Donnerstag, 26. März 2009

Köln: aus Schaden wird man digital - und kann damit dann bestens zensieren

In der FAZ und der SZ jeweils auch online aktuelle Berichte zum Schadensstand der Bestände des Kölner Stadtarchivs.Dabei wird in dem Beitrag der SZ deutlich, dass beim Kölner Stadtarchiv erst seit rund einem Jahr dortige Bestände digitalisiert wurden, also so gut wie noch gar nichts gemessen an dem einstigen Gesamtbestand. Während im Bereich der Film- und Fernseharchive bereits seit rund 25 Jahren archivarisch umgespielt und letztlich auch digitalisiert wird, fangen die papierbasierten Archive anscheinend erst damit an. Aus Schaden wird man hoffentlich jetzt an anderen Orten klug. Zunächst wurde ja mit dem Argument der Mikroverfilmung des BRD-Kanons für den Freiburger Stollen beruhigt. Davon hört man derzeit in den Kölner Zwischenstandberichten beunruhigenderweise leider gar nichts mehr.

Dabei fehlt mir auch in den genannten Medien eine breite Diskussion über die Techniken, Technologien und - vor allen Dingen auch - Strategien der beabsichtigten Langzeitsicherung gerade unter den gegebenen Verlustaspekten durch katastrophische Einwirkungen. Ohne entsprechende Medienträger und deren technologische Neuentwicklungen bringt bedauerlicherweise auch Digitalisierung leider gar nichts. Andererseits können Digitalisierung und der tradierte Weg der digitalisierungsbasierten Mikroverfilmung sich ergänzen. Sehr fragwürdig wird der gesamte Kulturprozess der Digitalisierung allerdings dann, wenn man gleichzeitig das Fass der Zensur aufmacht, um politische Handlungsfähigkeit am untauglichen Objekt demonstrieren zu wollen, damit eben gerade vom generellen Fehlen an Handlungsoptionen in Zeiten katastrophischer Bifurkation abzulenken.

Das Aufpumpen der nicht mehr haltbaren Struktur durch 12-stelliges Gelddrucken im getakteten Tagesturnus verstärkt durch Retardierung den Krisendruck statt ihn zu beseitigen. Jetzt droht die Dynamik der Katharsis noch stärker zu werden.

ATRIUM

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