und es dann nur noch um des "Kaisers neue Kleider" geht, heißt: Man kann den Kaiser von China mit seinem kaiserlichen Filmformat gerne zu Gast einladen und aus dem Staatsbesuch ein Volksfest kredenzen. Wenn man dann allerdings statt der kaiserlichen Instrumente nur Pappteller parat hat, die man mit Porzellan-Farbe anzustreichen versucht, dann wird das irgendwann mehr oder weniger schnell die fachkundige Entourage des kaiserlichen Hofs und auch das gemeine Volk vor Ort merken. Dann gibt es die Variante, dass die einfacheren Naturen den Schluss daraus ziehen, dass der Kaiser von China eben doch auch nur von Papptellern ißt und dass dieses sagenhafte Porzellan aus dem sagenhaften Mythenreich, was jeder gerne mal mit den eigenen Finger taktil erkunden möchte, auch nur was ganz Gewöhnliches sei. Und dann gibt es noch die Variante, dass sich die einheimischen Porzellanbrenner fachkundig über die präsentierte Mogelpackung und den geleisteten Bärendienst in ihren Depeschendiensten austauschen.
Jetzt zur Publikation, Frank Arnold schreibt weiter:
Das schlägt sich im Begleitbuch insofern nieder, als eine Würdigung dieses Formats, die über das Technische hinausgeht, unterbleibt. Das mag in dieser Weise konsequent sein, denn über die 70mm-Ästhetik anhand von DVD-Editionen zu reden, hat etwas Fragwürdiges. So ist die Publikation vorrangig ein Kompendium, im dem es um die Entwicklung der Technik geht, um die verschiedenen Formate zwischen Todd-AO, Dimension 150 und Ultra-Panavision 70. Die beschreibt Gert Koshofer auf 22 Seiten, die in Anbetracht dieser Materie eher wie eine Skizze wirken. Manches hätte man wirklich gern ausführlicher dargestellt gesehen, etwa, wie es für "Flying Clipper - Traumreise unter weißen Segeln" (1962) zur Entwicklung eines eigenständigen deutschen Systems MCS 70, kam. (...) Bleibt zu hoffen, dass die Seh-Erfahrung bei der Retrospektive sich in einigen adäquaten Texten niederschlagen werden, denn – das wurde deutlich – 70mm ist "mehr als bloss eine Format-Bezeichnung" (Rainer Rother).
Kann ich nur sagen: Arme Autoren, denen von den Herausgebern, Kuratoren und Verlegern nicht genügend Zeit und Raum für ihre Darstellungen und ihre Recherchen einschließlich beurteilender Bewertungen zur Verfügung gestellt wurden. Gert Koshofer ist, was Fachwissen im Bereich der Farbfilmgeschichte angeht, sicherlich unschlagbar. Die Hardcover-Publikation liegt mir vor; ich finde, das Druckhaus Köthen hat einen wunderbaren Produktionsjob gemacht und vom Materialwert des Buches sind €22 ein (subventionierter) Schnäppchenpreis. Bei mir hätte das Buch, komplett abgesehen vom Inhalt, mindestens das Fünffache im Einzelverkaufspreis kosten müssen. Seien wir also froh, dass es wieder eine deutschsprachige Buchpublikation in diesem Themenkreis gibt und das zu diesem Preis. Andererseits ist es für einen Verleger von Filmfachbüchern dann doch erschreckend, wie viele Filmbücher in den Filmbuchverlagen an Lahn, Spree und Bodensee letztlich von der Quersubventionierung leben, leben müssen. Im übrigen widmete sich auch die erste Ausgabe der Weltwunder der Kinematographie von 1994 dem Thema "Geschichte des 70mm-Films" auf 22 Seiten, welcher Zufall! Man sollte die kaballistische Bedeutung der 22 bezogen auf die 65 und die 70 einmal näher betrachten.
Es bleibt das Desiderat einer ausführlichen inhaltlichen und qualifizierten Bewertung dieser Epoche des Kinos einschließlich einer heutigen Bewertung der Filme in ihrem damaligen sozio-kulturell-ökonomischen Umfeld. Dabei bleibt jedoch problematisch, die bei der Berlinale vorgefundene Rezeptionserfahrung in Texte umsetzen zu wollen - so wie dies Frank Arnold einfordert -, wenn die eingesetzten Projektions-Vorlagen als "Originale" und die technischen Einrichtungen ebenfalls als "Original" vorausgesetzt werden. Die Dinge sind hier komplizierter, weil zum Teil fragwürdige Umkopierungen und Restaurierungen durchgeführt worden sind; diese rühren nun daher, dass der ganze 70mm-Hype letztlich ein Abfall-Produkt filmischer Rekonstuktionen, speziell gezielt auf Silberscheiben-Produkte für den Heimabsatzmarkt, ist. Bei den erheblichen Kosten für den "Saubermachprozess" von Kopiervorlagen und Negativen kann man ja mal eine 70-mm-Kopie versuchsweise ziehen, die man notfalls auch zum elektronischen Color-Matching im Digital-Intermediate-Prozess mit einbeziehen kann. Gemessen an traditionellen Kopierwerksstandards hat man es dann dabei mit einer Nullkopie zu tun, also etwas, was man normalerweise keinem Publikum zumuten möchte, in Berlin aber als das Non-Plus-Ultra verkauft wurde. Allein schon dieser Umstand macht die Spannweite der übergangenen Problematik deutlich, von der Abschaffung des Magnettons, dem Nichtvorhandensein von adäquat klingenden Magnettonvorverstärkern mal ganz abgesehen und der Tatsache, dass eine Todd-AO-Leinwand eben anders aussieht als in den Kinosupermärkten, etc, etc...
Ergo: Wir dürfen also noch auf jeweils ein Opus Magnum der Geschichte des Breitwandkinos im Allgemeinen und der des 70mm-Films im Besondern hoffen, geschrieben von Rick Mitchell (auf Englisch) und von Mr. Cinerama (auf Deutsch), und hoffentlich innerhalb der nächsten 15 Jahre, wenn es dann noch Fachbücher auf Papier geben sollte.
ATRIUM
Format-Ethos wider die Repertoire-Erosion
Die Zerstörung der Identifizierbarkeit historischer Filmdokumente in Soap-Doks und fiktionalen Reportagen gehört seit längerem zur allgemeinen Debatte zu Wandlungen des Realitätsbegriffs seit Anbruch der Digitalisierung. Neben der Komplexität solcher Debatten aber sind die Gründe für das Cropping indexikalisch festgelegter Bildträger profan: die Filmemacher und Produzenten, welche von der "spektakuläreren" 16 : 9-Formatnutzung abweichen, können ihre Produkte nur schwer an die Sender verkaufen. Neben aktuellen Drehanteilen oder auch fiktionalen Szenen werden dann frühe Dokumentaraufnahmen eingeebnet: sozusagen "zwangsangepaßt" an die modernere Handschrift des Filmemachers und eingepreßt in den Atrappenreiz der Verkaufspakete der Sender, mit denen auch abgestumpfte Zuschauer geködert werden sollen, Das verläuft gewissermaßen über eine Fälschung oder mißbraucht das "Simulakrum" von Breitwand, die ihres originären Anspruchs verlustig geht..
Erstaunlicherweise bleibt die Manipulation der Aura von historischen Dokumentaraufnahmen fast immer ungestraft - gleichwohl wissen die Redakteure und Senderleiter um dieses Dilemma und tolerieren sie dennoch.
Ähnliche Zitatfälschungen, etwa in der Vermittlung von Werken der Bildenen Kunst, aber auch in der Verschriftung historischer Reden und literarischer Überlieferungen, sind mir nicht geläufig: solches ist wohl nur im Filmbusiness geduldet.
Was obenstehend mit Vorsatz oder Mißachtung der Werktreue geschieht, passierte in der Geschichte des kommunalen Kinos, wann immer Filme in falschen Seitenverhältnissen oder Filmformaten zum Einsatz kamen, zumeist aus Gründen der Unkenntnis, fehlender Mittel oder fehlender Archiv-Kontakte - oder eben auch aus Gründen fehlender Raumkonzeptionen, die einer analogen Präsentation avancierterer Formate gerecht würden. So wurde stets die Enge des alten 'arsenal' in der Welserstraße beklagt, ohne dass die "Weiträumigkeit" des neuen Domizils am Potsdamer Platz einmal auf den Prüfstand gestellt werden würde: dort also mit einer Wiederholung der ganzen Misere im Repertoire-Spiel, die bereits in der Welserstrasse zu beklagen war.
Das ist zwar nicht der Regelzustand der 'arsenal'-Macher, und eine Unzahl hochwertiger Kopienaquisen und gelungener Vorführungen beweisen tausendfach das Gegenteil - es trifft aber immer wieder schmerzlich den Nerv, wenn sich gerade einige fast zu "bekannte" Klassiker in die Säle des 'arsenal' verirren, von Filmen also, die man für so bekannt hält, daß eine besondere Betreuung schon gar nicht mehr erforderlich zu sein scheint.
Hier seien die 16mm-Schmalfilmeinsätze von u.a. CIRCUS WORLD (gedreht auf Super Technirama 70), NORTH BY NORTHWEST (gedreht in 35mm 8-Perf und dieser Tage im Wiedereinsatz im 'arsenal') oder eines der dem Haus am naheliegendsten Klassiker, UMBERTO D. (gedreht in 35mm schwarz-weiss) genannt, in denen bisweilen, selbst bei Close ups, die Gesichter der Schauspieler kaum noch erkennbar waren.
Hier wäre es vertretbarer, anstelle eines Mammutprogramms, das sich dann um den jährlichen Kinemathenverbundspreis alleine durch seine numerische Titelfülle profiliert, lieber einige Gänge zurückzuschalten und nach der Devise "weniger ist mehr" zu verfahren. Sprich: einige schon zu bekannte Filmtitel, die primär sich über eine herausragenden Photographie vermitteln, sollten nicht um jeden Preis in einer schlechten Projektion delektiert werden.
Ganz so glücklich also, wie es scheint, waren die 'arsenal'-Leute mit dem Umzug keineswegs, wie dieser Report erhellt:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0531/none/0001/index.html
Hinzuzufügen ist, dass Erika und Ulrich G. in ihrer Gründungsphase um 1964 ernsthaft mit Übernahme des 'Cinerama Theater Capitol' am Kurfürstendamm kokettierten. Indertat wäre das der größte Coup geworden: fast alle kinematographischen Verfahren und theatralen Konzepte hätten sich in diesem Raum idealiter verwirklichen lassen!
Daß in diesem Sinne - trotz herausragender Programmarbeit - in den heutigen Potsdamer-Platz-Sälen nichts kinemtaographisch Brauchbares verwirklichbar ist und auch der streitbare, politisch-engagierte Sinn der Gründer nicht in gleichem Maße von der jüngeren Kinoleitung geteilt werden kann (der ja die Kriegserfahrungen und die Sozialisation in der 1968er Bewegung fehlt), führt zu der Erkenntnis, die Ansätze eines thematisch schärfer fokussierteren politischen Kinos eben so wie die Würde der kinematographischen Darbietung und des Repertoires anderenorts in Berlin wiederherzustellen ist: durch Herrichtung eines akzeptablen, gerne auch kleineren Veranstaltungsraums. Es ist jedenfalls auszuschließen, durch rein kosmetische Eingriffe auch nur weniger dieser Ansätze am Potsdamer Platz zu Ehren gelangen zu lassen, wie Gero Gandert bei Vorschlag zur Herrichtung eines Museumskinos erwiderte, so denn sich diese Ideen doch eben so auch in den vorhandenen Strukturen diskutieren ließen.
Dazu merke ich an: das hat leider in 40 Jahren nie, auch bei bescheidenen Ansprüchen (sei es auch nur von Seiten der altehrwürdigen früheren Filmvorführer des 'arsenal') funktioniert und wird auch nicht in Zukunft funktionieren, seitdem Christoph T., der neue Leiter des Forums, explizit erklärte, die "Unterscheidung zwischen Film und Video macht heute keinen Sinn mehr" (frei zit. aus dem "Berlinale Journal vor wenigen Jahren). Ebenfalls bewiesen "kinotechnische" Retrospektiven der Stiftung Deutsche Kinemathek", daß man über nur wenig Verständnis und Empathie für die spektakulär annoncierten Reihen verfügte und in teilweiser Blindheit die Verfremdungsprozesse einfach leger abtat und sich auf rein dyonisische Massenfeste "beschränkte".
Interessant ist noch eine Bericht zum 75. Geburtstag des 'arsenal'-Mtbegründers, der immerhin die Bedeutung der Person erkennen ließ, die durch Eloquenz, theoretische Bewandertheit und Unermüdlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Filmavantgarde als Vorkämpfter bewundert werden kann. Gleichwohl er sich Hoffnung machte, seine Nachfolger würde in seinem Sinne fortfahren, ist m.E. nicht gesichert, ob die gleiche politische Vehemenz und Zuneigung (etwa zur russischen Avantgarde) von nachfolgenden Generationen übernommen würde. Und ob es überhaupt zu vergleichbaren intellektuellen und internationalen Erfolgen kommen könnte, was bezweifelt werden kann, zumal bereits die große Nähe zum Bundeskulturbeauftragen für Kultur, aber auch die Einbindung in ein wenig humanes Ambiente, wie es das SONY-Center darstellt, kaum "widerständige" Kulturen zur Blüte bringen dürfte. Am wenigsten in Kinosaalarchitekturen, die eher an Särge als Theater erinnern.
http://blogs.taz.de/tagesbriefe/2007/09/21/fuenfundsiebzig/
CINERAMA
Vorstandsmitglied des "Kinomuseum Berlin e.V."
Erstaunlicherweise bleibt die Manipulation der Aura von historischen Dokumentaraufnahmen fast immer ungestraft - gleichwohl wissen die Redakteure und Senderleiter um dieses Dilemma und tolerieren sie dennoch.
Ähnliche Zitatfälschungen, etwa in der Vermittlung von Werken der Bildenen Kunst, aber auch in der Verschriftung historischer Reden und literarischer Überlieferungen, sind mir nicht geläufig: solches ist wohl nur im Filmbusiness geduldet.
Was obenstehend mit Vorsatz oder Mißachtung der Werktreue geschieht, passierte in der Geschichte des kommunalen Kinos, wann immer Filme in falschen Seitenverhältnissen oder Filmformaten zum Einsatz kamen, zumeist aus Gründen der Unkenntnis, fehlender Mittel oder fehlender Archiv-Kontakte - oder eben auch aus Gründen fehlender Raumkonzeptionen, die einer analogen Präsentation avancierterer Formate gerecht würden. So wurde stets die Enge des alten 'arsenal' in der Welserstraße beklagt, ohne dass die "Weiträumigkeit" des neuen Domizils am Potsdamer Platz einmal auf den Prüfstand gestellt werden würde: dort also mit einer Wiederholung der ganzen Misere im Repertoire-Spiel, die bereits in der Welserstrasse zu beklagen war.
Das ist zwar nicht der Regelzustand der 'arsenal'-Macher, und eine Unzahl hochwertiger Kopienaquisen und gelungener Vorführungen beweisen tausendfach das Gegenteil - es trifft aber immer wieder schmerzlich den Nerv, wenn sich gerade einige fast zu "bekannte" Klassiker in die Säle des 'arsenal' verirren, von Filmen also, die man für so bekannt hält, daß eine besondere Betreuung schon gar nicht mehr erforderlich zu sein scheint.
Hier seien die 16mm-Schmalfilmeinsätze von u.a. CIRCUS WORLD (gedreht auf Super Technirama 70), NORTH BY NORTHWEST (gedreht in 35mm 8-Perf und dieser Tage im Wiedereinsatz im 'arsenal') oder eines der dem Haus am naheliegendsten Klassiker, UMBERTO D. (gedreht in 35mm schwarz-weiss) genannt, in denen bisweilen, selbst bei Close ups, die Gesichter der Schauspieler kaum noch erkennbar waren.
Hier wäre es vertretbarer, anstelle eines Mammutprogramms, das sich dann um den jährlichen Kinemathenverbundspreis alleine durch seine numerische Titelfülle profiliert, lieber einige Gänge zurückzuschalten und nach der Devise "weniger ist mehr" zu verfahren. Sprich: einige schon zu bekannte Filmtitel, die primär sich über eine herausragenden Photographie vermitteln, sollten nicht um jeden Preis in einer schlechten Projektion delektiert werden.
Ganz so glücklich also, wie es scheint, waren die 'arsenal'-Leute mit dem Umzug keineswegs, wie dieser Report erhellt:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0531/none/0001/index.html
Hinzuzufügen ist, dass Erika und Ulrich G. in ihrer Gründungsphase um 1964 ernsthaft mit Übernahme des 'Cinerama Theater Capitol' am Kurfürstendamm kokettierten. Indertat wäre das der größte Coup geworden: fast alle kinematographischen Verfahren und theatralen Konzepte hätten sich in diesem Raum idealiter verwirklichen lassen!
Daß in diesem Sinne - trotz herausragender Programmarbeit - in den heutigen Potsdamer-Platz-Sälen nichts kinemtaographisch Brauchbares verwirklichbar ist und auch der streitbare, politisch-engagierte Sinn der Gründer nicht in gleichem Maße von der jüngeren Kinoleitung geteilt werden kann (der ja die Kriegserfahrungen und die Sozialisation in der 1968er Bewegung fehlt), führt zu der Erkenntnis, die Ansätze eines thematisch schärfer fokussierteren politischen Kinos eben so wie die Würde der kinematographischen Darbietung und des Repertoires anderenorts in Berlin wiederherzustellen ist: durch Herrichtung eines akzeptablen, gerne auch kleineren Veranstaltungsraums. Es ist jedenfalls auszuschließen, durch rein kosmetische Eingriffe auch nur weniger dieser Ansätze am Potsdamer Platz zu Ehren gelangen zu lassen, wie Gero Gandert bei Vorschlag zur Herrichtung eines Museumskinos erwiderte, so denn sich diese Ideen doch eben so auch in den vorhandenen Strukturen diskutieren ließen.
Dazu merke ich an: das hat leider in 40 Jahren nie, auch bei bescheidenen Ansprüchen (sei es auch nur von Seiten der altehrwürdigen früheren Filmvorführer des 'arsenal') funktioniert und wird auch nicht in Zukunft funktionieren, seitdem Christoph T., der neue Leiter des Forums, explizit erklärte, die "Unterscheidung zwischen Film und Video macht heute keinen Sinn mehr" (frei zit. aus dem "Berlinale Journal vor wenigen Jahren). Ebenfalls bewiesen "kinotechnische" Retrospektiven der Stiftung Deutsche Kinemathek", daß man über nur wenig Verständnis und Empathie für die spektakulär annoncierten Reihen verfügte und in teilweiser Blindheit die Verfremdungsprozesse einfach leger abtat und sich auf rein dyonisische Massenfeste "beschränkte".
Interessant ist noch eine Bericht zum 75. Geburtstag des 'arsenal'-Mtbegründers, der immerhin die Bedeutung der Person erkennen ließ, die durch Eloquenz, theoretische Bewandertheit und Unermüdlichkeit in der Auseinandersetzung mit der Filmavantgarde als Vorkämpfter bewundert werden kann. Gleichwohl er sich Hoffnung machte, seine Nachfolger würde in seinem Sinne fortfahren, ist m.E. nicht gesichert, ob die gleiche politische Vehemenz und Zuneigung (etwa zur russischen Avantgarde) von nachfolgenden Generationen übernommen würde. Und ob es überhaupt zu vergleichbaren intellektuellen und internationalen Erfolgen kommen könnte, was bezweifelt werden kann, zumal bereits die große Nähe zum Bundeskulturbeauftragen für Kultur, aber auch die Einbindung in ein wenig humanes Ambiente, wie es das SONY-Center darstellt, kaum "widerständige" Kulturen zur Blüte bringen dürfte. Am wenigsten in Kinosaalarchitekturen, die eher an Särge als Theater erinnern.
http://blogs.taz.de/tagesbriefe/2007/09/21/fuenfundsiebzig/
CINERAMA
Vorstandsmitglied des "Kinomuseum Berlin e.V."
eine Frage des Formats: 60 Jahre Kopf ab
Wie bereits bemerkt, sind dieses Jahr nicht nur 20 Jahre Mauerfall, 40 Jahre Mondlandung, 80 Jahre Tonfilm und 100 Jahre Farbfilm zu würdigen, sondern auch 60 deutsche Jahre nach 1949. Die Sendereihe der ARD unter dem titel "60 x Deutschland" (in Koproduktion verschiedener ARD-Anstalten mit der Bundeszentrale für politische Bildung) versucht eine recht gefällige Melange aus weltgeschichtlicher Einbettung und erlebter Alltagsgeschichte hinzubekommen und ist dabei als moderierte Collage von Kompilationselementen (konterkarriert mit heutigen Interviews) auf Archivmaterial angewiesen, das mit Ausnahme der jüngsten rund 5 Jahre allesamt im Bildseitenverhältnis von 4:3 vorliegt, sei es als frühe Wochenschau-Aufnahme oder bei der aktuellen Berichterstattung des Ö-R Fernsehens dann mit 16-mm-Film.
Warum man nun unbedingt meint, allen Menschen, die liebevoll von den "Aktuellen" auf 4:3 abgelichtet wurden, den Kopf dahingehend abschneiden zu müssen, indem man das blasse und körnige Material beschneidet und auch noch auf 16:9 aufbläst, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann nur vermuten, dass man von verantwortlicher Stelle die Order ausgegeben hat, dass ein international im Dokumentarischen inzwischen übliches Verfahren wie "Pillar Boxing" deutschen Analphabethen der Filmgestaltung nicht zuzumuten sei.
Sollte mir so etwas bei der Filmsichtung zum Globians Doc Fest unterkommen, wäre das sofort ein Grund für einen Sichtungsabbruch aus Gründen des unprofessionellen Dilletantismus.
Wenn man aber Charts vorschalten kann, in denen darauf hingewiesen wird, "dass diese Sendung für Zuschauer unter 16 Jahren ungeeignet" sei, dann wird man vor lauter politischer Bildung vielleicht noch hinbekommen, auch ein wenig film- und fernsehhistorische Bildung mit einem Chart zu vermitteln, in der Art wie:
Oder meinen Sie, dass das einem Johannes Unger als Leitendem Redakteur beim rbb in Berlin nicht zu vermitteln ist?
ATRIUM
Warum man nun unbedingt meint, allen Menschen, die liebevoll von den "Aktuellen" auf 4:3 abgelichtet wurden, den Kopf dahingehend abschneiden zu müssen, indem man das blasse und körnige Material beschneidet und auch noch auf 16:9 aufbläst, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann nur vermuten, dass man von verantwortlicher Stelle die Order ausgegeben hat, dass ein international im Dokumentarischen inzwischen übliches Verfahren wie "Pillar Boxing" deutschen Analphabethen der Filmgestaltung nicht zuzumuten sei.
Sollte mir so etwas bei der Filmsichtung zum Globians Doc Fest unterkommen, wäre das sofort ein Grund für einen Sichtungsabbruch aus Gründen des unprofessionellen Dilletantismus.
Wenn man aber Charts vorschalten kann, in denen darauf hingewiesen wird, "dass diese Sendung für Zuschauer unter 16 Jahren ungeeignet" sei, dann wird man vor lauter politischer Bildung vielleicht noch hinbekommen, auch ein wenig film- und fernsehhistorische Bildung mit einem Chart zu vermitteln, in der Art wie:
"Diese Sendung enthält historisches Bewegtbildmaterial im Bildseitenverhältnis von 4:3, welches wir Ihnen ohne Bildbeschnitt an Köpfen und Beinen präsentieren. Sie erhalten für Ihre Gebühren das volle Bild und sind damit voll im Bild."
Oder meinen Sie, dass das einem Johannes Unger als Leitendem Redakteur beim rbb in Berlin nicht zu vermitteln ist?
ATRIUM
Dienstag, 10. März 2009
Die 50 Sinne des Kinos
Von allen Filmmagazinen finde ich die australischen "Senses of Cinema" am Besten: I really like them. Jetzt ist die 50. Ausgabe des Online-Magazins erschienen und das ist allemal ein Grund, die E-Zine hier vorzustellen.
Was mir filmpublizistisch besonders an "Senses of Cinema" gefällt, ist ihr Grenzen überschreitender Charakter, das Cross Boarder Thinking.
Aus dem Impressum:
Dieses sich Kümmern um den australischen Film kommt uns beim Globians Doc Fest sehr entgegen; Australien überrascht uns bei den Filmeinreichungen zum Festival immer wieder und scheint mir als Dokfilmland sehr im Kommen zu sein.
Das schließt natürlich nicht aus, dass man uns Berlinern von Down-Under aus auch eine Lektion in Sachen BIGGER THAN LIFE erteilen kann; gab es doch gerade damit vor wenigen Wochen hier vor Ort erhebliche Schwierigkeiten bei der Grammatik des kinotechnischen Durchdeklinierens. Und die Lektion dürfte auch darin liegen, aufzuzeigen, dass jedweder Einsatz menschlicher Werkzeuge stets einen Januskopf trägt, ob es sich nun um Kortison oder um DP70 handelt. Bei Nick Ray hieß die Konsequenz dann (in der Lesart von Adrian Danks): "a closet despot carried away by his own petty expressions of power". War das etwa der tiefer gemeinte Sinn beim Berliner "Bigger Than Life"-Versuch ? -- Vorsicht bei Titeln und Etiketten ist also immer anzuraten.
Nachdem beim 365er-Filmkanon im Berliner ARSENAL ja gerade Powell/Pressburgers "A Matter of Life and Death" rausgeschmissen wurde (wie man bei Martin Schwarz in Zitty nachlesen konnte), sei noch eine BLACK NARCISSUS draufgelegt.
Zu guter Letzt darf ich mich hier noch als Fan der Filme von Antonioni entblößen. Senses of Cinema #49 brachte zur Körperpolitik von Antonioni folgenden Beitrag: Naked Bodies and Troubled Souls: Antonioni and the Ways of the Flesh
ATRIUM
Was mir filmpublizistisch besonders an "Senses of Cinema" gefällt, ist ihr Grenzen überschreitender Charakter, das Cross Boarder Thinking.
Aus dem Impressum:
Senses of Cinema is an online journal devoted to the serious and eclectic discussion of cinema. We believe cinema is an art that can take many forms, from the industrially-produced blockbuster to the hand-crafted experimental work; we also aim to encourage awareness of the histories of such diverse forms. As an Australian-based journal, we have a special commitment to the regular, wide-ranging analysis and critique of Australian cinema, past and present.
Dieses sich Kümmern um den australischen Film kommt uns beim Globians Doc Fest sehr entgegen; Australien überrascht uns bei den Filmeinreichungen zum Festival immer wieder und scheint mir als Dokfilmland sehr im Kommen zu sein.
Das schließt natürlich nicht aus, dass man uns Berlinern von Down-Under aus auch eine Lektion in Sachen BIGGER THAN LIFE erteilen kann; gab es doch gerade damit vor wenigen Wochen hier vor Ort erhebliche Schwierigkeiten bei der Grammatik des kinotechnischen Durchdeklinierens. Und die Lektion dürfte auch darin liegen, aufzuzeigen, dass jedweder Einsatz menschlicher Werkzeuge stets einen Januskopf trägt, ob es sich nun um Kortison oder um DP70 handelt. Bei Nick Ray hieß die Konsequenz dann (in der Lesart von Adrian Danks): "a closet despot carried away by his own petty expressions of power". War das etwa der tiefer gemeinte Sinn beim Berliner "Bigger Than Life"-Versuch ? -- Vorsicht bei Titeln und Etiketten ist also immer anzuraten.
Nachdem beim 365er-Filmkanon im Berliner ARSENAL ja gerade Powell/Pressburgers "A Matter of Life and Death" rausgeschmissen wurde (wie man bei Martin Schwarz in Zitty nachlesen konnte), sei noch eine BLACK NARCISSUS draufgelegt.
Zu guter Letzt darf ich mich hier noch als Fan der Filme von Antonioni entblößen. Senses of Cinema #49 brachte zur Körperpolitik von Antonioni folgenden Beitrag: Naked Bodies and Troubled Souls: Antonioni and the Ways of the Flesh
ATRIUM
Tesla und die künstlichen Erdbeben als Waffe
Alternet bringt heute einen Beitrag von Scott Thill, Herausgeber der Website Morphizm.com, zur Frage, ob Menschen Erdbeben künstlich induzieren können und die elektromagnetische Induktion spielt bei diesen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Wenn man die Geschichte der Science-Fiction-Literatur und die Werkgeschichte des Science-Fiction-Filmgenres mit der verzögert eingetreten, tatsächlichen Technikgeschichte abgleicht, so fällt die Einschtzung "our science is only limited by our imagination" sehr nachvollziehbar aus.
Zur weiteren Vertiefung über die Bedeutung von Nikola Tesla (1856 - 1943) für uns heute empfehle ich die PBS-Fernsehdokumentation "TESLA - Master of Lightning" und das Begleitbuch.
ATRIUM
Zur weiteren Vertiefung über die Bedeutung von Nikola Tesla (1856 - 1943) für uns heute empfehle ich die PBS-Fernsehdokumentation "TESLA - Master of Lightning" und das Begleitbuch.
ATRIUM
Nie für den Mainstream
Zeit-Online brachte gestern, 09.03.2009, um 18:44 Uhr unter dem Titel "Hundert Jahre Eigenheit" eine ausführliche Rezension der Ausstellung zu Manoel de Oliveiras Werk in der Berliner Akademie der Künste:
http://www.zeit.de/online/2009/11/manoel-de-oliveira
Für die Kinogenießer, die Werke von Nestler, Farocki und Straub-Huillet im Kino goutieren, ist natürlich auch Manoel de Oliveiras Filmkunst Teil des europäischen Filmkanons; viel zu wenige seiner Werke sind in Deutschland bekannt und kaum als Konserve verfügbar (und von Fernsehpräsenz - auch die zwischen 2 und 5 h nachts - kann man bei Filmkunst nur noch in den wenigsten Ausnahmefällen sprechen.)
Die Konzeption der Ausstellung in der Berliner AdK, im vergangenen November erstmals in Portugal gezeigt, wurde vom Museum Serralves für zeitgenössische Kunst in Porto durchgeführt. João Fernandes war der Ausstellungskurator.
Kernaussage der Rezension von Iris Rodriguez bei Zeit-Online:
Dem Veranstaltungsankündigung auf der Website der AdK kann man - neben einem hübschen Foto mit dem Akademie-Präsidenten, dem Staatspräsidenten und den Gregors - auch folgende einführende Aussagen entnehmen:
Diese Informationen machen schon Lust darauf, die Ausstellung sehen zu wollen, auch als Lern-Erfahrung für ein im Aufbau befindliches Kinomuseum Berlin, wie man Werkgeschichte des Kinos in Ausstellungen präsentiert, präsentieren sollte, präsentieren könnte -- oder auch nicht.
Achtung: Was uns die Zeit-Online verschweigt und die Website der AdK verrät, ist die Tatsache, dass die Ausstellung am Hanseatenweg und (gott sei Dank!) nicht am Pariser Platz ihren Ort gefunden hat. Ausstellungsende ist am 29. März 2009.
Die Präsenz der Gregors bei der Ausstellungseröffnung verwundert nicht, konnte man in den 1980er und 1990ern doch den jeweils "vermutlich allerletzten Film" von Manoel de Oliveira jeweils im FORUM DES JUNGEN FILMS sehen. Darüber, warum der Sektionsleiter für "Film- und Medienkunst" in der Akademie der Künste, Hans Helmut Prinzler, nicht auf dem Promi-Eröffnungsfoto zu sehen ist, kann man nur spekulieren. Sonst käme man fast auf die Idee, dass hier einer Rache in seinem zweiten verbliebenen Haus dafür nimmt, dass er "zu früh" aus seinem ersten Haus wegbeordert wurde, während dort nun Hitchcock, Loriot und Wasserwelten als künstlerische Avant-Garde abgefeiert werden.
ATRIUM
http://www.zeit.de/online/2009/11/manoel-de-oliveira
Für die Kinogenießer, die Werke von Nestler, Farocki und Straub-Huillet im Kino goutieren, ist natürlich auch Manoel de Oliveiras Filmkunst Teil des europäischen Filmkanons; viel zu wenige seiner Werke sind in Deutschland bekannt und kaum als Konserve verfügbar (und von Fernsehpräsenz - auch die zwischen 2 und 5 h nachts - kann man bei Filmkunst nur noch in den wenigsten Ausnahmefällen sprechen.)
Die Konzeption der Ausstellung in der Berliner AdK, im vergangenen November erstmals in Portugal gezeigt, wurde vom Museum Serralves für zeitgenössische Kunst in Porto durchgeführt. João Fernandes war der Ausstellungskurator.
Kernaussage der Rezension von Iris Rodriguez bei Zeit-Online:
Der Blick schweift durch die große Ausstellungshalle, Projektionen der Filmfragmente laufen simultan. Die Vielfalt von Oliveiras Werk wird sofort deutlich, die Tiefe und Aussagekraft begreift nur, wer sich wirklich darauf einlässt. Oliveira hat einmal über sein Publikum gesagt: "Sie sind es, die einsteigen müssen und sich dem Film nähern müssen", und von dieser Haltung ist auch die Ausstellung geprägt. Sie spiegelt den Charakter der Filme wider, die Oliveira nie für den Mainstream gedreht hat.
Seine Filme waren nie leicht und viele fordern dem Zuschauer durch ihre enorme Überlange einiges ab. "Oliveiras Arbeit hat immer unter dem Unverständnis für die Originalität seiner Filme gelitten", erklärt der Direktor des Serralves Museums. Heute, sagt er, würden sich die Portugiesen über die weltweite Anerkennung ihres Landsmannes freuen, allerdings würden nur wenige seine Arbeit wirklich kennen. Denn nach der Uraufführung blieben Oliveiras Filme nur kurze Zeit in den Kinos.
Dem Veranstaltungsankündigung auf der Website der AdK kann man - neben einem hübschen Foto mit dem Akademie-Präsidenten, dem Staatspräsidenten und den Gregors - auch folgende einführende Aussagen entnehmen:
Ausschnitte aus fünfzig Filmen, die elementaren Themen seines Werkes zu begreifen: Das Spannungsfeld zwischen Dokumentarfilm und Fiktion wird in Die Sinfonie einer Großstadt von Walter Ruttmann (1927) und Der Mann mit der Kamera von Dziga Vertov (1929) gezeigt, die beide von Oliveira als wichtige Referenzen für seine erste Filmarbeit Douro, Faina Fluvial (Harte Arbeit am Fluss Douro, 1931) herangezogen wurden. Im Vergleich finden sich kuriose Übereinstimmungen bei allen drei Filmen: die schnelle und zeitversetzte Montage von Einstellungen und Szenen; die Wiedergabe der Hektik; die Vergegenwärtigung menschlicher Arbeit und des Lebens in der Großstadt. Der Stummfilm über den nordportugiesischen Fluss Douro läuft als einziger Beitrag von de Oliveira in voller Länge in der Ausstellung.
(...)
Eine der vielleicht größten Singularitäten des Werkes Oliveiras besteht in der Autonomie von Wort, Bild, Ton und Musik, die das filmische Verhältnis zwischen Zeit und Bewegung bestimmt, wie am Beispiel von Amor de Perdição (Das Verhängnis der Liebe, 1978) gut zu erkennen ist. Wie Luís Miguel Cintra einen Text von Samuel Beckett in O meu Caso (Mein Fall, 1986) vorliest, ist wohl eines der besten Beispiele dieser Autonomie des Wortes, die in Oliveiras Filmen eine einzigartige Beziehung zwischen Bild und Text schafft. Zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere von Frauen und Männern zeigen sich bei Oliveira stets durch gesellschaftliche Konventionen bedingt.
Diese Informationen machen schon Lust darauf, die Ausstellung sehen zu wollen, auch als Lern-Erfahrung für ein im Aufbau befindliches Kinomuseum Berlin, wie man Werkgeschichte des Kinos in Ausstellungen präsentiert, präsentieren sollte, präsentieren könnte -- oder auch nicht.
Achtung: Was uns die Zeit-Online verschweigt und die Website der AdK verrät, ist die Tatsache, dass die Ausstellung am Hanseatenweg und (gott sei Dank!) nicht am Pariser Platz ihren Ort gefunden hat. Ausstellungsende ist am 29. März 2009.
Die Präsenz der Gregors bei der Ausstellungseröffnung verwundert nicht, konnte man in den 1980er und 1990ern doch den jeweils "vermutlich allerletzten Film" von Manoel de Oliveira jeweils im FORUM DES JUNGEN FILMS sehen. Darüber, warum der Sektionsleiter für "Film- und Medienkunst" in der Akademie der Künste, Hans Helmut Prinzler, nicht auf dem Promi-Eröffnungsfoto zu sehen ist, kann man nur spekulieren. Sonst käme man fast auf die Idee, dass hier einer Rache in seinem zweiten verbliebenen Haus dafür nimmt, dass er "zu früh" aus seinem ersten Haus wegbeordert wurde, während dort nun Hitchcock, Loriot und Wasserwelten als künstlerische Avant-Garde abgefeiert werden.
ATRIUM
Das Syndikat ohne Sünde
"This article has been syndicated by TP."
Es freut mich, dass heute eine leicht gekürzte Fassung des "80 Jahre Tonfilm"-Textes bei Telepolis veröffentlicht wurde:
http://www.heise.de/tp/blogs/6/134211
ATRIUM
Es freut mich, dass heute eine leicht gekürzte Fassung des "80 Jahre Tonfilm"-Textes bei Telepolis veröffentlicht wurde:
http://www.heise.de/tp/blogs/6/134211
ATRIUM
Sonntag, 8. März 2009
1929 - 1949 - 1969 - 1989 - 2009: 80 Jahre Tonfilm in 20-Jahres-Schritten
Obwohl die Premiere von "The Jazz Singer" bekanntlich am 6. Oktober 1927 in New York City statt fand, und damit 1927 eigentlich als das "Durchbruchjahr des Tonfilms" (zumindest in den USA) gilt, wurde "Der Jazzsänger" nach enormem rechtlichen Hickhack inklusive diverser Einstweiliger Verfügungen im weltweiten "Tonfilmkrieg" schließlich erst am 26.11.1929 im Berliner Gloria-Palast erstmals in Deutschland aufgeführt. Zuvor hatte bereits das Nachfolgevehikel für Al Jolson "The Singing Fool" (US-Premiere am 19.09.1928) am 3. Juni 1929 und ebenfalls nach reichlichem Einsatz von verzögernden Rechtsmitteln im Berlin Gloria-Palast seine Deutschland-Premiere. Am 09.09.1929 wurde Hitchcocks "Blackmail" im Berliner Kino "Universum" (nach dem 2. Weltkrieg dann "Capitol" genannt, heute Schaubühne am Lehniner Platz) auch in Tonfilmfassung gezeigt, zuvor lief am 12.06.1929 im Ufa-Palast am Zoo Frank Capras "Submarine" an. 1929 gilt als das Durchbruchjahr des Tonfilms in Deutschland, das am 09.01.1929 bereits mit dem "Paukenschlag" von "Wings" begann.Wir dürfen uns hierzulande also im 80. Jahr des Durchbruchs des Tonfilms wähnen.
Herzlichen Glückwunsch an alle Tonfilm-Freunde!
Die Tageschronologie der Ereignisse des "Deutschen Tonfilm-Jahres 1929" hat Jeanpaul Goergen als Timeline in "Weltwunder der Kinematographpie 6.2002" detailliert zusammengefasst. Wer sich in die extrem verstrickten und komplizierten Markt-Verstrickungen, Rechts-Verwicklungen und Technik-Entwicklungen in Sachen technischer Erfinder, internationalem Patent-Recht und bereits damals globalisiert denkenden Elektrokonzernen vertiefen will, sei auf die drei maßgeblichen deutschen Buchveröffentlichungen zum Thema verwiesen: Einmal - sehr verkürzt formuliert - der mediale Abdruck des sich bereits durchgesetzt habenden Radios ins Kino hinein bei "Das Ringen um den Tonfilm" von Wolfgang Mühl-Benninghaus (zur Zeit vergriffen); dann der Überbbau des Patentrechts gegenüber vor sich hin tüftelnden Erfindern bei "Die Entstehung des Tonfilms" von Harald Jossé (lieferbar) und schließlich der Versuch, den Wandel vom Stummfilm zum Tonfilm mit dem derzeitigen Umstieg des Filmkinos in Richtung Digitalisierung des Kinos seit etwa 1995 zu parallelisieren in "Aufstieg und Untergang des Tonfilms" als Sammelband diverser Autoren der Publikationsreihe "Weltwunder der Kinematographpie" in Band 6.2002 (siehe Cover-Abb. in der linken Spalte). Dort finden sich auch zwei Einzeldarstellungen zu Lichtton und Magnetton in ihrer Bedeutung für das Kino.
Mein tschechischer Forscherkollege Petr Szczepanik, Professor an der Universität Brno, hat mir in diversen Gesprächen zu der in WdK6 behaupteten These eines parallelisierbaren Wandels in einer Gleichung: "Wandel Stummfilm/Tonfilm wie Wandel Filmkino/DigitalCinema" deutlich widersprochen: Es sieht die Parallele des Medienübergangs eher bei "Wandel Filmkino/DigitalCinema wie Wandel Grautonmodulation/Farbfilm": graduell-langsamer Verlauf statt plötzlicher, kolossaler Implosion.
Dass schließlich nicht nur die einstige Einführung des Tonfilms ein unglaubliches Hickhack war, sondern es sich bei der Einführung der Digitalen Projektion ins Kino auch jetzt, hier und heute -- seit dem Zeitpunkt, als ich die ersten 2K-Projektoren aus den Forschungslaboren im November 1996 zum Shootout in die Karlsruher Stadthalle einladen durfte -- erneut um retardierende Fragen zu Patenten, inkompatiblen Technologien und Geschacher um Lizenzerlöse handelt, da sich nunmehr verspätet und in 2002 noch gänzlich unvermutet die 3-D-Verfahren als eigentlicher Motor der Umstellungsdynamik offenbaren...
...dieser unverhoffte Zustand erfüllt mich mit meiner damaligen These doch mit gewisser Freude. Es mag sich viel verzögert haben, aber einiges ist 8 Jahre nach der Veröffentlichung des Buchbandes (= 1/10 Tonfilmzeit!) doch sehr gleich geblieben, allem DCI zum Trotz:
Die Umstellung mag fast so lange gedauert haben, wie die Umstellung von s/w zu Farbe; die Komplexität dieses Mediensystemwechsels ähnelt sich jetzt jedoch frappant jener vor etwa 80 Jahren, zumal sich die bisher hemmende Grundfrage "Wer zahlt's obwohl man's nicht unbedingt braucht" jetzt eindeutig in die Richtung verschiebt: "Der zahlt, der's braucht."
Auch beim Tonfilm gab es einen langen zeitlichen Vorlauf der technischen Entwicklung: seit 1894 durch das erste Tonfilmexperiment überhaupt (Dickson Experimental Sound Film), 1903 bei Messters Tonbildern, 1906 durch die Elektronenröhre (Verstärkerröhre/Triode durch von Lieben und de Forrest) und schließlich 1922 durch den in Deutschland nicht aus den Köpfen zu bekommenden Mythos von Triergon, wonach dieses Tüftler-Trio aus vom Markt verkannten Genies bestünde und die Geburtsstunde des Tonfilms in Deutschland angeblich auf 1922 zu datieren sei. Maßgeblich einer in der Realwelt verankerten Technik ist immer die Marktdurchsetzung -- und die fand in Deutschland im Jahre 1929 statt und dann auch noch überwiegend in dem später als Sackgasse erkannten Verfahrenszweig des Nadeltons.
Es spricht daher also einiges dafür, dass der rasche Wechsel von Filmkino zu DigitalCinema demnächst doch noch von statten geht, so wie auch der damalige Wandel binnen zwei Jahren von stumm auf tönend; dem Gedrön des Radios dürfte nunmehr das Geblitzer der heimischen Großdisplays und Beamer entsprechen. Wieweit damit dieser neue Technologiewandel des Kinos allerdings noch eine "raumschaffende Maßnahme" zum Erhalt der öffentlichen Institution Kino sein wird (bei rasch dahinschmelzender Technikführerschaft in Sachen 3-D) steht dahin. Krisenzeiten galten als Boomjahre des Kinos; eine Vergnügungsform, die damals im Gegensatz zu heute jedoch verhältnismäßig (gemessen an der Kaufkraft) geringe Eintrittsgelder verlangen konnte, verlangt hat.
Wenn ich persönlich also eine perspektivische Prognose auf dem Rücken dieser langen, 80 Jahre umfassenden Geschichte des "Tonfilmkinos" wagen würde, dann eher die, dass ein Kino-Eintritt bald künftig wohl eher 50 Kreuzer als 50.000 Schillinge kosten sollte, kosten wird. Bitte dabei bedenken: Amerika kennt geschichtlich noch keine Hyperinflation! Das Kino von morgen wird also ein "Armes Kino" sein müssen im Sinne von Jerzy Grotowski und ein "Leerer Raum" im Sinne von Peter Brook: offen für vieles und nicht weit entfernt vom Konzept der "Black Box". Das ist das Gegenteil jener "Sahnetorten-Reminenszenz", die derzeit virulent geworden ist (70-mm-Revivals in jeder größeren Provinzstadt; gestern Nacht zwischen 3 und 5 h der Rozsa-Soundtrack von "El Cid" im DLF etc.), damals wie heute ein Vorbote für drastische Veränderungen.
Wer sich in die Nadeltonepoche gerne einhören und einfühlen möchte, dem sei Warners DVD-Edition von "The Jazz Singer" in den USA auf drei Silberscheiben inkl. der Dokumentation "The Dawn of Sound: How the Movies learned to Talk" sowie zusätzlich 3,5-Stunden an Vitaphone-Kurzfilmen sehr ans Herz gelegt. Eine reduzierte 2-Disc-DVD-Version des DVD-Titels gibt es bei amazon.de
One last thing: Die Reihung der 20-Jahres-Intervalle:
1909 (erster Farbfilm) - 1929 (Tonfilm) - 1949 (BRD-DM) - 1969 (Mondlandung) - 1989 (Mauerfall) - 2009 (jetzt!)
finde ich übrigens bedeutend angenehmer als die 20-Jahres-Reihung:
1919 - 1939 - 1959 - 1979 - 1999 - 2019.
Ein Treppenwitz der Geschichte wäre es zumindest, wenn im Abstand von genau 80 Jahren die beiden ökonomischen Zäsur-Jahre 1929 und 2009 nun nicht nur als die "Positionslichter" des Kinowandels in die Geschichte eingingen, sondern gleichsam auch als "Wetterfahne" auf politischen Windwechsel hindeuteten. Ängstlichen Naturen sei hingegen versichert, dass sich Geschichte stets nur als Farce wiederholt, wie man es beim Wandel des Filmstreifenkino zum DigitalCinema eben jetzt gerade hautnah erleben kann.
ATRIUM
Bildquelle: Warner Bros.
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Tonfilm,
Warner
Samstag, 7. März 2009
Chronologie der Magnetbandtechnik
Wie der Verlag der Buchreihe "Weltwunder der Kinematographie - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik" mitteilt, ist die Erstauflage der neunten Ausgabe der Fachbuchreihe mit dem Titel: "ZEITSCHICHTEN - Magnetbandtechnik als Kulturträger | Erfinder-Biographien und Erfindunggen | Chronologie der Magnetbandtechnik und ihr Einsatz in der Hörfunk-, Musik-, Film- und Videoproduktion" seit einigen Tagen vergriffen.
Es ist nach Verlagsangaben eine Neuauflage des inzwischen als "Engel, Kuper, Bell" bekannten Standardwerks zur Geschichte der Magnetbandtechnik für das 4. Quartal 2009 geplant, die allerdings nicht "auf Halde" produziert werden wird. Der Verlag empfiehlt daher dringend, bei einer lokalen Buchhandlung ihres Vertrauens aus dem Pool der Nachauflage bereits jetzt ein Exemplar mit Vormerkung zu bestellen. Der Verkaufpreis des Hardcover-Bandes mit einem Umfang von 634 Seiten, einem Gewicht von knapp 2kg und mit 3.747 Fußnoten bleibt nach Verlagsangaben bis Jahresende 2009 stabil bei € 149,-
ATRIUM
Es ist nach Verlagsangaben eine Neuauflage des inzwischen als "Engel, Kuper, Bell" bekannten Standardwerks zur Geschichte der Magnetbandtechnik für das 4. Quartal 2009 geplant, die allerdings nicht "auf Halde" produziert werden wird. Der Verlag empfiehlt daher dringend, bei einer lokalen Buchhandlung ihres Vertrauens aus dem Pool der Nachauflage bereits jetzt ein Exemplar mit Vormerkung zu bestellen. Der Verkaufpreis des Hardcover-Bandes mit einem Umfang von 634 Seiten, einem Gewicht von knapp 2kg und mit 3.747 Fußnoten bleibt nach Verlagsangaben bis Jahresende 2009 stabil bei € 149,-
ATRIUM
Workshop zum Thema: Innovative Dokumentarfilme
Das iSFF -- Institut für Schauspiel-, Film- und Fernsehberufe an der VHS Berlin Mitte als berufliche Weiterbildungseinrichtung -- veranstaltet Ende März an zwei Wochenenden einen insgesamt viertätigen Workshop mit vier deutschen Dokumentarfilmern: Andres Veiel, Thomas Heise, Thomas Riedelsheimer und Douglas Wolfsperger.
Aus der Pressemitteilung:
Die Workshop-Gebühr beträgt nach dortigen Angaben € 250,-; eine "Bewerbung" ist bei Teilnahmeabsicht vorher abzugeben.
Veranstaltungslink: http://isff-berlin.eu/content/view/85/162/
ATRIUM
Aus der Pressemitteilung:
Vier renommierte Dokumentarfilmer, die mit ihren Arbeiten Aufsehen erregt und viele Preise gewonnen haben, stellen an jeweils einem Tag ihre Arbeitsweise vor. Ziel des Workshops ist es, die unterschiedlichen Arbeitsweisen gemeinsam mit dem jeweiligen Regisseur zu erörtern. Zum ersten Mal ist es möglich, an zwei aufeinander folgenden Wochenenden die Arbeiten von vier der bekanntesten Dokumentarfilmer zu diskutieren. Die Auseinandersetzung in dieser konzentrierten Form ermöglicht vergleichende Betrachtungen, die für die eigene filmische Arbeit der Teilnehmer wichtig sein können. Deutlich wird, wie mit präziser Darstellung, aufmerksamer Beobachtung, persönlicher Haltung und interessegeleiteter Auswahl Dokumentarfilme erfolgreich für das internationale Kino produziert werden können. Die Regisseure berichten über ihre Recherche zu den Stoffen, ihre dramaturgischen Überlegungen, ihren Umgang mit den Protagonisten, vor und nach Beginn der Dreharbeiten. Eckart Lottmann, freier Journalist für verschiedene Fernsehsender und langjähriger Dozent am ISFF, wird die Veranstaltungen moderieren.
Quelle: http://isff-berlin.eu/images/stories/web_pdf/Innovative-Dokfilme.pdf
Die Workshop-Gebühr beträgt nach dortigen Angaben € 250,-; eine "Bewerbung" ist bei Teilnahmeabsicht vorher abzugeben.
Veranstaltungslink: http://isff-berlin.eu/content/view/85/162/
ATRIUM
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Riedelsheimer,
Veiel,
Workshop
Freitag, 6. März 2009
Fortschritte und Rückschritte in der Kinotechnik
Es ist sehr zu hoffen, dass Rick Mitchell seine "Geschichte der Kinotechnik" unter besonderer Berücksichtung der Sonder- und "Sahnetorten"-Konzeptionen des Kinos bald in Buchform vorlegen wird. Einstweilen dürfen wir uns aus aktuellem Anlass mit seinem (leider kostenpflichtigen) Artikel The tragedy of 3-D cinema und mit einem kostengünstigen Interview in Vorfreude üben.
ATRIUM
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Mitchell,
Smell-O-Rama,
Todd-AO
Crowd Funding: "I’m not Bill and Melinda Gates, but I can give $10"
Der 26-jährige David Cohn aus San Francisco war bereits seit 2005 in der amerikanischen Bürgerjournalismus-Bewegung aktiv. So brauchte es mit dieser Vorsensibilisierung nur noch eines Mentors und Aggregators wie Jay Rosen (Prof. an der NYU), bis das Konzept von "Crowd Funding" im Nachrichtenbereich aufgesetzt und als Website "up and running" war. Das Ergebnis ist "Spot.us": community-funded journalism.Was man vor ein paar Monaten vielleicht noch als schlechten Witz oder kühne Idee angesehen hatte, bekommt jetzt durch beschleunigtes Zeitungssterben das, was man im Amerikanischen "momentum" nennt: Schub, Schwung und Dynamik. Die Bürger der Bay Area ermöglichen investigativen Journalismus der Region durch "pledge" und "donation", ohne sich dabei "Nachrichten kaufen zu können" und es scheint zu funktionieren.
Dass bei der Anschubfinanzierung eine US-amerikanischen Stiftung, wie die Knight Foundation -- ("We make grants to help transform journalism and communities.") -- weitsichtig genug war, hier in die Infrastruktur zu investieren, kann man wiederum als amerikanischen Glücksfall bezeichnen; die Weitsichtigkeit in der Bay Area dürfte auch an der guten Pazifik-Luft und den klimatischen Bedingungen liegen. Wo gibt es eigentlich in Deutschland eine "Rudolf Mosse Stiftung" ?
Die New York Times hat über diesen Fall von Transformation in ihrer Ausgabe vom 24.08.2008 berichtet. Die Welt brachte heute online einen Bericht mit Einschätzungen auf deutsch.
ATRIUM
Bildquelle: spot.us
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Journalismus,
San Francisco,
Zeitungen
Donnerstag, 5. März 2009
Filmarchive in der Digitalen Medienwelt
Das Babelsberger High-Tech-Center macht unter dem Namen fx.Center wieder von sich reden.
Mit Pressemeldung vom 18.02.2009 wird dort vor Ort am 25. März 2009 zur Veranstaltung "Innovationsforum CINEARCHIV digital“ eingeladen (mit freiem Eintritt), bei dem es um Filmarchive in der digitalen Medienwelt geht.
Dazu ein Auszug aus der Pressemeldung:
Es fragt sich natürlich, warum Filmarchive einen so vehementen finanziellen Aufwand dafür betreiben sollen, Filmoriginale zu bewahren, während andere dann durch Zugang zu den Filmrollen später genau damit auf dem "Internet-Marktplatz" schließlich abkassieren wollen und dann auch noch Filmgeschichte mit "Google-Metadaten" in eine sensationell neue Verstandesordnung bringen möchten. Dass vor der Automatisierung beim Metadaten-Etikettieren erst einmal eine Rechtemanagement-Datenbank lückenlos und funktionsfähig betrieben werden muß, scheinen mir die Drittvermarkter von Filmabtasterbatterien ohne ausreichenden Auslastungsgrad noch nicht ganz bedacht zu haben. Abgsehen davon beweist die Existenz der "gemeinnützigen Medien Bildungsgesellschaft Babelsberg" was es bei immer noch eifrig sprudelnden Förderquellen so alles an Pflanzen im "Gewächshaus Babelsberg" mit besonderem Auftrag zu geben scheint. Dies als kleiner Zwischenruf aus der Potsdamer Innenstadt an die Kollegen im Zwischenreich zwischen den Landesgrenzen am Griebnitzsee.
ATRIUM
Mit Pressemeldung vom 18.02.2009 wird dort vor Ort am 25. März 2009 zur Veranstaltung "Innovationsforum CINEARCHIV digital“ eingeladen (mit freiem Eintritt), bei dem es um Filmarchive in der digitalen Medienwelt geht.
Dazu ein Auszug aus der Pressemeldung:
Das von der gemeinnützigen Medien Bildungsgesellschaft Babelsberg initiierte Projekt „CINEARCHIV digital“ startete im Oktober 2008 mit dem Ziel, Lösungen zu entwickeln, um audiovisuelles Material optimal zu digitalisieren sowie umfassend zu erschließen, um es einer breiten Nutzergruppe zugänglich zu machen. Die Ergebnisse der Marktstudie und der gesamten Arbeit werden am 25. März 2009 im Rahmen eines Innovationsforums im fx.Center Babelsberg präsentiert. In verschiedenen Arbeitsgruppen - zusammengesetzt aus Archiven, Lizenzinhabern, technischen Dienstleistern, Forschungseinrichtungen und Vertriebspartnern - wurden die notwendigen Schritte des komplexen Digitalisierungs- und Erschließungsprozesses fokussiert und die Anforderungen an ein Geschäftsmodell untersucht. Ziel der gebündelten Kompetenzen der Partner (u.a. DEFA-Stiftung, Bundesarchiv-Filmarchiv, Deutsches Rundfunkarchiv, Hasso Plattner Institut und Grundy UFA) ist, digitale Filme über ein themengenaues Recherchesystem in Form eines Internetmarktplatzes direkt im Web abzurufen. Der Fokus liegt dabei auf zeithistorischen Dokumentationen. Die Ergebnisse der repräsentativen Marktuntersuchung* bestätigen ein hohes Interesse. Besonders interessiert sind die Deutschen an historischen Film-Dokumenten über Orte mit persönlichem Bezug und Urlaubsorten sowie an historischen Aufnahmen von Alltagsszenen und Beiträgen über Personen der Zeitgeschichte. Ein Viertel aller Befragten ist generell bereit, für die Nutzung eines Doku-Archivs zu bezahlen, sei es als monatlicher Beitrag oder als Abrufgebühr.
Quelle: http://cinearchiv.de/images/presse/pm_innoforum_1_final.pdf
Es fragt sich natürlich, warum Filmarchive einen so vehementen finanziellen Aufwand dafür betreiben sollen, Filmoriginale zu bewahren, während andere dann durch Zugang zu den Filmrollen später genau damit auf dem "Internet-Marktplatz" schließlich abkassieren wollen und dann auch noch Filmgeschichte mit "Google-Metadaten" in eine sensationell neue Verstandesordnung bringen möchten. Dass vor der Automatisierung beim Metadaten-Etikettieren erst einmal eine Rechtemanagement-Datenbank lückenlos und funktionsfähig betrieben werden muß, scheinen mir die Drittvermarkter von Filmabtasterbatterien ohne ausreichenden Auslastungsgrad noch nicht ganz bedacht zu haben. Abgsehen davon beweist die Existenz der "gemeinnützigen Medien Bildungsgesellschaft Babelsberg" was es bei immer noch eifrig sprudelnden Förderquellen so alles an Pflanzen im "Gewächshaus Babelsberg" mit besonderem Auftrag zu geben scheint. Dies als kleiner Zwischenruf aus der Potsdamer Innenstadt an die Kollegen im Zwischenreich zwischen den Landesgrenzen am Griebnitzsee.
ATRIUM
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Digitalisierung,
Filmarchive,
Potsdam
Synchron-Deutsch
Die Textfassung eines Radioessays vom Februar zum Thema
Das Kino spricht deutsch
Glanz und Elend der Synchronisation
beim Deutschlandradio unter:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitreisen/918145/
Dabei kommen Stefan Drößler und Joseph Garncarz in "O-Tönen" zu Wort.
Die Autoren des Radio-Features der Redaktion "Zeitreisen" sind Markus Metz und Georg Seeßlen.
ATRIUM
Das Kino spricht deutsch
Glanz und Elend der Synchronisation
beim Deutschlandradio unter:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitreisen/918145/
Dabei kommen Stefan Drößler und Joseph Garncarz in "O-Tönen" zu Wort.
Die Autoren des Radio-Features der Redaktion "Zeitreisen" sind Markus Metz und Georg Seeßlen.
ATRIUM
www.kinoperspektiven.de
Heute wurde die Web-Adresse
http://www.kinoperspektiven.de
als Alias auf http://kinoberlin.blogspot.com freigeschaltet.
Ab sofort sind damit die "Berliner Kino-Perspektiven" auch unter dieser Internet-Anschrift erreichbar.
Auch für diejenigen, die sich bei "perskeptiven" immer wieder vertippen (geht mir oft so), gibt es eine hilfreiche Lösung.
Wo wir beim Aliasen sind, habe ich meine Domains www.filmbüchse.de und www.filmbuechse.de ebenfalls auf den Blog als Alias gelegt.
ATRIUM
http://www.kinoperspektiven.de
als Alias auf http://kinoberlin.blogspot.com freigeschaltet.
Ab sofort sind damit die "Berliner Kino-Perspektiven" auch unter dieser Internet-Anschrift erreichbar.
Auch für diejenigen, die sich bei "perskeptiven" immer wieder vertippen (geht mir oft so), gibt es eine hilfreiche Lösung.
Wo wir beim Aliasen sind, habe ich meine Domains www.filmbüchse.de und www.filmbuechse.de ebenfalls auf den Blog als Alias gelegt.
ATRIUM
Positionen des neuen "Kinomuseum Berlin e.V."
Der Crash des Kölner Stadtarchivs scheint seit der brennenden Bibliothek in Alexandria weder der erste noch letzte Vorfall zu sein.
Jenseits des Trägermaterials ist aber bekannt, daß redundante Duplikate und Lagerungen an unterschiedlichen Orten oberste Maxime der Archivare sind.
Während mir bei der Filmgütersicherung das rein analoge Verfahren auf Polyestermaterial als einzig sinnvoller Weg ausreichend zu sein scheint (nachdem digitale "Restaurierungen" - nicht zuletzt in der Monographie von Paul Read unterschiedlich klassifiziert - oftmals dem derzeit gängigem, multimedialen Gebrauchs- und Tauschwert folgten, d.h. nicht selten einem niedriger auflösendem Substandard).
Ausserdem würde mit einem Dekret, weiterhin auf filmischem Originalformat zu sichern, auch der authentische kinematographische Produktionsprozess und die Nachlieferung mit Filmmaterial am Leben erhalten werden (und noch ist jene Maxime im Bundesarchiv nicht infrage gestellt worden, während man nach meinem Eindruck im Hause Deutsche Kinemathek bereits von diesem heiligen Gebot abzuweichen scheint).
Das Vorantreiben der Digitalierungen scheint aber im Bibliothekssektor und im Bereich anderer Museen, etwa der Bildenen Künste, von größter Priorität zu sein. Obwohl wir seit einer Dekade in einer voll digitalisierten Gesellschaft leben, ist offenbar gesellschaftlich nicht arrangierbar, daß diese Aufträge ausreichend erfüllt werden könnten. Dabei sollten Kulturwerte auch Gemeinwerte sein, weshalb die Bevölkerung ein Recht auf ihnen zugängliche Digitalisate hat, sofern ihnen die Zugänglichkeit zum Original verweitert wird.
Wünschen wir also dem Kölner Stadtarchiv, daß es rechtzeitig Sicherungsdepots anlegen konnte. Im Moment werden wohl eher Vorwürfe an die Stadt erhoben, die erst einmal zu prüfen wären.
Eine Kinorettung als Bürgerbewegung hatte man sich Ende der 1990er Jahre für Berlin sehnlichst gewünscht. Anders als bei den Bürgerinitiativen etwa für Erhalt des 50er-Jahre-GLORIA-PALASTES am Kurfürstendamm war der Stellenwert alter Kinos, vielleicht auch unter dem eingetretenen Gehörverlust als Folge des PR-Getrommles der Neuheitseffekte der Multiplexe und des Potsdamer Platzes, um 1999 zur Gänze ausgeblendet worden.
Reihenweise schlossen die einstmals kühnsten und besten Filmtheater, ohne das Protest erhoben wurde.
Als wir in den Bauausschüssen und Parteifraktionen einigen Wirbel um die ROYAL PALAST-Schliessung entfachen konnten, wurde klar, daß zuvor für die anderen Häuser sich offenbar kein Bürger-Protest geregt hatte. Erst eine Kampagne der IFB brachte dann den ZOO PALAST in die Gazetten, der ja als Aufbausymbol der westdeutschen Frontstadt gut politisierbar ist.
Rettungen von Kinos kann der kleine Verein "Kinomuseum Berlin e.V" gewiss nicht übernehmen. Und zum Glück stehen die wenigen, mit historischem Ambiente geprägten Häuser im Moment auch nicht zur Disposition.
Sehr wohl aber muss dieser Verein durch kompetente Techniker, Medienpublizisten, Historiker und vor allem durch das Herzblut von Nostalgikern kinematographische Artvielfalten reproduzieren können und das Stadtgedächtnis abschöpfen. Hierfür reichen ggf. kleinere Veranstaltungsräume, die ein Laboratorium zur Simulation kinematographischer Performanzen aufnehmen könnten.
Weiterhin könnte sich - nicht nur in Berlin - unversehends die Herausforderung einer Repolitisierung der Kino- und Versammlungsstätten stellen. Die Vorbilder können in den Avantgardekinos der 1970er Jahre gesehen werden (BaLi, Arsenal, Tali u.a.), und auch heute in den Kinos Eiszeit, fsk, Lichtblick, Nickelodeon, Tilsiter Lichtspiele usf. verortet werden.
Die Agitation in der Öffentlichkeit als Überwindung der Globalisierung folgt dann auch den Regeln und Kommunikationsnetzten der Digitalisierung, die einige Hürden der analogen "Formatdiktatur" in der tradierten, ortsfesten Kinobranche überspringen konnte.
Andererseits wird nun das an der Monopolbildung und an kinematographischen Alleinstellungsmerkmalen gewachsene Spielfilm-, Unterhaltungs- und Repertoirekino durch die Digitalisierung ihre Basis im ortsfesten Filmtheater verlieren, die auch durch die Einigung auf einen vermeintlichen Nachfolgestandard, etwa DCI, m.E. nicht mehr aufzuhalten ist.
Es sind die Produzenten der Traumindustrie selbst, die die ortsfesten Kinotheater schneller zu verlassen scheinen als erwartet: die jüngsten Schlagzeilen aus dem Hause Disney beweisen, dass der Preis für eine Expansion der großen Unterhaltungsfilme in die Segmente der früheren "Ersatzmedien" (Video, Fernsehen - jetzt Internet, DVD und PC) als kommende Premierenplattform notwendig den Untergang von Lichtspielhäusern mit Spielfilm-Grundversorgung nach sich ziehen dürften:
Blickpunkt:Film meldete auch in diesem Sinne:
"Disney-Chef Iger denkt über Film-Abo im Internet nach
Nachdem er 2005 eine Debatte um die Abschaffung der Auswertungsfenster entfacht hatte, hat Disney-Chef Robert Iger jetzt erneut ein heißes Thema..."
Nachdem am Potsdamer Platz die Deutsche Kinemathek massiv ihre Pläne für ein "Fernsehmuseum" (ein Lieblingsprojekt des eigentlich hochverdienten "Arsenal"-Gründers Gero Gandert, der seltsamerweise auch einen "Boulevard des Stars" protegiert) vorantrieb, scheint auch diesem Hause eine innere Zerreißprobe bevorzustehen.
CINERAMA
Jenseits des Trägermaterials ist aber bekannt, daß redundante Duplikate und Lagerungen an unterschiedlichen Orten oberste Maxime der Archivare sind.
Während mir bei der Filmgütersicherung das rein analoge Verfahren auf Polyestermaterial als einzig sinnvoller Weg ausreichend zu sein scheint (nachdem digitale "Restaurierungen" - nicht zuletzt in der Monographie von Paul Read unterschiedlich klassifiziert - oftmals dem derzeit gängigem, multimedialen Gebrauchs- und Tauschwert folgten, d.h. nicht selten einem niedriger auflösendem Substandard).
Ausserdem würde mit einem Dekret, weiterhin auf filmischem Originalformat zu sichern, auch der authentische kinematographische Produktionsprozess und die Nachlieferung mit Filmmaterial am Leben erhalten werden (und noch ist jene Maxime im Bundesarchiv nicht infrage gestellt worden, während man nach meinem Eindruck im Hause Deutsche Kinemathek bereits von diesem heiligen Gebot abzuweichen scheint).
Das Vorantreiben der Digitalierungen scheint aber im Bibliothekssektor und im Bereich anderer Museen, etwa der Bildenen Künste, von größter Priorität zu sein. Obwohl wir seit einer Dekade in einer voll digitalisierten Gesellschaft leben, ist offenbar gesellschaftlich nicht arrangierbar, daß diese Aufträge ausreichend erfüllt werden könnten. Dabei sollten Kulturwerte auch Gemeinwerte sein, weshalb die Bevölkerung ein Recht auf ihnen zugängliche Digitalisate hat, sofern ihnen die Zugänglichkeit zum Original verweitert wird.
Wünschen wir also dem Kölner Stadtarchiv, daß es rechtzeitig Sicherungsdepots anlegen konnte. Im Moment werden wohl eher Vorwürfe an die Stadt erhoben, die erst einmal zu prüfen wären.
Eine Kinorettung als Bürgerbewegung hatte man sich Ende der 1990er Jahre für Berlin sehnlichst gewünscht. Anders als bei den Bürgerinitiativen etwa für Erhalt des 50er-Jahre-GLORIA-PALASTES am Kurfürstendamm war der Stellenwert alter Kinos, vielleicht auch unter dem eingetretenen Gehörverlust als Folge des PR-Getrommles der Neuheitseffekte der Multiplexe und des Potsdamer Platzes, um 1999 zur Gänze ausgeblendet worden.
Reihenweise schlossen die einstmals kühnsten und besten Filmtheater, ohne das Protest erhoben wurde.
Als wir in den Bauausschüssen und Parteifraktionen einigen Wirbel um die ROYAL PALAST-Schliessung entfachen konnten, wurde klar, daß zuvor für die anderen Häuser sich offenbar kein Bürger-Protest geregt hatte. Erst eine Kampagne der IFB brachte dann den ZOO PALAST in die Gazetten, der ja als Aufbausymbol der westdeutschen Frontstadt gut politisierbar ist.
Rettungen von Kinos kann der kleine Verein "Kinomuseum Berlin e.V" gewiss nicht übernehmen. Und zum Glück stehen die wenigen, mit historischem Ambiente geprägten Häuser im Moment auch nicht zur Disposition.
Sehr wohl aber muss dieser Verein durch kompetente Techniker, Medienpublizisten, Historiker und vor allem durch das Herzblut von Nostalgikern kinematographische Artvielfalten reproduzieren können und das Stadtgedächtnis abschöpfen. Hierfür reichen ggf. kleinere Veranstaltungsräume, die ein Laboratorium zur Simulation kinematographischer Performanzen aufnehmen könnten.
Weiterhin könnte sich - nicht nur in Berlin - unversehends die Herausforderung einer Repolitisierung der Kino- und Versammlungsstätten stellen. Die Vorbilder können in den Avantgardekinos der 1970er Jahre gesehen werden (BaLi, Arsenal, Tali u.a.), und auch heute in den Kinos Eiszeit, fsk, Lichtblick, Nickelodeon, Tilsiter Lichtspiele usf. verortet werden.
Die Agitation in der Öffentlichkeit als Überwindung der Globalisierung folgt dann auch den Regeln und Kommunikationsnetzten der Digitalisierung, die einige Hürden der analogen "Formatdiktatur" in der tradierten, ortsfesten Kinobranche überspringen konnte.
Andererseits wird nun das an der Monopolbildung und an kinematographischen Alleinstellungsmerkmalen gewachsene Spielfilm-, Unterhaltungs- und Repertoirekino durch die Digitalisierung ihre Basis im ortsfesten Filmtheater verlieren, die auch durch die Einigung auf einen vermeintlichen Nachfolgestandard, etwa DCI, m.E. nicht mehr aufzuhalten ist.
Es sind die Produzenten der Traumindustrie selbst, die die ortsfesten Kinotheater schneller zu verlassen scheinen als erwartet: die jüngsten Schlagzeilen aus dem Hause Disney beweisen, dass der Preis für eine Expansion der großen Unterhaltungsfilme in die Segmente der früheren "Ersatzmedien" (Video, Fernsehen - jetzt Internet, DVD und PC) als kommende Premierenplattform notwendig den Untergang von Lichtspielhäusern mit Spielfilm-Grundversorgung nach sich ziehen dürften:
Blickpunkt:Film meldete auch in diesem Sinne:
"Disney-Chef Iger denkt über Film-Abo im Internet nach
Nachdem er 2005 eine Debatte um die Abschaffung der Auswertungsfenster entfacht hatte, hat Disney-Chef Robert Iger jetzt erneut ein heißes Thema..."
Nachdem am Potsdamer Platz die Deutsche Kinemathek massiv ihre Pläne für ein "Fernsehmuseum" (ein Lieblingsprojekt des eigentlich hochverdienten "Arsenal"-Gründers Gero Gandert, der seltsamerweise auch einen "Boulevard des Stars" protegiert) vorantrieb, scheint auch diesem Hause eine innere Zerreißprobe bevorzustehen.
CINERAMA
Globians Doc Fest Berlin kooperiert beim Fundraising mit betterplace.org
Angesichts des kollabierenden Sponsoring-Marktes geht der Projektträger des "Globians Doc Fest Berlin" auch beim Fundraising neue Wege. Das Globians Doc Fest Berlin kooperiert dazu mit der noch relativ jungen Web-Plattform "betterplace.org". Wir suchen dort Gönner, Mäzene und Spender, die bei der Kostendeckung des Festivaldurchgangs durch Stellung von finanziellen Projektmitteln behilflich sind. Zusätzlich wäre es schön und sinnvoll, wenn wir zwei angedachte Zusatzveranstaltungen finanziert bekämen:Einerseits zur Unterstützung des im Aufbau befindlichen Kinomuseums Berlin eine Festival-Sonderveranstaltung zum Thema: "Kinorettung als Bürgerbewegung". Andererseits bietet sich bei der Kooperation mit den [Couchsurfern] eine Sonderveranstaltung zum Thema "Long Term World Travel" an.
Da der Projektträger des "Globians Doc Fest Berlin" als gemeinnützig anerkannt ist, können für zur Verfügung gestellte Funds und finanzielle Unterstützungen absetzbare Spendenquittungen ausgestellt werden; bei "betterplace.org" erfolgt dies systemweit ab € 200.
Darüber hinaus möchten wir die Freunde und bisherigen Besucher des Festival-Projektes recht herzlich darum bitten, bei "betterplace.org" für uns als bisherige Festival-Besucher ("Visitor") und Befürworter ("Advokaten") des Festival-Projektes ein gutes Wort in einer der beiden Rubriken (Besucher/Befürworter) auf der betterplace-Website einzulegen. Diese sind zu finden am Fuß der Webseite unter der Rubrik "Vertauensnetzwerk". Das hilft bestimmt und kostet auch nichts (außer ein wenig Zeit fürs Registrieren, die Forumulierung eines treffenden Satzes und das Hochladen eines Portraitbildes). Bitte auch die "Sternchen" bei der Projektbewertung nicht vergessen.
ATRIUM
Mittwoch, 4. März 2009
Kölner Digitalisierungen
Man kann nur hoffen, dass die Kölner Stadtarchivare große Fans von Digitalisierungsmaßnahmen waren und ihren möglichst gesamten Bestand in digitaler Kondensatform des Digisats ausgelagert haben, bevor die stets untergründige Stimmung Kölns auch bei ihnen zugeschlagen hatte; Kompetenzzentren für Digitalisierung waren in Köln -- wie ich aus eigener Erfahrung weiß -- nicht weit entfernt gewesen. Ob die Stadthistoriker auch so weitsichtig genug waren, ihre Digisate auf Millionen von Silberscheiben in die besten Haushalte aller Kontinente zu verfrachten, so wie es die Spielfilmfirmen seit rund 20 Jahren praktiziert haben, darf allerdings bezweifelt werden. Es bleibt die große Lehre aus dem Zusammenbruch der Kölner Geschichte, dass digitale Redundanz Inhalte bewahren kann, was immer man von Digitalisierungsmaßnahmen im kulturellen Kontext auch halten mag.
Dass dabei Silberscheiben, Magnetbänder und Magnetplatten derzeit genauso wenig die letzte Antwort für eine Dauersicherung im Zuge einer Langzeitkonservierung sind, wie auch jene Energiefresser an IT-Massenspeicherautomaten, steht auf einem anderen Blatt. -- "Datenmigration" als Erhaltungsstrategie bleibt damit bis auf Weiteres akut und virulent; die Erhaltung der Daten kann nur unter Zufuhr verfügbarer Energie geschehen. Digitales Kulturgut darf also nicht selbst überlassen bleiben.
Wir gehen, um mit Paul Read zu sprechen, in ein Dunkles Zeitalter, in der weder die analogen Träger und ihre Prozesse mehr sicher sind, noch die Zwischenträger der digitalen Welt stabil bleiben und vom Erhaltungsgrad an Hochtechnologie abhängen.
Nicht nur einen Nobelpreis dürfte derjenige sicherlich zugesprochen bekommen, der für das "Dunkle Loch" des kulturellen Zeitenwechsels vom Analogen ins Digitale eine adäquate Medientträger-Antwort für die nächsten 200 - 300 Jahre erfindet.
ATRIUM
Dass dabei Silberscheiben, Magnetbänder und Magnetplatten derzeit genauso wenig die letzte Antwort für eine Dauersicherung im Zuge einer Langzeitkonservierung sind, wie auch jene Energiefresser an IT-Massenspeicherautomaten, steht auf einem anderen Blatt. -- "Datenmigration" als Erhaltungsstrategie bleibt damit bis auf Weiteres akut und virulent; die Erhaltung der Daten kann nur unter Zufuhr verfügbarer Energie geschehen. Digitales Kulturgut darf also nicht selbst überlassen bleiben.
Wir gehen, um mit Paul Read zu sprechen, in ein Dunkles Zeitalter, in der weder die analogen Träger und ihre Prozesse mehr sicher sind, noch die Zwischenträger der digitalen Welt stabil bleiben und vom Erhaltungsgrad an Hochtechnologie abhängen.
Nicht nur einen Nobelpreis dürfte derjenige sicherlich zugesprochen bekommen, der für das "Dunkle Loch" des kulturellen Zeitenwechsels vom Analogen ins Digitale eine adäquate Medientträger-Antwort für die nächsten 200 - 300 Jahre erfindet.
ATRIUM
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Beschleunigter Wandel ist keine "Delle" mehr
Der "Spiegel" brachte vorgestern einen Rundblick zum "raschen Sterben des US-Zeitungsmarktes", bei dem es unter dem Strich nicht nur um den endgültigen Vollzug des Medienwechsels von Print auf Online geht, sondern damit auch um einen Generationswechsel, bei dem die Alten vor die Tür gesetzt werden und die Jungen ihr Online-Ding weiter betreiben dürfen. Mit diesem Beitrag von Marc Pitzke kann man nicht nur belegen, wie sich ökonomisch "Freier Fall" anfühlt, sondern auch, dass Leopold Kohrs Thesen aus den 1950ern und 1960ern voll zutreffen: Die Größe von Entitäten ist immer ein Problem, wenn die Entitäten zu groß sind. Ein Schweizer Kanton hat die richtige Größe, wie auch Luxemburg; ein deutscher Nationalstaat, nicht nur in den Grenzen von 1938, ist als politische, demographische und ökonomische Einheit deutlich zu groß. Kohrs Schüler E.F. Schumacher hat daraus dann "Small Is Beautiful: Economics as if People Mattered" ("Die Rückkehr zum menschlichen Maß. Small is beautiful. Alternativen für Wirtschaft und Technik") zur These kondensiert. Das ist insbesondere wichtig, weil man bei den US-Zentralbanken statt nur mit Hunderten von Milliarden zu operieren, jetzt doch lieber gleich zu "Blankoschecks" übergehen möchte, doch lieber gleich in "Trillions", notfalls mit Kommastelle, rechnen möchte, was vereinzelt bereits zu Stimmen führte, dass wir alle bald - demokratisch - mit Milliarden und Trillions rechnen dürfen. Solcherart konzipierte Rettungsaktionen basieren auf der Annahme, dass "Komplett-Crashs" unangenehm sind, und man diese lieber so lange wie möglich rauszögert, vielleicht kommt ja doch noch die wundersame Rettung, dass Benzinautos von selbst kein Benzin mehr zum Betrieb benötigen. Die größte Entität, der souveräne Nationalstaat, stemmt sich mit aller Kraft gegen das Umfallen seiner großen ökonomischen Subentitäten und wird über kurz oder lang mit ihnen selbst auch umfallen. Die nationalökonomische Struktur ist dabei, sich zu übernehmen und wird dabei unstabil. Systemtheoretisch nennt man so etwas "Katastrophische Bifurkation". Derweil dürfen wir den Beschluss der Regulatoren von der europäischen Hyperstruktur, die ich eher Hybrisstruktur nennen würde, über die Bestrahlung mit falschen Spektralanteilen, Elektrosmog und epileptischer Gepulstheit künstlichen Lichts und das damit zusammenhängende Verbot von "Glühlampen" zur Kenntnis nehmen und uns dafür bedanken, dass nicht auch Zahnbürsten, gedruckte Bücher und Filmfestivals aus Energieeffizienzgründen verboten werden.
Was bei all dem allerdings vergessen wird, ist die Tatsache, dass das Internet nicht nur ein großer Energieschlucker ist (siehe unten), sondern auch eine zunehmend technische Monostruktur im Riesenformat. Darauf hat gestern Joachim Jakobs bei Telepolis in seinem Beitrag "Der Kollaps des Internet ist heute genauso unvorstellbar wie der Kollaps der Finanzbranche vor einem Jahr" hingewiesen. Ich hielt schon die Abschaltung des Fernschreiber-Telex-Netzes vor über zehn Jahren für sehr frivol; die Abschaltung von ATM wäre wirklich eine große Dummheit. Wenn man alle lebenserhaltenden Informationen nur noch über eine Inter-Mononetz laufen lässt, dürfte man sich bald über die Konsequenzen, die die Kombination aus Mono- und Riesen-Struktur an Störanfälligkeit bedingt, nur noch wundern: Kein Telefon, kein Telefax, kein Mobilfunk, kein Fernsehen, keine Email, kein Web.
Der Große Wandel, (den die gebildeten und gut ausgebildeten Astrologen unserer Zeit im Übrigen bereits seit einigen Jahrzehnten vorhersagen konnten -- und der sich auch auf den Maya-Kalender in Richtung Zeitenwende 2012 wunderbar abbildet) greift auch in die Mikrostruktur ein und damit sind wird wieder bei Kino-Perspektiven.
Es war klar, dass auch Filmfestivals, die vom Sponsoring großer Corporations abhängig sind, von der Krise des Wandels nicht verschont bleiben. Jüngste Kalamität ist der Abbruch des "Canadian Film Festival"-Projektes in Toronto, wie man vorgestern bei der Toronto Globe and Mail nachlesen konnte. Das "CFF" war das Gegenfestival zum großen TIFF. Dazu screenwriter/director Michael Sparaga in dem Artikel: "The Toronto International Film Festival is this great, big beast that exists in Toronto, and unfortunately, eats up a lot of the funding. And I get that,” said Sparaga. “But for those Canadian films that don't get into TIFF, the Canadian Film Fest was another option. It shouldn't be underestimated.”
Aus diesem Grund erschien mir diese Art von Funding und Fundraising auch nie als eine besonders nachhaltige Form und Option des Projektbetriebs, selbst auf die Gefahr hin, eben nicht über 50.000 CAN$ an Werbeetat verfügen zu können, sondern auch hier neue Wege zu gehen, gehen zu müssen.
ATRIUM
Was bei all dem allerdings vergessen wird, ist die Tatsache, dass das Internet nicht nur ein großer Energieschlucker ist (siehe unten), sondern auch eine zunehmend technische Monostruktur im Riesenformat. Darauf hat gestern Joachim Jakobs bei Telepolis in seinem Beitrag "Der Kollaps des Internet ist heute genauso unvorstellbar wie der Kollaps der Finanzbranche vor einem Jahr" hingewiesen. Ich hielt schon die Abschaltung des Fernschreiber-Telex-Netzes vor über zehn Jahren für sehr frivol; die Abschaltung von ATM wäre wirklich eine große Dummheit. Wenn man alle lebenserhaltenden Informationen nur noch über eine Inter-Mononetz laufen lässt, dürfte man sich bald über die Konsequenzen, die die Kombination aus Mono- und Riesen-Struktur an Störanfälligkeit bedingt, nur noch wundern: Kein Telefon, kein Telefax, kein Mobilfunk, kein Fernsehen, keine Email, kein Web.
Der Große Wandel, (den die gebildeten und gut ausgebildeten Astrologen unserer Zeit im Übrigen bereits seit einigen Jahrzehnten vorhersagen konnten -- und der sich auch auf den Maya-Kalender in Richtung Zeitenwende 2012 wunderbar abbildet) greift auch in die Mikrostruktur ein und damit sind wird wieder bei Kino-Perspektiven.
Es war klar, dass auch Filmfestivals, die vom Sponsoring großer Corporations abhängig sind, von der Krise des Wandels nicht verschont bleiben. Jüngste Kalamität ist der Abbruch des "Canadian Film Festival"-Projektes in Toronto, wie man vorgestern bei der Toronto Globe and Mail nachlesen konnte. Das "CFF" war das Gegenfestival zum großen TIFF. Dazu screenwriter/director Michael Sparaga in dem Artikel: "The Toronto International Film Festival is this great, big beast that exists in Toronto, and unfortunately, eats up a lot of the funding. And I get that,” said Sparaga. “But for those Canadian films that don't get into TIFF, the Canadian Film Fest was another option. It shouldn't be underestimated.”
Aus diesem Grund erschien mir diese Art von Funding und Fundraising auch nie als eine besonders nachhaltige Form und Option des Projektbetriebs, selbst auf die Gefahr hin, eben nicht über 50.000 CAN$ an Werbeetat verfügen zu können, sondern auch hier neue Wege zu gehen, gehen zu müssen.
ATRIUM
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Dienstag, 3. März 2009
Festiwelt Berlin
Es ist Julien Lamy vom "Bureau du Cinéma de l'Ambassade de France" in Berlin sehr zu danken, dass er, der ja ebenfalls Organisator der Französischen Filmwoche in Berlin ist, mit der neuen Website www.festiwelt-berlin.de das doch recht unübersichtliche Biotop der großen und kleinen Berliner Filmfestivals in eine übersichtliche Ordnung gebracht hat. Wir vom Globians Doc Fest Berlin sind jedenfalls sehr froh darüber, dass wir von Anfang an mit dabei sein dürfen und zwar bereits schon seit der ersten Freischaltung der Website zum Ende der jüngsten Berlinale. Hier ein Auszug aus der ersten Mitteilung von Julien Lamy: "Russische Filmwoche, Türkische Filmwoche, britspotting, African Screens, Around the World in 14 Films usw... Dank der Vielfalt der Kinofestivals in Berlin (fast 50) ist es möglich, die Welt per U-Bahn oder Fahrrad zu bereisen. Leider gibt es bisher noch keine ansprechende Internetseite, die einen vollständigen und chronologisch geordneten Überblick über Berliner Filmfestivals bietet und leider erfährt man als Interessierter oft erst in letzter Minute von diversen Festivals oder hat gerade wieder eines verpasst." Wer sich also für das Besondere beim Angebot neuer Filme in Berlin interessiert, hat jetzt für das gesamte Kalenderjahr den entsprechenden Überblick, der jeweils von Julien Lamy und Johannes Tödte auf den letzten Stand der Dinge gehalten wird. Ganz neu ist ein Email-Service mit dem Namen "Festival-Alert", mit dem man sich für rechtzeitige Erinnerungsemails registrieren kann.ATRIUM
Montag, 2. März 2009
Die Wahrheit verbirgt sich im Offensichtlichen
Volker Weidermann rezensiert in der FAZ das neue Buch von Nicholson Baker:
„Menschenrauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete“
("Human Smoke: The Beginnings of World War II, the End of Civilization.")
Nicholson Baker ist für uns Medienhistoriker insofern wichtig, als dass er mit "Double Fold: Libraries and the Assault on Paper" ("Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen") 2002 sich vehement gegen die Digitalisierung von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern und dem anschließendem Nicht-Mehr-Zugänglich-Sein bzw. der Vernichtung der analogen und im Zerfall befindlichen Papieroriginale ausgesprochen hat. Im Übrigen baut Baker mit seinen Lagerhäusern voller alter Zeitungen auf dem Praxismodell von Rick Prelinger auf, der das Gleiche mit 16-mm-Kopien von Industrie- und Lehrfilmen und weiteren "ephemeren Filmwerken" erfolgreich vorgemacht hat (dabei allerdings ein Verfechter der Digitalisierung und Online-Zugänglichmachung ist).
Nicholson Bakers "Menschenrauch" reflektiert nun den "Eckenknick" insofern, als dass man keine Zeitungen als spezifisches Medium mehr lesen und als Quelle des "Offensichtlichen" benutzen kann, wenn man nur noch digitale, zeitungskontextlose Textscans und eben keine originalen, alten Zeitungengebinde mehr als Quelle hat (und auch bald keine neuen mehr, siehe Link in "A Dispatch from Reuters"). Das Offensichtliche kann sich dann nicht mehr zeigen und damit auch keine (historische) Wahrheit mehr.
Zwei wichtige Bücher, als Autor ein eigenständiger Geist und als Sammler und Bewahrer des analogen Erbes ein erstaunlicher Lehrer.
ATRIUM
„Menschenrauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete“
("Human Smoke: The Beginnings of World War II, the End of Civilization.")
Nicholson Baker ist für uns Medienhistoriker insofern wichtig, als dass er mit "Double Fold: Libraries and the Assault on Paper" ("Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen") 2002 sich vehement gegen die Digitalisierung von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern und dem anschließendem Nicht-Mehr-Zugänglich-Sein bzw. der Vernichtung der analogen und im Zerfall befindlichen Papieroriginale ausgesprochen hat. Im Übrigen baut Baker mit seinen Lagerhäusern voller alter Zeitungen auf dem Praxismodell von Rick Prelinger auf, der das Gleiche mit 16-mm-Kopien von Industrie- und Lehrfilmen und weiteren "ephemeren Filmwerken" erfolgreich vorgemacht hat (dabei allerdings ein Verfechter der Digitalisierung und Online-Zugänglichmachung ist).
Nicholson Bakers "Menschenrauch" reflektiert nun den "Eckenknick" insofern, als dass man keine Zeitungen als spezifisches Medium mehr lesen und als Quelle des "Offensichtlichen" benutzen kann, wenn man nur noch digitale, zeitungskontextlose Textscans und eben keine originalen, alten Zeitungengebinde mehr als Quelle hat (und auch bald keine neuen mehr, siehe Link in "A Dispatch from Reuters"). Das Offensichtliche kann sich dann nicht mehr zeigen und damit auch keine (historische) Wahrheit mehr.
Zwei wichtige Bücher, als Autor ein eigenständiger Geist und als Sammler und Bewahrer des analogen Erbes ein erstaunlicher Lehrer.
ATRIUM
A Dispatch from Reuters
Es lohnt sich neuerdings seit ein paar Monaten, seinen Lebensrhythmus komplett umzustellen: denn Nachts zwischen 2 und 4 Uhr kommen alte Filme im Ersten Deutschen Fernsehen, jene Spielfilme, die nicht nur den an Filmgeschichte interessierten Zuschauern seit ungefähr 25 Jahren nicht nur tagsüber im Fernsehprogramm vorenthalten werden, sondern die zudem bislang nicht auf Silberscheibe käuflich zu erwerben sind.Heute Nacht zwischen 2 und 4 Uhr gab es "A Dispatch from Reuters" aus dem Jahre 1940 zu sehen -- und dieses "Biopic" von William Dieterle (*1893 - †1972) über den Nachrichtenpionier Paul Julius Reuter mit Edward G. Robinson in der Hauptrolle hat es wirklich in sich. Es dürfte nämlich äußerst selten sein, dass ein 69 Jahre alter Spielfilm über die Anfänge der elektrischen Nachrichtenübermittlung auch heute noch Relevanz hat: Denn noch vor der Meinungsfreiheit, dem höchsten Gut einer freien Gesellschaft, stand für Julius Reuter der Grundsatz von Freiheit und Gleichheit des Zugangs zu immer schneller werdenden Nachrichten. Zentrale Aussage von Reuter: "Nachrichten gehören allen!" - Internet-Nachtigall ick hör Dir twittern! Gerade bei verschiedenen Meldungen des heutigen Tages wie diesen HIER und HIER und HIER zeigt "A Dispatch from Reuters" auch heute noch eine vor 69 Jahren nicht vorhersehbare Brisanz. Reuter war wirklich "Ein Mann mit Phantasie", so der dt. Fernsehtitel von 1963. Was die Filmerzählung verschweigt, ist der Grund für Reuters Haltung: seine erzwungene Emigration aus dem Berlin seiner Reuter-Stargardter Buchhandlung nach Paris/Brüssel aufgrund der gescheiterten bürgerlichen Revolution von 1848.
1940 war für Warner Bros. immer noch die Zeit, als dass man einem US-amerikanischen Publikum "gute Deutsche", wie den 1816 in Kassel geborenen Israel Beer Josaphat unter späteren Baron Freiherr von Reuter, zumuten konnte, gegen das immer stärker herannahende Bellen und Beißen der Inbrünstigen. MIt dem Wechsel Reuters zur britischen Staatsbürgerschaft 1857 fiel dies natürlich leichter. Dabei ist "A Dispatch from Reuter" neben "Dr. Ehrlich's Magic Bullet" (dt. Titel von 1965: "Paul Ehrlich – Ein Leben für die Forschung") die zweite Produktion des Triumvirats von Warner, Dieterle und Robinson aus dem Kriegsjahr 1940, nachdem Dieterle 1939 "The Hunchback of Notre Dame" fertig gestellt hatte.
"A Dispatch from Reuters" liest sich in heutiger Perspektive trotz Papierraschelns des Drehbuchs aus der frühen Dramaturgieepoche des Tonfims wie eine "Betriebsanleitung" für das Entstehen des Internets: Von der "Taubenpost" eines Douglas Carl Engelbart im Jahre 1969 bis zur Verdrahtung der digitalen Welt als Hardware und den dann benötigten Visionären, Waghalsigen, Risikokapitalgebern und Hasardeuren, diese Drähte auch mit sinnvollen Inhalten zu füllen.
Ein Geniestreich von einem Filmwerk.
Den Original-Trailer von "A Dispatch from Reuters" kann man sich als Flahvideo bei TCM-USA anschauen.
Schreiben Sie eine Petition an Herrn Herres von der ARD, er möge das Fernsehprogramm vom Kopf auf die Beine stellen!
Und schreiben Sie eine Petition an TCM/Warner, sie mögen uns hier in Deutschland auch mit jenen Filmen bei "TCM Deutschland" beglücken, die sie in den USA auf der Pfanne haben.
ATRIUM
(Foto-Credit: Warner Bros/TCM, Quellen: en.wiki, de.wiki, imdb.com, ARD)
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Brücken schlagen zwischen Globetrottern: Globians Doc Fest Berlin und die [Couchsurfer]
Von den vielen Innovationen des Web 2.0 ist das [CouchSurfing]-Projekt sicherlich das Erfreulichste. Als Non-Profit-Organisation stellt es eine weltweite Plattform der Begegnung und des selbstbestimmten Reisens dar, das von der Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen ausgeht, die sich in ihrer kulturellen Eigenart im Vorgang des Reisens begegnen. Es stellt gleichzeitig eine enorm effiziente Chance dar, gerade für junge Leute ohne großes Geldbudget andere Kontinente, Kulturen und Traditionen kennen lernen zu können. Das Motto der CouchSurfer: "Creating a Better World, One Couch at a Time".Abgesehen davon erscheint mir die Non-Profit-Struktur von CouchSurfing nicht nur als ein Modellprojekt des Reisens, sondern auch -- und allgemeiner -- ein Projektmodell für die gesellschaftliche Selbstorganisation zu sein, zu der wir mehr und mehr durch die sich einstellenden Sachzwänge gedrängt werden.
Als Freund im Geiste ist damit das [CouchSurfing]-Projekt ein geradezu natürlicher Partner und Verbündeter des Globians Doc Fest in Berlin und es ist mir eine große Freude, dass nicht nur unser Filmfestival in den Veranstaltungs-Kalender auf der CS-Website in der Berlin-Sektion mittlerweile eingetragen ist, sondern auch, dass die deutschen Administratoren (und deutschen Voluntäre) eine Publikation des Events in den Mailinglisten ermöglicht haben. Insbesondere Ulli (ins Rheinländische) dafür einen ganz herzlichen Dank. Gleichzeitig beglückwünschen wir das CS-Projekt schon einmal zum kurz bevorstehenden 1.000.000sten Couchsurfer! One last thing: "CS" ist ja sowohl die Abkürzung von "CinemaScope" als auch von CouchSurfing. Das kann nur ein gutes Zeichen und Omen sein!
Gleichfalls geht mein ganz persönlicher und besonderer Dank an Uli "Polyglot" nach Paris, dafür, dass er mich in diese heute fortgeschrittenste Methode der internationen Begegnung eingeweiht hat.
ATRIUM/GLOBIAN
Sonntag, 1. März 2009
Ein Festival zieht um: Das Globians Doc Fest entscheidet sich für das Kino Toni in Berlin
Willkommen im Frühlingsmonat März!Der Monatswechsel ist Anlass genug, die Website des Globians Doc Fest Berlin zu aktualisieren. Nach vier jährlichen Festivaldurchgängen im Alten Rathaus in Potsdam zieht das unabhängige, englischsprachige und digitale Dokumentarfilm-Festival nunmehr komplett nach Berlin um und hat sich nach eingehenden Recherchen in der Berliner Kinoszene als Festivalkino für das KINO TONI am Antonplatz entschieden, das vom Münchener Regisseur Michael Verhoeven und seiner Ehefrau Senta Berger geführt wird. Uns hat vor allem die gute Theaterleitung vor Ort und die Bereitschaft zur Durchführung von Sonderveranstaltungen überzeugt, ohne dass ein "Festival-Overscreening" vorherrscht -- neben der angenehmen Saalatmosphäre und den großzügigen Foyers. Nicht zuletzt wird die Geschichte des 1920 noch als Stummfilmkino eröffneten Traditionshauses durch einen angegliederten Traditionsverein wachgehalten, der nicht nur Memorabilia aus der Technikgeschichte der DEFA-Epoche in Form einer kleinen Ausstellung vorführt, sondern auch durch eine Fotoausstellung zu den weiteren, inzwischen meist geschlossenen, Filmtheatern in Pankow/Weißensee und ihrer Geschichte. Nicht nur durch den ehemaligen Wohnort von Skladanowsky ist der Nordosten Berlins als die eigentliche Geburtsstätte des Films in Deutschland bekannt geworden: Lange vor "Neubabelsberg" war Weißensee das vorrangige Filmatelier der einstigen Upstart-Branche. Insofern lag für uns der Umzug des Festivals vom Südwesten der Berliner Region in den Nordosten auch nahe. Während wir Potsdamer ja eigentlich nicht darüber murren, wenn mir mal in die Berliner Philharmonie, in die Deutsche Oper Berlin oder gar an den Ku-Damm und den Po-Platz müssen, sei den stets weitsichtigen Berlinern zugerufen: Der Antonplatz liegt nur rund 200 Meter von der Demarkationslinie zum Bezirk Prenzlauer Berg entfernt! (Kleiner Scherz am Rande.)
Ich werde das inzwischen 5. Globians Doc Fest in diesem Blog textlich über das nächste halbe Jahr insoweit als Festival-Kurator begleiten, als dass sich in den ersten vier Jahren des Festivals ein dringender Bedarf an "Texten zu den Festivalfilmen" gezeigt hat, der auf Faltblättern und Programmbroschüren meist zu wenig Platz eingeräumt bekam. Das soll sich mit dem Umzug nunmehr ändern; das Blog ist ein ideales Medium dafür.
Unser Kooperationspartner Withoutabox in den USA hat dankenswerterweise Anfang Februar ein "Spotlight" an rund 200.000 unabhängige Filmemacher weltweit elektronisch versandt. Um der Chronistenpflicht zu genügen, sei es hier links oben abgelichtet. (Draufklicken für lesbare Schrift-Größe.)
Der reguläre Einreichschluß für das 5. Globians Doc Fest war der 17. Feburar; es folgen nun noch Späteinreichtermine und wir sind seit Monaten gut am Sichten, denn bislang wurden knapp 400 Filme eingereicht -- und wir sind froh, dass es keine 4.000 sind. Das Programm für das Globians Doc Fest im August (12. - 17.8.) wird voraussichtlich Ende Juni veröffentlicht; dann werden auch die Links auf der Festival-Website aktiviert sein. Trailer-Clips der Filme vergangener Jahre sind auf der Trailer-Website bei Youtube archiviert; eine Auswahl ganzer Festvalfilme findet sich im Internet Archive.
ATRIUM
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