Montag, 16. März 2009

Kinopolitik am Beispiel Stuttgart

Wenn ich mir die Ereignisse in Stuttgart um die Insolvenz des Kommunalen Kinos mit heutigem Wissensstand betrachte, dann werde ich den Eindruck nicht los, dass die dortige Landesbank mit der Absicht künftigen Stopfens von "Finanzierungslücken" durch neu eingefädelte Immobiliengeschäfte "im kleinen Dienstweg" rund um kulturell nutzbare Liegenschaften auch die Aufgabe der kommunalen Kulturpolitik dort vor Ort gleich mit übernommen hat.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse um das Koki Stuttgart findet sich auf dieser Website der Stuttgarter Zeitung:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1792838

Besonders erhellend ist nun die Mitteilungsvorlage GRDrs 71/2009 vom 03.02.2009 der Landeshauptstadt Stuttgart,
Referat Kultur/Bildung und Sport, für das Stadtparlament, die ebenfalls online gestellt wurde:
http://www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/KSDRedSystem.nsf/AlleDok/FDC8CC6DC71F02C1C12575550036FB16/$File/EC41A1FFEF0FC8A2C12575510030B629.pdf?OpenElement

Da kam ein relativ chaotisch arbeitender Kinobetriebsverein wohl künftigen Immoblienplänen an der Friedrichstraße sehr zu pass, eine sonst nicht mehr am freien Markt vermietbare Immobilie gegenüber dem Hauptbahnhof mit neuen und langfristigen Mietverträgen an eine Körperschaft mit Gewährträgerhaftung zu verhökern, ob sich ein Großer Saal mit Bergsteigersitzreihen für den Schauspielbetrieb nun eignet oder nicht, ob einem neuen Kino ein Mischbetrieb mit Schauspiel im selben Haus nun zuträglich ist oder nicht und ob sich die Lage eben nicht mehr an einem Platz, sondern an Durchgangsstraßen des Autoverkehrs für eine musische Betätigung oder zum Flanieren nun eignet oder nicht.

ATRIUM

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